Einfamilienhäuser hier unerwünscht

Der Gemeinderat von Ebnat-Kappel befürwortet den Verkauf von 32 Aren Land im Howart an eine Schwyzer Firma. Auf dem Land sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Ebnat-Kappel müsse in Zukunft verdichtet bauen und gegen innen wachsen, sagt der Gemeinderat.

Martin Knoepfel
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Das Grundstück unterhalb des Howartrains soll nach dem Willen des Gemeinderats verkauft werden. Das blaue Haus ist der Kindergarten Howart. (Bild: Martin Knoepfel)

Das Grundstück unterhalb des Howartrains soll nach dem Willen des Gemeinderats verkauft werden. Das blaue Haus ist der Kindergarten Howart. (Bild: Martin Knoepfel)

EBNAT-KAPPEL. Gemeindepräsident Christian Spoerlé und drei Gemeinderäte – also die Mehrheit der Exekutive – waren an der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag im Gemeindehaus anwesend. Damit wollten sie zweifellos die Bedeutung des Geschäfts unterstreichen.

Am 8. März stimmen die Ebnater und Kappeler an der Urne über den Landverkauf Howart ab. Das Grundstück 3292, das der Gemeinderat an die ARS Immobilien AG aus Wollerau SZ verkaufen will, liegt westlich der Bachstrasse und bergseits angrenzend ans Grundstück des Kindergartens Howart.

Referendum kam zustande

Gegen den Landverkauf wurde das Referendum ergriffen. Es kam mit 562 gültigen Unterschriften zustande. Nötig wären 200 Unterschriften. Die hohe Zahl bereitet dem Gemeindepräsidenten offenkundig Sorgen.

Das betreffende Grundstück liegt in den Wohnzonen W2 und W3 und misst 3270 Quadratmeter. Bei einem Preis von 260 Franken pro Quadratmeter fliessen der Gemeinde bei einem Verkauf 851 240 Franken zu. Gemeindepräsident Christian Spoerlé nannte das einen sehr guten Preis für Ebnat-Kappel und für diese Lage. Der Preis schliesse eine Spekulation aus.

«Baulücken schliessen»

Das Siedlungsgebiet von Ebnat-Kappel könne nicht mehr erweitert werden. Die räumliche Entwicklung müsse in Zukunft in den bestehenden Strukturen und durch Schliessung von Baulücken erfolgen, sagte der Gemeindepräsident. Das Grundstück am Howartrain bilde eine solche Baulücke.

Man könne nicht mehr jede Parzelle mit Einfamilienhäusern überbauen. Vielmehr gelte es, bestehende Strukturen zu opfern und mehr in die Höhe zu bauen. Auch das revidierte, vom Volk angenommene Raumplanungsgesetz fordere das. Der Kanton befürworte ebenfalls den Bau von Mehrfamilienhäusern an dieser Stelle.

Nicht gelten liess Christian Spoerlé das Argument, dass das Areal am Howartrain von Einfamilienhäusern umgeben sei. Die Erschliessungsstrasse trenne das Grundstück von den Einfamilienhäusern. Talseits stünden zudem Mehrfamilienhäuser. 1998 sei in einer Studie von Mehrfamilienhäusern an dieser Lage die Rede gewesen. Bei Bauland in Gemeindebesitz müsse der Gemeinderat den Volkswillen, verdichtet zu bauen, achten.

Der Gemeinderat sei immer der Ansicht gewesen, dass dieses Land einmal verkauft werden sollte. Er habe aber nicht aktiv einen Käufer gesucht. Die ARS Immobilien seien auf die Gemeinde zugegangen und hätten ihr Interesse am Kauf dieses Grundstücks erklärt, sagte der Gemeindepräsident. Bei einem Nein zum Landverkauf muss die Gemeinde der ARS Immobilien AG keinen Schadenersatz bezahlen. Das bestätigte der Gemeindepräsident auf eine Frage dieser Zeitung.

Eine Gemeinde sei für Zuzüger mit guten Einkommen attraktiv, wenn sie gute Arbeitsplätze, attraktive Wohnungen und gute Einkaufsmöglichkeiten anbieten könne, sagte Christian Spoerlé. Ebnat-Kappel habe in den letzten zehn Jahren ein kleines aber stetiges Wachstum der Einwohnerzahl verzeichnet. Die Abstimmung am 8. März sei für Ebnat-Kappel sehr wichtig, sagte der Gemeindepräsident und fragte rhetorisch, ob sich die Gemeinde entwickeln solle oder ob sie im heutigen Zustand verharren und zusehen solle, wie sich die Nachbarorte entwickelten.

Nein zu Landverkäufen?

Schulratspräsident Pierre Joseph sagte, dass Ebnat-Kappel grosse Ausgaben plane, etwa für die Renovation von Schulanlagen und des Alters- und Pflegeheims. Da könne man nicht alles Land im Gemeindebesitz horten. In der Botschaft nennt der Gemeinderat auch den Kunstrasen auf dem Sportplatz Gill als Investitionsvorhaben, für das Geld zurückgelegt werden müsse.

Ein Nein des Volks am 8. März würde Christian Spoerlé als Nein zu Landverkäufen interpretieren. Der Gemeinderat werde dann nicht von sich aus aktiv werden, sondern warten, bis die Bürger die Zeit als reif für Mehrfamilienhäuser an dieser Lage erachteten. Den Verkauf des Landes für den Bau von Einfamilienhäusern erachte der Gemeinderat als inkonsequent, sagte der Gemeindepräsident.

Geschäftsführer und einziger Verwaltungsrat der Firma ARS Immobilien ist Armin Schmid aus Ulisbach. Die Firma baute in Ebnat-Kappel an der Badistrasse Eigentumswohnungen.

Informationsabend der Gemeinde zum Landverkauf Howart: Mittwoch, 11. Februar, 20 Uhr, Aula Wier.

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