EISHOCKEY: 27 Siege und 8000 Fans

Der SC Herisau muss den Titel des regionalen 2.-Liga-Meisters Prättigau überlassen. Trotz verlorener Finalserie blicken Trainer und Präsident auf eine starke Saison. Personelle Änderungen wird es geben.

Mea Mc Ghee
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Die Spieler des SC Herisau hatten diese Saison einiges zu feiern. Nach dem Aufstieg am 14. März (Bild) verpasste der Zweitligist jedoch den Titel des Regionalmeisters. (Bild: PF)

Die Spieler des SC Herisau hatten diese Saison einiges zu feiern. Nach dem Aufstieg am 14. März (Bild) verpasste der Zweitligist jedoch den Titel des Regionalmeisters. (Bild: PF)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Der Schlusspunkt: 1:2 hat der SC Herisau am Dienstag im vierten Spiel des Playoff-Finals gegen Prättigau verloren. Die Bündner entschieden die Serie mit 3:1 für sich und holten im dritten Anlauf ihren ersten Regionalmeistertitel in der 2. Liga. «Die cleverere Mannschaft hat sich durchgesetzt», analysiert Herisaus Trainer Markus Rechsteiner am Tag nach dem Saisonende. In der Tat war die Finalserie der besten zwei Mannschaften der 2.-Liga-Gruppe 2 eng: Alle vier Partien endeten mit nur einem Tor Differenz.

Der Höhepunkt:«Der Moment, als 16 Sekunden vor Spielschluss im Halbfinal gegen Rheintal der Aufstieg feststand.» – Bei der Frage nach dem emotionalsten Moment der Saison überlegt SCH-Präsident Markus Bachschmied nicht lange. Fast im selben Atemzug nennt er die verschiedenen Anlässe zum 75-Jahr-Jubiläum des Vereins. «Sie schafften Nähe, ermöglichten viele Begegnungen, auch mit Ehemaligen. Und sie trugen wohl, wie die Erfolge der ersten Mannschaft, zur guten Stimmung im Verein und im Umfeld bei», so Bachschmied. Der Vorstand, die Mannschaft und die Fans hätten diese Saison an einem Strick gezogen. Für Trainer Markus Rechsteiner waren die drei Halbfinalspiele gegen Rheintal das sportliche Highlight. «In dieser Serie hat die Mannschaft wohl ihre beste Leistung abgerufen.»

Der Rekord: Genau 8000 Zuschauer zählte der SC Herisau in seinen insgesamt 17 Heimspielen. Die 1231 Fans, die am 21. Januar dem Jubiläumsspiel beiwohnten, waren Saisonrekord. Am anderen Ende der Skala liegt das Startspiel gegen Engiadina, das Anfang Oktober nur 209 Zuschauer ins Sportzentrum lockte.

Die Serie: Herisau hat in der Meisterschaft 27 von 32 Partien gewonnen und war damit so erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr. Der verdiente Lohn: Aufstieg in die neue 1.-Liga-Classic. «Eine attraktive Liga, die viele Derbys bieten wird», findet Markus Bachschmied. Uzwil, Wil, Arosa, Frauenfeld, Pikes Oberthurgau – die Namen der Gegner deuten auf viele stimmungsvolle Partien im Sportzentrum hin. Herisaus Präsident hofft, dass Rheintal zusätzlich aufsteigt und dass Bellinzona in der Gruppe Zentralschweiz verbleibt. Der Entscheid der Liga steht aus.

Die Zukunft: Mit den Torhütern Marc Klingler und Gianni Ra- ganato wurden die Verträge verlängert, gibt Markus Bachschmied einen Tag nach der Finalniederlage bekannt. Das Gros der Mannschaft bleibe zusammen. «Wir wollen mit der Mannschaft antreten, die den Aufstieg in die 1. Liga Classic geschafft hat», sagt Bachschmied. Einige personelle Wechsel wird es aber geben: Vom Spieler zum Sportchef wird Matthias Popp. Er löst Dario Heinrich ab, der ein Studium beginnt. Routinier Pascal Rutishauser steht in der 1. Liga wohl nicht mehr zur Verfügung. Der Präsident attestiert der Aufstiegsmannschaft viel Potenzial und auch der Trainer hat einige Erwartungen: «Ziel muss es sein, mit dieser jungen Mannschaft einen Schritt vorwärts zu gehen», sagt Rechsteiner. Die Playoffs hätten aufgezeigt, woran im Sommer gearbeitet werden muss.

Der Nachwuchs: Die Nachwuchsabteilung des SCH wird neu organisiert. Nachwuchs-Obmann Andy Frischknecht gibt sein Amt ab. Seine Aufgaben sollen auf mehrere Schultern verteilt werden. Nachwuchs-Cheftrainer Reto Stirnimann verlässt den Verein. Neuer Trainer der ältesten Junioren – die Mannschaft steigt von der Elite B ab – wird Andy Ritsch, ab Mai auch Headcoach des Ligakonkurrenten EC Wil. Man wolle die Zusammenarbeit mit den Wilern im Nachwuchs weiter intensivieren, sagt Bachschmied.

Die Feiern: Die erste Mannschaft wird sich morgen Freitag zu einem Garderobengespräch treffen. Danach werden Mannschaft, Staff und die Mitglieder des Fanclubs den Aufstieg feiern. Gleichentags lädt der Vorstand zum Helferessen.