EISHOCKEY: Aussenseiter belohnt sich nicht

Der SC Herisau zeigt gegen Arosa lange eine gute Leistung. Er kassiert aber in der Schlussviertelstunde drei Tore und schafft auch im Cup keinen Heimsieg.

Lukas Pfiffner
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Ivan Hausammann (94) kann vor dem Herisauer Tor befreien – später setzt sich Favorit Arosa doch noch durch. (Bild: PF)

Ivan Hausammann (94) kann vor dem Herisauer Tor befreien – später setzt sich Favorit Arosa doch noch durch. (Bild: PF)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Sechs Pucks flogen vorgestern in den ersten zwei Minuten auf das Tor von Herisaus Klingler. Nicht alle waren gefährlich, aber man fühlte sich doch ein wenig an den 25. Oktober zurückerinnert. Damals hatten die Bündner das Startdrittel des 1.-Liga-Spiels im Sportzentrum eindeutig dominiert und mit einem 4:1 nach 20 Minuten die Basis zum ungefährdeten 6:3 gelegt. Aber der EHC Arosa steht nicht in seiner besten Phase. Nach dem Sieg in Herisau hat der einstige Tabellenführer vier von fünf Spielen verloren. Und auch im Cupspiel der vierten Vorrunde wirkten die Bündner bei weitem nicht stilsicher.

Beispielcharakter hatte die 18. Minute: Der laufstarke Speranzino enteilte im Aroser Powerplay, der Stock wurde ihm auf der Mittellinie weggeschlagen. Er trieb den Puck wie ein Fussballspieler tief Richtung Aroser Tor und konnte einige Sekunden der Unterzahlphase verstreichen lassen – den zu Recht gepfiffenen Penalty brachte er aber nicht an Goalie Salis vorbei.

Personalsituation verschärft sich

Ab dem zweiten Abschnitt setzte Arosa ein paar tempomässige ­Akzente mehr als zuvor. Auch in Rückstand schienen die Gäste aber nur bedingt inspiriert. Während die Herisauer nach wie vor von Absenzen geplagt sind (neu fehlten in der Verteidigung Olbrecht und Bohlhalder), standen den Gästen vier Blöcke zur Verfügung. Dass sich Arosa durchsetzen würde, zeichnete sich während zweier Drittel nicht ab. Sein erstes Tor wurde begünstigt durch einen Stockbruch, die fliegende Auswechslung Carrels und den entsprechenden Mangel an Zuordnung. Die drei Treffer in der Schlussviertelstunde waren immerhin Ausdruck erhöhter Präsenz vor dem SCH-Tor. So gesehen, war der Sieg nicht als unverdient zu bezeichnen. In dieser finalen Phase verzeichneten die Gäste etwas mehr Coolness und Bindung nach vorne als die Herisauer. Ärgerlich aus deren Sicht: Unmittelbar vor dem «Game-Winner» durch Amstutz (57.) scheiterte Hausammann an Salis.

Lange gut eingestellter SCH

In der Meisterschaft haben die Ausserrhoder in der Saison 2017/18 noch keinen Heimsieg geschafft. Am Mittwoch waren sie im Cup diesbezüglich lange auf einem guten Weg, sie gingen zweimal in Führung. Beim 1:0 nützte Bommeli die freie Schussbahn auf linker Position (22.), beim 2:1 Pace einen perfekten Querpass Hombergers durch die Aroser Abwehrzone (33.). Den Einheimischen gelang es immer wieder, für Entlastung zu sorgen. Sie traten diszipliniert auf und waren gut eingestellt. Sie sicherten ab, wenn es nötig war; sie stiessen vor, wenn sich eine aussichtsreiche Offensivaktion andeutete. Der vorbildliche Einsatz der wenig erfahrenen dritten ­Linie trug dieser eine richtige Druckphase im letzten Drittel ein. Da begehrte Herisau gegen den Favoriten nochmals tüchtig auf. Mit den Partien gegen Bellinzona (Sonntag), in Wil (Mittwoch) und gegen Uzwil (Samstag, 2. Dezember) stehen nun Meisterschaftsaufgaben an, die für den Tabellenletzten als weit wichtiger zu bezeichnen sind als der schöne und vorgestern sehr fair abgewickelte Zusatzbewerb namens Cup.

Herisau – Arosa 2:4 (0:0, 2:1, 0:3)

Sportzentrum. – 157 Zuschauer. – Sr. Maddaloni, König/Bopp.

Tore: 22. Bommeli (Hausammann) 1:0. 28. Gruber (Pfosi, Pranger) 1:1. 33. Pace (Homberger, Bommeli) 2:1. 45. Weber (Klopfer, Ausschluss Jeitziner) 2:2. 57. Amstutz (Weber) 2:3. 60. (59:48) Haueter (ins leere Tor) 2:4.

Herisau: Klingler; Homberger, Bulach; Hausammann, M. Koller; Studerus, Bleiker; Popp, T. Koller, Speranzino; Bommeli, Pace, Jeitziner; Carrel, Brügger, Heinrich; Biefer.

Arosa: Salis; Agha, Klopfer; Carevic, Haueter; Pfosi, Steiner; Hoffmann; Cola, Roner, Bruderer; Bandiera, Amstutz, Seiler; Hostettler, Gruber, Pfranger; Webster, Weber, Holinger.

Strafen: Herisau 4-mal 2 Minuten, Arosa 5-mal 2 Minuten.

Bemerkungen: 18. Speranzino verschiesst Penalty.