Einsprache blockiert Sanierung

HEIDEN. Am Wochenende ist an der Badstrasse in Heiden bereits zum sechsten Mal eine Wasserleitung gebrochen. Die längst geplante Sanierung der Strasse verzögert sich, weil ein Anwohner die Einführung der Temp-30-Zone bekämpft.

Jesko Calderara
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An der Badstrasse in Heiden sind in den vergangenen Jahren mehrmals Wasserleitungen gebrochen. (Bild: pd)

An der Badstrasse in Heiden sind in den vergangenen Jahren mehrmals Wasserleitungen gebrochen. (Bild: pd)

An der Badstrasse in Heiden ist am Sonntagmorgen eine Trinkwasserleitung gebrochen. Weil der Schaden schnellstens behoben werden konnte, blieb er ohne grosse Folgen. «Die Leitungen sind über 100jährig», sagt Wasserwart Paul Niederer. Deshalb müssten sie dringend saniert werden. So ist der sonntägliche Vorfall in den letzten fünf Jahren bereits der sechste dieser Art.

Kein Alleingang geplant

Seit längerem ist geplant, die Badstrasse umfassend zu sanieren. Ihr Projekt wäre eigentlich bewilligt, sagt Paul Niederer. «Leider ist aber das Gesamtvorhaben aufgrund von Einsprachen blockiert.» Ein Alleingang des Wasserwerks Heiden mache allerdings keinen Sinn. Zumal die Kanalisation ebenfalls saniert werden müsse, sagt Niederer. So soll die bestehende Mischwasserkanalisation gemäss GEP (Generelles Entwässerungs-Projekt) in ein Trennsystem überführt werden. 2007 hat die Gemeinde die Quartierstrasse aus dem Kantonsstrassennetz übernommen. Sie erhielt zudem zur Erneuerung der Badstrasse 627 000 Franken als Beitrag vom Kanton. In der Investitionsplanung sind 1,4 Millionen Franken für die Sanierung der Strasse und jener der Kanalisation vorgesehen.

Einsprache erhoben

Das Projekt wurde bis heute noch nicht realisiert. Vorgesehen ist, dass die Anstösser einige Quadratmeter Land abtreten. «Der Boden wird für Bereinigungen im Bereich der Randsteine oder Vorplätze benötigt», sagt Gemeindepräsident Norbert Näf. Die Verhandlungen mit den Eigentümern hätten abgeschlossen werden können. Allerdings enthielten einzelne Verträge eine Klausel, sagt Näf. «Sie sind nur dann gültig, wenn an der Badstrasse künftig Tempo 30 gilt.» Dies sei auch im Sinne des Gemeinderates. Dagegen hat ein Anwohner Einsprache erhoben. Mit einem Gutachten müssten die Behörden nun nachweisen, dass die Temporeduktion notwendig ist, sagt der Gemeindepräsident. «Der Prozess nimmt leider viel Zeit in Anspruch.»