Eine Viehschau, kein Volksfest

An der Schönengründler Viehschau wurden gestern 280 Stück Vieh bewertet. Was andernorts oft von grossen Festivitäten begleitet wird, dreht sich hier vor allem um die Freude am eigenen Vieh und dem der Nachbarn.

Johannes Wey
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Schon bei der Ankunft ist das Interesse am Vieh der anderen Bauern gross. (Bild: jw)

Schon bei der Ankunft ist das Interesse am Vieh der anderen Bauern gross. (Bild: jw)

schönengrund. Die ersten Schaulustigen harrten gestern schon lange bevor überhaupt Vieh aufgetrieben wurde in der Kälte an den Schönengründler Strassenrändern. Man grüsste sich, hielt einen Schwatz und blickte voller Vorfreude immer wieder das Dorf hinauf. Bald war die Strasse dicht gesäumt, und die ersten Bauern trieben ihr Vieh in Richtung Schauplatz an der Bleichistrasse.

Gesamthaft trieben neun Bauern, fünf davon sennisch, 280 Stück Vieh auf, und die Zuschauer am Strassenrand kamen ob den vielen Trachten und dem Jodel gänzlich auf ihre Kosten.

Der Stolz auf die Tiere

Mensch und Tier hatten nicht allzu lange zu marschieren, laut einem Bauern habe in Schönengrund niemand mehr als eine Wegstunde hinter sich zu bringen. «Ich selbst hatte 40 Minuten, und als ich noch andernorts helfen ging, nochmals so lange», sagt er.

Obwohl auch in Schönengrund zeitgleich mit der Viehschau der Jahrmarkt stattfindet, steht hier nicht das Fest, sondern das Vieh im Vordergrund. «Die Viehschau ist sicher ein Höhepunkt des Jahres», sagte derselbe Bauer. Als Züchter sei man stolz auf seine Tiere, deshalb zeige man sie gerne. Man könne sich auch gleich umsehen, «was sonst noch so da ist». «Für mich ist es etwas vom Schönsten, hinter meinem Vieh durch das Dorf zu gehen, wenn die Leute zusehen.»

Die Schau ist das Fest

Dass das Vieh im Mittelpunkt steht, war auch die einhellige Meinung der anderen Teilnehmer. Laut Viehschaupräsident Werner Roth, der mit seinen Tieren rund eine Stunde unterwegs war, ist die Schau eines der wichtigen Ereignisse im Jahr, überbewerten will er sie allerdings nicht. «Vom Bäurischen her ist es sicher ein Höhepunkt. Aber schliesslich hat man auch noch Familie und Hobbies.

» Somit wird hier auch nicht bis in die Nacht hinein gefeiert: «Hier in Schönengrund findet das Fest während des Tages statt. Am Abend läuft es dann nur noch im kleinen Rahmen.»

Nebst den üblichen Wertungen (siehe Kasten) wurde an der diesjährigen Viehschau erstmals ein «Rinderchampion» gekürt. Dabei wurden Tiere aus verschiedenen Kategorien verglichen. Die Erstaustragung entschied Willi Knaus für sich.