Eishockey
Klares Cup-Aus gegen oberklassiges Chur: SC Herisau schlägt sich dennoch tapfer

Der SC Herisau scheidet nach der 1:6-Niederlage gegen den EHC Chur aus dem National Cup aus. Das klare Resultat täuscht allerdings. Die Ausserrhoder Erstligisten boten den Oberklassigen aus dem Bündnerland lange Zeit die Stirn.

David Scarano
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Wesley Haueter (ganz rechts) trifft zum 2:0 für Chur.

Wesley Haueter (ganz rechts) trifft zum 2:0 für Chur.

Bilder: DSC

Sechste Runde des neuen und noch wenig bekannten National Cups, nur knapp 100 Zuschauer im fast leeren Sportzentrum und vor allem eine 1:6-Niederlage für die Hausherren: Die Fakten der Begegnung zwischen Herisau und Chur zeichnen aus Appenzeller Sicht ein tristes Bild. Doch der Eindruck täuscht. Die Ausserrhoder Erstligisten und der Mysportligist aus dem Bündnerland boten am Mittwochabend eine durchwegs unterhaltsame Partie.

Der Sieg der Oberklassigen war verdient: Sie waren – wenig überraschend – das stärkere Team mit den talentierteren Spielern und der besseren Spielanlage. Die Fünf-Tore-Differenz nach meist fair geführten 60 Minuten wurde der Leistung des SC Herisau aber nicht gerecht. Die Ausserrhoder stemmten sich lange gegen die Niederlage und versetzen mit schnellen Gegenangriffen dem Gegner regelmässig Nadelstiche. Sie erspielten sich einige gute Torchancen.

Die Herisauer erspielten sich einige gute Torchancen, hier mit Joel Bohlhalder.

Die Herisauer erspielten sich einige gute Torchancen, hier mit Joel Bohlhalder.

Die Entscheidung fiel im letzten Abschnitt. Die Büdner erhöhten das Tempo und erzielten vier Tore in Folge. Die Herisauer wirkten nach dem guten Mitteldrittel, in dem ihnen der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang, nicht mehr so spritzig.

Zwei Teams mit Startniederlagen

Zu Beginn war die Partie ausgeglichener. Den Churern bot sich im neu geschaffenen National Cup, bei dem die Vertreter der National League (NLA) und Swiss League (NLB) nicht mehr dabei sind, die Möglichkeit, den schlechten Saisonstart zu korrigieren. Zum Auftakt der MSL-Saison hatten sie nach schwacher Vorstellung eine 0:5-Auswärtsniederlage gegen Lyss kassiert. Die Herisauer konnten entspannter in die Cup-Partie gehen. Zwar mussten sie in der Startbegegnung der 1.-Liga-Meisterschaft in Bellinzona eine 3:4-Niederlage einstecken. Gegen die Bündner waren sie aber als Unterklassige klar Aussenseiter.

Der Vertreter der Mysports League war in den ersten 20 Minuten das insgesamt etwas bessere Team. Er schoss mehr und gefährlicher aufs Tor. Er verfügte auch über den gepflegteren Spielaufbau, allerdings unterliefen ihm regelmässig Stockfehler. Das 1:0 durch Ivo Knuchel fiel in der 13. Minute im Powerplay.

Der SC Herisau zeigte eine engagierte Leistung, phasenweise war kein Klassenunterschied auszumachen. In der 18. Minute hatte er gar die Chance auf den Ausgleich. Marc Pace zog aber aus guter Position über das Tor.

Ivo Knuchel trifft zum 1:0.

Ivo Knuchel trifft zum 1:0.

Im zweiten Abschnitt mussten die Ausserrhoder zunächst unten durch. Das Tempo des Gegners überforderte sie. Die Churer nutzten die Druckperiode, um die Führung auszubauen. Wesley Haueter traf in der 23. Minute über die linke Schulter von SCH-Goalie Valentin Bauer zum 2:0.

Der SCH kämpfte sich aber in die Partie zurück. In der 27. Minute vergab er zunächst eine gute Möglichkeit, als Jan Scherle alleine vor Chur-Goalie Marvin Kortin scheiterte. Die zweite Überzahlsituation in Folge gegen Mitte des Drittels nutzte der SCH zum 1:2. Timo Koller traf in die obere rechte Ecke. Nach dem Anschlusstreffer erlebten die Gastgeber ihre beste Phase. Sie gestalteten die Partie ausgeglichen, Chur blieb allerdings gefährlich. Die Bündner trafen in der 37. Minuten den Pfosten – es war der Warnschuss vor der Schlussoffensive im letzten Drittel.

Kuriose Strafe vor dem Powerplaytor

In der 43. Minute erzielte Mauro Frehner das 3:1, Andreas John baute die Führung nur zwei Minuten später im Powerplay aus. Vorausgegangen war eine kuriose Szene. Dem Linesman fiel während des Spiels ein zweiter Puck aus der Hosentasche auf das Eisfeld. Die Herisauer machten ihn lautstark auf das doppelt vorhandene Spielgerät aufmerksam. Allerdings reagierte der Referee nicht allzu dynamisch. Der leicht enervierte Herisauer Gianni Olbrecht schoss den aktiven Puck über das Plexiglas und kassierte dafür prompt eine Strafe, die Chur nach nur 25 Sekunden zum 4:1 ausnutzte. Die letzten Treffer der Gäste erzielten Simon Scherrer (55.) und Jarno Trösch (57.)

Für den SC Herisau geht es bereits am Samstag weiter. Er trifft im ersten Heimspiel der jungen 1.-Liga-Meisterschaft auf den EHC Burgdorf. Die Berner schlugen im Auftaktspiel Argovia Stars zu Hause 4:1. Spielbeginn im Sportzentrum ist um 17.30 Uhr.

SC Herisau (1.) – EHC Chur (MSL) 1:6 (0:1, 1:1, 0:4) Hier geht es zum Telegramm.

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