EISHOCKEY: Peking im Appenzellerland

Im Sportzentrum Herisau trainiert zurzeit eine chinesische Eishockeymannschaft. Das intensive Training in der Schweiz bereitet das Team auf die kommende Saison in Russland vor.

Sara Leu
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Es wird nicht nur auf dem Eis trainiert. (Bild: PD)

Es wird nicht nur auf dem Eis trainiert. (Bild: PD)

Sara Leu

sara.leu@appenzellerzeitung.ch

In Herisau kann man zurzeit den HC Kunlun Red Star aus Peking beim Training zuschauen. Gut 30 Spieler und 60 Betreuer sind zum ersten Mal im Sportzentrum Herisau und absolvieren hier den ersten Teil ihres diesjährigen Sommercamps. Für die chinesische Mannschaftes heisst das trainieren, trainieren, trainieren. Bereits im August beginnt wieder die Kontinentale Hockey Liga (KHL). Die KHL ist die höchste Spielklasse im russischen Eishockey.

Freitagnacht sind die Hockeyspieler von Peking im Appenzellerland angekommen. Bereits am Wochenende wurde fleissig trainiert. Denn die Sommercamps gehören zu den wichtigsten Trainingseinheiten im ganzen Jahr. Das Team mit Eishockeyspieler aus Russland, Kanada, den USA und wenigen aus China müssen die Zeit in der Schweiz und nachher im zweiten Camp in Finnland nutzen. Während der Saison der KHL gibt es kaum Zeit zu trainieren, sagt Oleg Vinokurow, Medienverantwortlicher der Kunlun Red Stars. Von August bis Februar bestreitet das Team 60 Spiele in Russland. Fast jeden Tag werden sie gegen Mannschaften aus Russland, Kasachstan und anderen Teams der Liga spielen.

Trainer wollte in die Schweiz

Schon seit einigen Jahren pflege das Sportzentrum Kontakte mit Dmitri Tsygurow, sagt Isabelle Angehrn, Bereichsleiterin Marketing/Verkauf vom Sportzentrum Herisau. Der Russische Hockeyspieler wohnt im Tessin und spielte unter anderem für dem HC Ascona und HC Ambrì-Piotta, wo er heute als Sportkoordinator tätig ist. Durch Tsygurows Vermittlungen haben schon mehrere ausländische Teams in He­risau trainiert.

Da die Anlage und Ausrüstungen im Sportzentrum ihren Bedürfnissen entsprechen, haben sich die Kunlun Red Stars auf Wunsch des Trainers entschieden, den ersten Teil ihres Sommertrainings in Herisau zu absolvieren. «Wir haben von anderen Mannschaften Gutes über Herisau gehört. Und bis jetzt ist wirklich alles perfekt», so der Mediensprecher Oleg Vinokurow. Neben den vier Stunden auf dem Eis, sei das «Off-Ice-Training» genau so wichtig, sagt Oleg Vinokurow. Das Sportzentrum hat zusätzliche Spinning-Räder gemietet und in der Turnhalle aufgestellt.

Das Team logiert im Hotel Säntispark in Abtwil. Trotz Viersternhotels, Bäder- und Wellnesswelt steht aber das intensive Vorbereitungstraining für die Mannschaft im Vordergrund. Viel Zeit für Besichtigungen in der Ostschweiz hat der Eishockeyclub nicht. Hartes Training sei für die Spieler nichts Neues, sagt Vinokurow. «Für uns alle ist das der normale Alltag.»