Einsteigen oder sogar umsteigen

Der neue Fahrplan, der im Dezember in Kraft tritt, bringt für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs viele Änderungen mit sich. Der Stundentakt wird fast überall erreicht, zum Teil sind Dörfer sogar halbstündlich erreichbar. Motivation genug, um übers Umsteigen auf den ÖV nachzudenken.

Beatrice Bollhalder
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Ein Postauto mit dem Ziel Libingen wird ab 15. Dezember jeweils stündlich – nicht wie bisher nur alle zwei Stunden – das Dorf Mosnang passieren. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Ein Postauto mit dem Ziel Libingen wird ab 15. Dezember jeweils stündlich – nicht wie bisher nur alle zwei Stunden – das Dorf Mosnang passieren. (Bild: Beatrice Bollhalder)

TOGGENBURG. Wer heute an einem Werktag mit dem Zug in Bütschwil ankommt und in Libingen einen Besuch machen möchte, muss einen der neun Postautokurse erwischen. An einem Sonntag sind es gar nur deren sechs Möglichkeiten, das Bergdorf ohne eigenes Fahrzeug zu erreichen. Nach dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember dieses Jahres sind es am Wochenende zwei Kurse mehr. Mit 15 Kursen, also jede Stunde einmal, kann Libingen von Montag bis Freitag von Dezember an erreicht werden. Musste bisher der Fahrplan von den Einheimischen, aber auch von den Besuchern genau studiert werden, wird in Zukunft eine luxuriöse, einfach zu merkende Verbindung angeboten. Im selben Stil wird auch der öffentliche Verkehr von und nach Mühlrüti ausgebaut. Da die beiden Postautos nach Libingen und Mühlrüti aber nicht zur selben Zeit ab Bütschwil starten, sondern zeitversetzt, entsteht zwischen Bütschwil und Mosnang dadurch ein Halbstundentakt. Am Wochenende werden die beiden Linien im Zweistundentakt betrieben, was zwischen Bütschwil und Mosnang immer noch den Stundentakt ergibt. Abends wird die Strecke zwischen Bütschwil und Mosnang bis 23 Uhr noch im Stundentakt bedient.

Zum Skifahren einsteigen

Der Fahrplanwechsel bringt aber auch massive Verbesserungen für Reisen ins obere Toggenburg und damit zu den Skipisten und Wandermöglichkeiten. Die S9 zwischen Wil und Wattwil verkehrt im Halbstundentakt. Richtung Nesslau–Wildhaus muss in Wattwil aber umgestiegen werden. Es besteht halbstündlich ein Anschluss, entweder an die S8 bis Nesslau oder an die neuen Direktbusse, die zwischen Wattwil und Wildhaus im Einsatz stehen. Mit dem Umsteigen in Wattwil auf den Direktbus ins Obertoggenburg ist die Verbindung Wil–Wildhaus auch weiterhin mit einmal Umsteigen möglich.

Das neue Fahrplankonzept bringt auf der Strecke Wattwil– Wildhaus von 5.30 bis 20.30 Uhr den Halbstundentakt. Die Linie endet zukünftig in Wildhaus. Zusammen mit der Linie 795, die von Alt St. Johann bis Buchs in der gleichen Zeitspanne den Halbstundentakt unterhält, wird zwischen Alt St. Johann und Wildhaus zwischen 6 und 19.30 Uhr sogar der Viertelstundentakt erreicht. Taktlücken sind weiterhin bei der Reise auf die Schwägalp zu beachten.

Schneller nach Luzern

Die Nutzer des öffentlichen Verkehrs können aber auch bei Reisen in die Zentralschweiz auf bessere Verbindungen zählen. Der Voralpen-Express zwischen St. Gallen und Luzern wird nämlich beschleunigt, verkehrt aber neu nur noch bis und ab St. Gallen. Der Halt in Degersheim entfällt zukünftig. Die neue S8 stellt aber auch in Zukunft den Halbstundentakt für die Strecke von Degersheim nach St. Gallen oder Wattwil sicher. Dabei stellt sie in Wattwil den Anschluss an den Voralpen-Express Richtung Zentralschweiz sicher und ermöglicht eine neue Direktverbindung nach Nesslau.

Die beiden Linien zwischen Brunnadern und Krinau werden betrieblich durchgebunden und jeweils über den Bahnhof Lichtensteig geführt. Die Fahrplanzeiten ändern sich dadurch. Es bestehen zukünftig gute Zugsanschlüsse ab Brunnadern Richtung St. Gallen. In Dietfurt sind die Zuganschlüsse Richtung Wil und Wattwil und in Lichtensteig Richtung Wattwil gewährleistet.

Linie am Wochenende gestrichen

Die Linie 767 führt neu ab Ganterschwil via Lütisburg und Rindal und Magdenau nach Flawil. Sechs Verbindungen in jeder Richtung stellen in Flawil schlanke Zugsanschlüsse von oder nach St. Gallen her. Am Wochenende wird die Bedienung mangels Nachfrage allerdings aufgehoben. Die Linie Bütschwil–Ganterschwil–Lütisburg wird zum durchgehenden Halbstundentakt bis 20.30 Uhr ausgebaut. Abends und am Wochenende besteht ein Stundentakt.

Die Kurse des Abendangebotes auf der Linie Herisau–Schwellbrunn–St. Peterzell– Hemberg–Wattwil werden ab St. Peterzell via Bächli–Hemberg nach Wattwil durchgebunden. In Herisau bestehen gute Anschlüsse von der S4. Die Reisezeiten aus Richtung Wattwil nach St. Peterzell werden dadurch am Abend um eine halbe Stunde reduziert. Der Stundentakt wird auch auf der Strecke Brunnadern–Schönengrund–Waldstatt–Herisau zwischen 5.30 und 18.30 Uhr angeboten. Zudem wird die Betriebszeit am Wochenende um eine Stunde bis 20.10 Uhr ab Brunnadern verlängert.