«Eine unvergessliche Woche»

Diese Woche tagte in Herisau das Jugendparlament der Alpenkonvention. 75 politisch interessierte Jugendliche nutzten die Zeit, um vier Resolutionen zu verabschieden. Diese werden nun an die Politiker der Alpenländer weitergeleitet.

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herisau. Zum sechsten Mal fand dieses Jahr vom 29. März bis 1. April das Jugendparlament der Alpenkonvention statt. Dieses transnationale Treffen wurde von der Alpenkonvention und dem Akademischen Gymnasium Innsbruck ins Leben gerufen. 75 politisch interessierte Jugendliche aus den sieben Alpenländern und zehn verschiedenen Schulen hatten die einzigartige Möglichkeit, gemeinsam eine Woche in Herisau über Natur, Wirtschaft und Soziales zu diskutieren. Das «umbrella topic» des YPAC 2011 war «Traffic & Transit». Vier Themenfragen wurden ausgearbeitet, vier Committees zugeteilt.

Im Folgenden sind die Resolutionen beschrieben, welche verabschiedet worden sind:

• Committee 1: «Freight and Industrial Traffic». Es wurde ein umfassendes Konzept zur Lösung verkehrsüberlasteter Gebiete und überflüssigen Transportfahrten ausgearbeitet. Als Lösungsvorschlag wurden höhere Gebühren und Zölle für den industriellen Transport und des weiteren zusätzliche Abgaben für uneffiziente und umweltfeindliche Transporte beschlossen. Zusätzlich wird gefordert, dass die EU umweltfreundliche Transportfirmen finanziell fördern sollte.

• Committee 2: «Public Transport»: Das derzeitige öffentliche Transportsystem soll durch die Anpassung an die täglichen Stosszeiten (Schule, Feierabend etc.) verbessert werden. Dies soll gemeinsam mit Arbeitern und Schülern ausgearbeitet werden. Zusätzlich sollten öffentliche Verkehrsmittel durch Garantie von Sauberkeit und Komfort attraktiver gemacht werden. Um die Verkehrsbelastung durch Autos zu reduzieren, sollte mehr Information über Umweltbelastung und gesundheitliche Folgen vorhanden sein. Durch Workshops könnten Konzepte ausgearbeitet werden, durch die auch Schüler über die Vorteile von öffentlichen Verkehrsmitteln informiert werden.

• Committee 3: «Individual Transport»: Um eine einfache Informationsübermittlung zu ermöglichen, sollte eine Plattform gegründet werden, die über ökologische und umweltfreundliche Transportmöglichkeiten wie «Car Sharing» und Fahrgemeinschaften informiert. Des weiteren sollten Kraftfahrzeuge von der Innenstadt ferngehalten werden, um historische und kulturelle Stätte zu schützen und einen angenehmen Lebensraum zu schaffen. Anstatt Autos sollten Leih-Fahrräder und «Pedal Drives» zu Verfügung stehen.

• Committee 4: «Health, environment and traffic»: Die Hauptdiskussionspunkt des Komitees war, warum Wirtschaft mehr Bedeutung hat als Gesundheit und Umwelt. Um dies zu ändern, wurde vorgeschlagen, lokale und internationale demokratisch gewählte Kommissionen einzuführen. Die Aufgabe dieser bestehe darin, die Länder/Städte nach gewissen Aspekten zu bewerten (Emissionen, öffentlicher Transport etc.) und in Kategorien einzustufen. Ausserdem sollte ein Limit, welches nicht überschritten werden darf, eingeführt werden, um den Transit zu regulieren und zu kontrollieren. Wenn diese Limits von Transportfirmen überschritten werden, ist mit Sanktionen zu rechnen.

Am vergangenen Dienstag trafen sich erstmals die verschiedenen Komitees, und gemeinsam lernten wir uns gegenseitig näher kennen und schätzen.

Der Mittwoch war ein intensiver Arbeitstag, und schon am Donnerstag fand die «General Assembly» statt. Alle Jugendlichen trafen zusammen und stellten hierbei in englischer Sprache ihre ausgearbeiteten Lösungsvorschläge vor. Durch Reden versuchten Delegierten, die Mitglieder der anderen Komitees für ihre Resolutionen zu gewinnen. Die Delegierten stimmten ab, und die Resolutionen werden an die Politiker der Alpenländer weitergeleitet werden, welche hoffentlich umgesetzt werden.

Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, war das YPAC 2011 eine wunderbare Woche, in der viele von uns neue Kontakte knüpften und mit neuen Gedanken, Eindrücken und Ideen erfüllt in ihre jeweiligen Länder zurückgefahren sind. (pd)