EISHOCKEY: Richtung Playoff blicken

Herisau startet morgen bei einem der Favoriten in die 1.-Liga-Saison. Im Sommertraining betrieb der Aufsteiger Kickboxen. Neu ist die Heimspielzeit an Samstagen.

Lukas Pfiffner
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Reicht es für die Playoffs? Philipp Aerni (hinten), Roman Popp (links) und Sandro Bleiker. (Bild: PF)

Reicht es für die Playoffs? Philipp Aerni (hinten), Roman Popp (links) und Sandro Bleiker. (Bild: PF)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Der erste Gegner ist Regionalmeister 2016/17 und «das Mass aller Dinge». SCH-Trainer Markus Rechsteiner sagt es so. Aufsteiger Herisau eröffnet die 1.-Liga-Saison morgen Samstag um 17.30 Uhr in Frauenfeld. Mit Bülach, Chur, Seewen und Dübendorf haben sich vier Schwer­gewichte der 1. Liga in die neue nationale «MySports League» verabschiedet. Einer der ersten acht von zehn Plätzen, also die Playoff-Qualifikation, soll es für Herisau werden: eine Vorschau in vier Abschnitten.

Krokodil und Hüfte: Nebst Mario Noser, Pascal Rotzinger und Marc Grau (zu Uzwil) steht auch Pascal Rutishauser nicht mehr zur Verfügung. Er spielt für den Drittligisten Crocodile Flyers. Angreifer Sandro Biefer hat eine Hüftoperation hinter sich. Er steht seit kurzem wieder mit einem neutralen roten Trikot auf dem Eis. «Er wird mindestens ­einen Monat brauchen», sagt der Trainer. Weil der langzeitverletzte Jonas Bulach weiter ausfällt und Gianni Olbrecht wie Sandro Bleiker im letzten Test gegen Rheintal (4:6) fehlten, wurden Ivan Hausammann, Rico Heinrich und Yannick Widmer als Verteidiger eingesetzt. Heinrich und Samuel Grüter, die beiden Junioren, gehören fix zum Kader. «Sie haben Fortschritte gemacht, sind für mich wie Zuzüge.»

Dänemark und Morges: Die dünne Personaldecke ist dem engen Budget geschuldet. Verteidiger Joel Bohlhalder kehrt aus der zweiten Mannschaft zurück. Nach einem 1.-Liga- und einem NLB-Jahr mit Winterthur sowie einer Saison in Dänemarks zweiter Liga spielt Philipp Aerni wieder für seinen Stammclub. In der Vorbereitung hat der Trainer den 26-Jährigen auf der Center- und der Flügelposition eingesetzt. «Er ist eine wichtige Figur und überall eine Verstärkung», sagt Rechsteiner. Ein anderer Stür­mer ist unbekannt: Der 19-jährige Sven Carrel stammt aus Freiburgs Nachwuchs und spielte zuletzt für die Elite-B-Junioren von Morges. Er hat sich beim SCH gemeldet, weil er in St. Gallen ar­beitet.

Sportchef und Spielzeit:«Ich bin mit den Pikes, Chur und Herisau in die 1. Liga aufgestiegen: Es war ein schöner Moment, aufzuhören», sagt Matthias Popp. Er gehört nicht mehr als Stürmer der ersten Mannschaft an, sondern ist Nachfolger von Dario Heinrich als Sportchef. Der 33-jährige Bruder von Captain Roman Popp ist noch im 3.-Liga-Team des SCH aktiv. Dieses trainiert ein- bis zweimal pro Woche, die 1.-Liga-Mannschaft dreimal. «Wenn unter der Woche ein Spiel ansteht, trainieren wir nur zweimal», sagt Rechsteiner. Der SCH hat seine Samstagsheimspiele auf 17.30 Uhr angesetzt – was bei Zuschauern und Akteuren gut ankommen dürfte, wie Matthias Popp meint. Die Konkurrenz tritt am Vorabend an, ausser Arosa und Bellinzona. «Da spielt das für uns wegen der grossen Distanz dann keine Rolle ...»

Kickboxen und Freude: Der Sommer war montags von einer Neuerung geprägt: Kickboxen mit einem Spezialisten. Dabei stand nicht der Faktor Aggressivität im Vordergrund; von «Komplett-Körpertraining» spricht der Trainer. Am Mittwoch fand jeweils ein geführtes Krafttraining in Gossau statt, am Donnerstag ein allgemeines (Spiel-)Training im Freien. «Im Juni waren wir zur Abwechslung zweimal auf dem Eis. Richtig mit dem Winterprogramm gestartet sind wir in der zweiten Augustwoche.» Er sei weitgehend zufrieden mit der Arbeit des Teams, sagt Rechsteiner. Es gab vorwiegend enge Partien mit Siegen gegen Schaffhausen und Wetzikon sowie Niederlagen gegen Kreuzlingen, Seewen, Prättigau und Rheintal. «Jetzt freuen wir uns auf die Saison.»