Eishockey

Meisterschaft auf Eis gelegt: Für Erstligist SC Herisau endet die Saison nach nur fünf Spielen

Zum zweiten Mal in Serie wird die Eishockeysaison im Amateurbereich wegen der Coronapandemie abgebrochen. Dies betrifft auch den Erstligisten SC Herisau. Die Verantwortlichen des Traditionsvereins stehen vor wichtigen Gesprächen.

Mea McGhee
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Diese Saison werden keine Pucks mehr eingeworfen.

Diese Saison werden keine Pucks mehr eingeworfen.

Bild: APZ

Gerade einmal fünf Spiele haben die Erstligisten des SC Herisau diese Saison absolviert. Sie liegen seit Mitte Oktober auf dem sechsten Platz – und dort bleiben sie. Seit Mittwochabend steht der Abbruch der Meisterschaft fest. Nachdem der Bundesrat die weiteren Massnahmen gegen die Coronapandemie bekanntgegeben hat, beschlossen die Verantwortlichen der Regio League, dass ein Spielbetrieb nicht mehr möglich ist.

Im Dezember war die spätestmögliche Wiederaufnahme der Meisterschaft auf den 20. Februar terminiert worden. Aufgrund der aktuellen Massnahmen bleiben Sportanlagen jedoch bis mindestens Ende Februar geschlossen, Erwachsene dürfen zudem nicht in Gruppen trainieren. Weiterhin erlaubt sind Trainings für Nachwuchsspieler unter 16 Jahren. Auf der Verbandswebsite heisst es denn auch: «Oberste Priorität hat für die Regio League die Erhaltung dieser Trainingsmöglichkeiten für die Nachwuchsspieler. Dies ist für die Entwicklung der jungen Spieler eminent wichtig.»

Gespräche mit Sponsoren und Saisonkarteninhabern

Dario Heinrich, Präsident SC Herisau.

Dario Heinrich, Präsident SC Herisau.

Bild: PD

Trotz Meisterschaftsabbruchs gibt es für die Verantwortlichen beim SC Herisau dieser Tage viel zu tun. «Wir müssen Gespräche mit Sponsoren und Saisonkarteninhabern führen», sagt Vereinspräsident Dario Heinrich. Diese hätten sich finanziell engagiert und dürften dafür eine Leistung erwarten. Wie diese aufgrund der speziellen Situation aussehen wird, sei Gegenstand der Gespräche. Welche finanziellen Auswirkungen der Saisonabbruch letztlich haben wird, könne noch nicht abgeschätzt werden.

Dario Heinrich versteht den Schritt der Regio League, leises Bedauern ist aber spürbar:

«Wir hatten mehr Saisonabonnements verkauft als in den vorangegangenen Jahren. Es ist zu hoffen, dass die Zuschauer und Fans wieder in die Eishalle kommen und sich nicht anderweitig orientieren.»

Vertragsverlängerung als Motivation

Die erste Mannschaft war gut in die Saison gestartet. «Es passte im Team und die Qualität liess auf sportlichen Erfolg hoffen», sagt Sportchef Matthias Popp. Er ist daher froh, dass mit der Vertragsverlängerung des Trainerstaffs, bestehend aus René Stüssi und Beni Schmalbach, früh ein Zeichen gesetzt werden konnte.

Das könne auch die Spieler motivieren, ist Popp überzeugt. «Mit einer solchen Saison kann ich nicht aufhören», hätten mehrere Routiniers angedeutet, dass sie nach zwei abgebrochenen Saisons weitermachen. Der Sportchef geht davon aus, dass das Gros der Mannschaft zusammenbleibt. Zudem sieht er Potenzial bei einigen Junioren, die den Sprung ins Männereishockey schaffen könnten.

Trainings für die Kinder wichtig

Während die Aktiven sich mit Individualsport fit halten, dürfen die Spieler der Nachwuchsabteilung auf Eis trainieren. Dario Heinrich ist froh, ist dies im Herisauer Sportzentrum möglich. «Das ist nicht selbstverständlich», weiss der SCH-Präsident. Es sei aber wichtig, dass die Kinder am Ball bleiben. Er schätzt auch die Bereitschaft der Nachwuchstrainer, mehrmals pro Woche Trainings zu leiten. Dass diese von den Kindern besucht werden, sei nicht selbstverständlich, könnten doch auch Eltern das Ansteckungsrisiko als zu gross erachten. Das Schutzkonzept wurde mehrfach angepasst und vom Kanton und dem Sportzentrum bewilligt.

Teamsport

Modi werden angepasst

Im regionalen Handball und Unihockey ruht das sportliche Geschehen bis auf weiteres. Der Handballverband hat verschiedene Modi ausgearbeitete, nach denen die Meisterschaft fortgeführt werden könnte. Es ist vorgesehen, dass die Meisterschaften spätestens am 22./23. Mai enden. Im Unihockey ruht der Spielbetrieb in den unteren Ligen. Bereits abgebrochen wurde die Saison der Volleyballer.