Einen Tag lang Zeitung machen

HERISAU. Neun rasende Reporter haben im Rahmen des Ferienpasses die Redaktion der Appenzeller Zeitung besucht. Einen Beitrag planen, Fragen stellen, Fotos machen und damit eine Geschichte erzählen: Nach einem Tag war sie bereit, die erste Ausgabe des Magazins «Gwunderfitz».

Ruth Frischknecht
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Von der Idee zum Text und schliesslich zur ersten Ausgabe des Magazins «Gwunderfitz». Das war das Ziel von neun Nachwuchsjournalisten, die während des Ferienpasses einen Kurs bei der Appenzeller Zeitung besuchten. Roger Fuchs leitete den Tag zusammen mit Ruth Frischknecht. «Wir nennen das Magazin <Gwunderfitz>, weil man als Journalist neugierig sein muss. Ein Gwunderfitz eben», so Fuchs zu den Jugendlichen. Und schon konnten die rasenden Reporter ihre Neugier unter Beweis stellen.

Fremde Person ausgefragt

Um die erste Ausgabe des «Gwunderfitz» herausbringen zu können, interviewten die Kinder Irene Graf von der Bäckerei Abderhalden und Daniela Bachschmied vom Caffè Fiore. «So viel über eine fremde Person zu erfahren, hat mir gefallen», sagte Melanie Oberholzer aus Gais.

Bevor es hinaus zu den Leuten ging, bereiteten die Kinder verschiedene Fragen vor, überlegten sich, welche Informationen sie sammeln wollten und machten sich Gedanken zur Bebilderung. «Es ist wichtig, den Artikel im Vorfeld genau zu planen, vor Ort aber auch offene Ohren für Zusatzfragen zu haben», sagte Roger Fuchs. «Weshalb haben Sie das Caffè eröffnet?» «Was haben sie gemacht, bevor sie im Caffè gearbeitet haben?» «Was geschieht abends mit dem restlichen Brot?» «Weshalb sind Sie Bäckerin geworden?», lauteten einige der brennenden Fragen. Während der Interviews machten die rasenden Reporter eifrig Notizen. Trotz der Konzentration und der Anstrengung schien es Spass gemacht zu haben. «Man musste kreativ sein, um das Interview zu führen. Das mag ich», sagte Patrizia Giger aus Hundwil.

Nach dem Gespräch setzten die Nachwuchsjournalisten ihre Protagonisten in Szene. «Das Bild ist genauso wichtig wie der Text», so Roger Fuchs.

Eine Geschichte inszenieren

Vier junge Journalisten inszenieren parallel dazu eine Foto-Story. Sie handelte von Verbrechen, Gewalt und der Justiz. Auch sie planten die Geschichte und machten sich über den Ablauf der Story Gedanken. Die Jugendlichen waren mit viel Elan bei der Sache. «Eine Geschichte fast nur in Bildern zu erzählen und die Fotos selber zu machen, fand ich toll», fasste Lucas Bürge aus Weissbad zusammen.

Kaum war alles Material beisammen, wurden die rasenden Reporter zu Schreibern und Layoutern: Seite komponieren, Bilder auswählen und an Sätzen feilen, lauteten die Vorgaben. Bevor die erste Ausgabe des «Gwunderfitz» in den Druck ging, fand eine letzte Redaktionskonferenz statt. Gegenseitig wurden die Texte geprüft. Nach einer halben Stunde der grosse Moment: Der druckfertige «Gwunderfitz» war da.