Einzigartiger Osterbrauch in Brülisau

In Brülisau sind am Karsamstag die Ostersänger unterwegs. Albert Manser, Mesmer der Pfarrei St. Sebastian, ist für den reibungslosen Ablauf des Osterbrauches verantwortlich. Er verrät, wer die Ostersänger sind.

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Albert Manser Mesmer Pfarrei St. Sebastian Brülisau (Bild: pd)

Albert Manser Mesmer Pfarrei St. Sebastian Brülisau (Bild: pd)

In Brülisau sind am Karsamstag die Ostersänger unterwegs. Albert Manser, Mesmer der Pfarrei St. Sebastian, ist für den reibungslosen Ablauf des Osterbrauches verantwortlich. Er verrät, wer die Ostersänger sind.

Albert Manser, worum handelt es sich beim Brauch des Ostersingens?

Der Osterbrauch wird in Brülisau seit über 100 Jahren gepflegt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es auch in Appenzell Ostersänger, heute sind sie nur noch in Brülisau unterwegs. Die Ministranten ziehen – als Ostersänger verkleidet – von Haus zu Haus. Sie singen und verkaufen Karfreitagseier.

Was hat es mit diesen Eiern auf sich?

Man sagt, dass Eier, die am Karfreitag gelegt werden, nicht verderben. Die Eier, welche die Ostersänger auf den Höfen geschenkt erhalten, verkaufen sie an Einwohner, die keine Hühner haben. Der Erlös aus dem Eierverkauf ist der Lohn für den Altardienst, den die Ministranten während des Jahres leisten.

Und welche Lieder werden gesungen ?

Zur Melodie von «I ghöre es Glöggli» singen die Ostersänger einen speziellen Text, den in Brülisau praktisch jedes Kind kennt. Sie erbitten unter anderem den Segen für Haus und Hof.

Es gibt die «Brölisauer» und die «Schwarzenegger».

Ja, die eine Gruppe zieht im Dorf von Haus zu Haus, die andere ist in den ländlicheren Gebieten Ober- und Unterschwarzenegg unterwegs. (mc)