Einmal im Monat Gottesdienst feiern

KRINAU. Ein Informations- und Diskussionsabend über das künftige kirchliche Leben in Krinau führt zu lebhaften Gesprächen. Der Vorschlag, die heute der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Krinau gehörenden Liegenschaften in eine Stiftung einzubringen, stösst auf Vorbehalte.

Martin Knoepfel
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Die Kirche Krinau soll an die Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg gehen. Das Pfarrhaus (rechts) soll in eine Stiftung eingebracht oder dem Verein «Krinau aktiv» übergeben werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Kirche Krinau soll an die Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg gehen. Das Pfarrhaus (rechts) soll in eine Stiftung eingebracht oder dem Verein «Krinau aktiv» übergeben werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Kirchenvorsteherschaft von Krinau lädt zum Informations- und Diskussionsabend ins «Rössli». Thema ist das kirchliche Leben nach der Fusion mit der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg (siehe Zusatztext). Die Kivo möchte die Meinung der Menschen im Hinblick auf die nächsten Sitzungen mit der Kivo der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg erfahren. Das sagt Anna-Barbara Wickli, Präsidentin der Kivo Krinau. Zwischen den beiden Gremien gibt es regelmässig Sitzungen im Hinblick auf die Fusion. Rund 25 Personen kommen am Montagabend und debattieren lebhaft, wobei die Gespräche nach dem offiziellen Ende um 22 Uhr noch weiter gehen. Zuvor haben sich die Besucherinnen und Besucher in vier Gruppen mit den verschiedensten Themen befasst.

Gottesdienste interessieren

Das Thema Gottesdienste ab 2016 stösst auf das grösste Interesse. Zwei – fast ausschliesslich weibliche – Gruppen machen sich Gedanken über die Zukunft der Sonntagsschule und die Vertretung des Dorfes in der Kivo der neuen Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg. Für die Zukunft der heute der Kirchgemeinde Krinau gehörenden Liegenschaften interessieren sich fast nur Männer.

Moderatoren sind die Kivo-Mitglieder Anna-Barbara Wickli, Vreni Grob und Bettina Müller sowie Pfarrer Hans Jörg Fehle. Er weist darauf hin, dass der Montag Laurenzentag ist und dass die Kirche Krinau am Laurenzentag 1724 erstmals für Gottesdienste genutzt worden ist. Eingangs zitiert er Martin Luther, der sagt, nicht die heute lebenden Menschen erhielten die Kirche, auch nicht deren Vorfahren oder Kinder, sondern der, der sagt: «Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt.»

Für Konfirmation in Krinau

In der Gruppe, die sich mit der künftigen Gestaltung der Sonntagsschule befasst, ist die Meinung einhellig: Die Sonntagsschule soll nicht an Werktagen nach der Schule, sondern nahe am Sonntag stattfinden. Entgegen der Bezeichnung sei die Sonntagsschule ja vor allem eine Einführung ins Feiern. Krinau solle sich nach Ansicht der Gruppe auch dafür wehren, dass Jugendliche im Dorf konfirmiert werden könnten, wenn sie das wünschten, sagt Hans Jörg Fehle. Man solle die Vorschläge noch mit dem Sonntagsschulteam und den Eltern besprechen.

Die Planung geht von einem Gottesdienst im Monat in Krinau aus. Dazu kommen der ökumenische Grueben-Gottesdienst und der gemeinsam mit Libingen durchgeführte Alpgottesdienst, als regionale Anlässe. Die Gruppe rege an, auch den Auffahrtsgottesdienst als regional zu bezeichnen, sagt Vreni Grob. Das gebe für Krinau einen Gottesdienst mehr, und an Auffahrt kämen immer viele Gläubige aus Lichtensteig. An Ostern könne man von Jahr zu Jahr abwechselnd am Karfreitag oder am Ostersonntag Gottesdienst in Krinau feiern. Bei den Weihnachtsgottesdiensten würden die Ideen der Kivo – Christnachtfeier am 24. Dezember und Weihnachtsgottesdienst am 25. Dezember in Krinau – bejaht, sagt Vreni Grob. Zu prüfen seien auch Treffen in der Kirche, bei denen man etwa Lieder singe.

Eine Besucherin regt an, den Erntedankgottesdienst auf den September vorzuverlegen, da das ein üppiger Monat sei. Eine andere Teilnehmerin wünscht wenigstens einen Abendgottesdienst im Monat im Dorf. Hans Jörg Fehle sagt, dass die Abendgottesdienste von der Kivo gestaltet werden und ohne Pfarrer auskommen.

Chance für Doppelvertretung

Der Kirchenrat habe auf die Kivo mehrmals Druck ausgeübt, damit die Kirchgemeinde Krinau das Pfarrhaus verkaufe, sagt An-na-Barbara Wickli. Die Kivo wolle aber die heute für öffentliche Anlässe genutzten Räume dem Dorf erhalten. Der Kirchenrat akzeptiert gemäss Anna-Barbara Wickli die Gründung einer Stiftung, die die Immobilien erhält. Die Gruppe Liegenschaften finde jedoch, dass die Kirche Krinau ins Eigentum der neuem Kirchgemeinde übergehen solle. Beim übrigen Kirchengut (Pfarrhaus, Wald) sei zu prüfen, dieses dem Verein «Krinau aktiv» zu übertragen, da ein Verein demokratischer sei als eine Stiftung.

Die Kivo hat sich vom Abend Vorschläge erhofft, wen man als Krinauer Vertreter in der Kivo der neuen Kirchgemeinde anfragen könne. Die Diskussion in der Gruppe habe ergeben, dass mehr Informationen, etwa über die Zahl der Sitzungen oder das Sitzungsgeld, gewünscht würden, sagt Bettina Müller. Die Mitarbeit in der Kivo bringe einem persönlich viel. Für die Kivo der neuen Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg würden noch zwei Personen gesucht, ein Präsident und ein Verantwortlicher für die Finanzen, sagt Bettina Müller.