Einmaligkeit, Klang – aber kaum Profit

SPEERSPITZ Der Vorhang ist gefallen, bevor er offen war: Der Kantonsrat will nicht 19 Millionen Franken ausgeben für das Klanghaus am Schwendisee. Zu teuer sei das Projekt. Enttäuschung und Wut kamen auf.

Sabine Schmid
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Sabine Schmid 18.12.2013 Bild: Urs Jaudas (Bild: Sabine Schmid)

Sabine Schmid 18.12.2013 Bild: Urs Jaudas (Bild: Sabine Schmid)

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Der Vorhang ist gefallen, bevor er offen war: Der Kantonsrat will nicht 19 Millionen Franken ausgeben für das Klanghaus am Schwendisee. Zu teuer sei das Projekt. Enttäuschung und Wut kamen auf. Nachdem die ersten Wolken verraucht sind, ist für die Initianten und Befürworter klar: Man muss nach vorne schauen und weitermachen. Fragt sich nur wie. Klar, für das Toggenburg muss es etwas Einmaliges sein. Ein Turm? Nein, das kann nicht die Lösung sein. Mit dieser Idee waren die Valser schneller. Ein Museum? Nein, auch nicht. Im Toggenburg gibt es bereits mehrere Museen, die die heimische Kultur gut repräsentieren. Oder sonst etwas ausstellen? Gemälde? Ich glaube nicht, dass Sennenstreifen ein ebenso grosses Publikum anziehen wie Bilder von Ferdinand Hodler oder Albert Anker. Ein Glanzlicht der Architektur? Das gibt es seit dem Sommer bereits auf dem Chäserrugg. Neue und mehr Gäste würde ein zweites Gebäude kaum bringen. Architekturfans würden einfach noch einen weiteren Bau besichtigen.

Aber halt! Nebst der Einmaligkeit kommen zwei weitere «Must-haves» dazu: Das Projekt muss sich in die Klangwelt Toggenburg einfügen und es soll einen finanziellen Nutzen haben. Die erste Bedingung lässt sich mit einiger Kreativität erfüllen. Wie wäre es mit einem Karussell, das spielt wie eine Drehorgel? Sollten feinere Töne bevorzugt sein, könnte man ein Riesenrad realisieren, dessen Stäbe durch sanfte Schwingungen anfangen zu klingen. Oder ein Labyrinth mit verschieden grossen Glocken? Diese Ideen wären gewiss günstiger zu realisieren als das geplante Klanghaus. Aber ob sie ebenso nachhaltig sind und dieselbe Wertschöpfung erzielen? Ich glaube übrigens nicht, dass diese 19 Millionen wirklich gespart werden. Wenn sie nicht in den Bau des Klanghauses fliessen, dann halt auf ein anderes Konto. Das des Finanzausgleichs?

@toggenburgmedien.ch

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