Eine weiche Matte für die Bösen

SCHWÄGALP. Rund 70 Kubikmeter Sägemehl braucht es, dass die kräftigen Kerle am Schwägalpschwinget sanft fallen. Ein weicher Holzteppich soll die Schwinger vor Verletzungen schützen. Den Rohstoff liefert eine Sägerei aus Gossau.

Michael Genova
Drucken
Teilen
Drei Wagenladungen Sägemehl benötigen die Organisatoren des Schwägalpschwingets zur Erstellung der drei Ringe. (Bilder: Michael Genova)

Drei Wagenladungen Sägemehl benötigen die Organisatoren des Schwägalpschwingets zur Erstellung der drei Ringe. (Bilder: Michael Genova)

Es duftet nach frischem Holz auf der Schwägalp. Gerade hat ein Traktor mit Anhänger die dritte Ladung Sägemehl auf die Alpweide gekippt. Insgesamt 70 Kubikmeter des Holzmehls werden benötigt, um die Schwingarena mit einem weichen Teppich zu überziehen. Helfer werden nun mit Schaufeln und Rechen drei gleich grosse Ringe von jeweils 12 Metern Durchmesser formen. Am Ende wird die Sägemehlschicht noch 20 Zentimeter messen. Sie soll die Schwinger vor Verletzungen schützen.

Köbi Freund hilft mit

Es ist Montagnachmittag und die Vorbereitungen für den Schwägalpschwinget am kommenden Sonntag laufen nach Plan. OK-Präsident Niklaus Hörler überwacht die Arbeiten. Er habe genügend Zeitreserven eingeplant. «Hier auf 1300 Metern über dem Meer kann immer ein Gewitter aufziehen.» Dann müssen die Arbeiten ruhen. Zurzeit wird nichts dem Zufall überlassen. Ein Helfer stutzt mit der Motorsense das Gras, bevor Tribüne und Bänke aufgestellt werden. Und der ehemalige SVP-Nationalrat Köbi Freund ist damit beschäftigt, Holzschnitzel mit einem Rechen zu verteilen. Seit Jahren ist er als Helfer während der Aufbauarbeiten im Einsatz und mit ihm rund 900 weitere Freiwillige.

Sägemehl aus Gossau

Das Sägemehl für den Schwägalpschwinget kommt von der Lehmann Holzwerk AG aus Gossau. Die drittgrösste Sägerei der Schweiz verarbeitet 115 000 Festmeter Holz pro Jahr. Sie bezieht ihr Holz aus Wäldern der Region. Nach der Lagerung werden die Baumstämme im Sägewerk zu Brettern geschnitten. Zwischen 10 bis 15 Prozent des Rohstoffs wird zu Sägemehl: 80 000 Kubikmeter pro Jahr. Per Förderband gelangt das Mehl in drei grosse Silos, wo es eingelagert wird. Den grössten Teil des Sägemehls und der Hobelspäne verarbeitet das Unternehmen zu sogenannten Pellets, welche als Brennstoff verkauft werden. Ein Teil des Restholzes wird im eigenen Kraftwerk verbrannt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf. «Wir verarbeiten alles, was an Rohstoffen anfällt», sagt Raphael Imhof, Marketingleiter der Lehmann Holzwerk AG. Das Unternehmen ist einer der Hauptsponsoren am Schwägalpschwinget. Das ist kein Zufall: Der Beruf des Zimmermanns sei eng mit dem Schwingsport verbunden, sagt Imhof. Auch Geschäftsleiter Richard Jussel war früher ein aktiver Schwinger. Auf der Schwägalp gehen die Vorbereitungen weiter. Bis heute Abend soll die Arena fertig sein, und die vier Festzelte müssen stehen. Zum erstenmal aufgebaut werden drei neue Stuhltribünen. Sie ersetzen die alten Tribünen aus Holz, welche den Sicherheitsanforderungen nicht genügten. So stehen dieses Jahr rund 1000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung. Bislang wurden rund 10 000 Tickets verkauft. Bei gutem Wetter könnten laut OK-Präsident Hörler am Sonntag zwischen 13 000 und 14 000 Besucher auf die Schwägalp kommen.