Einweihung Kläranlage Unterwasser

Vor 100 Jahren 4. Oktober: Wattwil. Die Zustände im Rickentunnel. Anlässlich der Beratung des bundesrätlichen Geschäftsberichtes pro 1915 im Ständerat bemerkte Herr Bundesrat Forrer: Im Rickentunnel können die ausströmenden Gase nicht völlig abgeführt werden.

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Vor 100 Jahren 4. Oktober: Wattwil. Die Zustände im Rickentunnel. Anlässlich der Beratung des bundesrätlichen Geschäftsberichtes pro 1915 im Ständerat bemerkte Herr Bundesrat Forrer: Im Rickentunnel können die ausströmenden Gase nicht völlig abgeführt werden. Die Behörden haben der Sache alle Aufmerksamkeit geschenkt. Der sprechende hat darüber eine Expertise angeordnet und damit eine bekannte Autorität, Prof. Zangger in Zürich, betraut. Zangger ist in voller Arbeit begriffen und hat eine Reihe von vorläufigen Massnahmen vorgeschlagen (Registrierapparate, Untersuchung der Gasmengen und der Flamme, vorläufige Schutzmassnahmen für die Arbeiter). Zugleich werden Vorschläge für eine allgemeine Abhilfe studiert. Wir hoffen, dass sie vor der Einführung des elektrischen Betriebes erreicht werden kann. Vor 50 Jahren 5. Oktober: Unterwasser. «Sauberes Obertoggenburg», diese von Hch. Güttinger, Präsident der Abwasserkorporation Unterwasser, gesprochenen Worte haben ihre volle Berechtigung, denn mit der Inbetriebnahme der Kläranlage Unterwasser hat uns die oberste Region unseres Tales gezeigt, dass die Zeit gekommen ist, da der Gewässerverschmutzung der endgültige Kampf angesagt werden muss. Die Leistung der Obertoggenburger ist erst recht zu würdigen, wenn man weiss, dass diese Anlage in Unterwasser auf Korporationsbasis geschaffen wurde. Die Mitglieder hatten überaus grosse finanzielle Opfer zu bringen, aber dafür konnte man ein Gebiet einbeziehen, das nicht durch die Grenzen der politischen Gemeinden begrenzt werden musste. Angeschlossen sind der Raum Unterwasser der politischen Gemeinde Alt St. Johann sowie ein Teil des unteren Wildhaus bis zum SAK-Haus im sogenannten «Lisighaus». Zahlreiche Gäste und Pressevertreter wurden vom Präsidenten begrüsst, unter ihnen Regierungsrat Edwin Koller, Ing. Alfred Jost, Präsident des Verbandes Schweiz. Abwasserfachleute, Dr. H. Vogel, Sekretär der Schweiz. Vereinigung für Gewässerschutz, sowie weitere namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens.

Vor 20 Jahren 2. Oktober: Bächli-Hemberg. Mit Unterstützung der Polizei, die Absperrungen vornahm und den Verkehr regelte, fuhren vier überdimensionale Camions von Bächli nach Zürich. Beladen waren sie mit je einer sanitären Raumzelle, welche die Firma Heinz Keller im Auftrag der Epilepsieklinik Zürich angefertigt hatte. Im Zusammenhang mit Umbauarbeiten der Akutabteilung dieser Klinik werden Patienten vorübergehend in einem anderen Spital untergebracht, in dem es aber an den nötigen Sanitärräumen fehlt. Aufgrund ihrer Flexibilität bei Einzelanfertigungen erhielt die Firma Keller den Auftrag, vier Raumzellen in Holzbauweise herzustellen und mit allen notwendigen sanitären Installationen zu versehen. Der ursprüngliche Gedanke, Standardcontainer auf die vorgegebenen Masse umzubauen, wäre teurer geworden als die Raumzellen von Heinz Keller und wurde deshalb aus Kostengründen verworfen. Je zwei der Sanitärzellen werden am Bestimmungsort in Zürich mit einem Kran übereinander gestellt und aussen an das Spital montiert. Mit Wanddurchbrüchen wird anschliessend ein Zugang von der Innenseite der Klinik geschaffen, so dass die Sanitärräume binnen kurzem benutzt werden können.

Vor 10 Jahren 4. Oktober: Wattwil. Die Art der Bachverbauungen und des Hochwasserschutzes stossen in Wattwil nicht nur auf Verständnis. Bäche kosten Anstösser ein Vermögen: Im Bereich der Wisbachbaustelle auf der Hauptstelle zwischen Wattwil und Ulisbach sind die Unternehmer Norbert Looser, Thomas Rothenfluh und Ernst Hedinger besonders betroffen. Wer nicht Anstösser ist, weiss nicht, was fliessendes Wasser heissen kann. Die Betroffenen bemängeln, dass nur publiziert wird, was der Bund und der Kanton mit Steuereinnahmen berappen, aber nie, was es für die Anstösser bedeutet. «Man muss jedem Liegenschaftskäufer mit auf den Weg geben, dass er abklärt, ob in der Nähe eine Leitung vergraben ist, die als Bach taxiert werden könnte. Wenn es so ist, muss von einem Kauf abgeraten werden. Zudem darf kein Bach in der Nähe fliessen, welcher das Grundstück überfluten könnte», geben die Wattwiler Unternehmer mit einschlägiger Erfahrung als Empfehlung weiter.