Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Eine Toggenburger Skilegende wird 80

Aufgewachsen im Wildhauser Oberdorf, sportliche Erfolge gefeiert, 18 Jahre in Kanada gelebt, heute in Klosters wohnhaft: Dies sind die Eckpunkte aus dem Leben von Willi Forrer. Anfangs Juli feiert die Skilegende den 80. Geburtstag.
Adi Lippuner
Der junge Skirennfahrer Willi Forrer auf einer seiner Schussfahrten am Wengener Lauberhorn. (Bild: pd)

Der junge Skirennfahrer Willi Forrer auf einer seiner Schussfahrten am Wengener Lauberhorn. (Bild: pd)

Aufgewachsen im Wildhauser Oberdorf, sportliche Erfolge gefeiert, 18 Jahre in Kanada gelebt, heute in Klosters wohnhaft: Dies sind die Eckpunkte aus dem Leben von Willi Forrer. Anfangs Juli feiert die Skilegende den 80. Geburtstag.

Was macht eine so bekannte Persönlichkeit wie der ehemalige Skirennfahrer Willi Forrer an einem runden Geburtstag?

Ein Fest für alle

Diese Frage hat den in Klosters lebenden Toggenburger während der letzten Wochen beschäftigt. Wäre es besser, still im Kreise der Liebsten zu feiern oder ein grosses Fest zu machen. Dabei aber zu riskieren, den einen oder anderen aus dem riesigen Bekanntenkreis auf der Einladungsliste zu vergessen? Darüber habe er intensiv nachgedacht, ist von Willi Forrer bei einem seiner Besuche in der alten Heimat zu erfahren.

Der vitale Pensionär, der von Ruhestand gar nichts wissen will, hat seine persönliche Lösung gefunden. Während er den eigentlichen Geburtstag am 3. Juli beschaulich zusammen mit Ehefrau Johanna feiern wird, steht am Sonntag, 5. Juli, ab 11 Uhr ein grosses Fest auf Gamplüt auf dem Programm. «Aber ganz ohne Gästeliste und persönliche Einladungen. Jeder, der Lust hat, darf kommen, muss aber seine Konsumation selbst berappen», informiert Forrer. «Ich sorge für die musikalische Unterhaltung und habe nebst dem einheimischen Jodelclub Thurtal auch das Jodelquartett Trueberbuebe aus Trueb im Kanton Bern und Arno Caflisch aus dem Engadin mit seinen Ländlerfreunden engagiert.» Dazu freue er sich, dass Umberto Derungs, bekannt als Komponist des Liedes «Crestawald» die Moderation des Festes übernehmen und auch ein paar Witze erzählen werde.

Doch was macht Willi Forrer, wenn er nicht gerade das Fest für seinen runden Geburtstag organisiert? Das Haus «zur alten Mühle», Baujahr 1625, in Klosters-Dorf wurde während der vergangenen Jahre liebevoll restauriert. Und im grossen Garten werden Gemüse und Beeren für den Eigenbedarf angebaut. Auch der Blumenschmuck rund ums Haus will gepflegt sein. «Wir haben jeden Tag Arbeit im und ums Haus,» so Willi Forrer. Das Jahr 1962 ist untrennbar mit dem Begriff Skilegende verbunden. Damals war Willi Forrer der weltbeste Skirennfahrer; er wurde, wie schon 1960 und 1961, unter anderem vier Mal Schweizer Meister. Mit den insgesamt 20 internationalen Siegen stand er auch in Kitzbühel zuoberst auf dem Podest. In Erinnerung an die grossartigen Leistungen verkehrt im österreichischen Kitzbühel eine Willi-Forrer-Gondel, und wenn immer möglich, ist er sowohl in Wengen als auch auf der Streif an den Jubiläumsanlässen mit dabei.

Doch es gibt noch die andere Seite der Skilegende: Im Jahr der grössten Erfolge kritisierte der damals junge Sportler die Führung des Skiverbands. Die Schlagzeile in der Boulevardzeitung Blick lautete: «Es ist etwas faul im Schweizer Sport.» Die Kritik hatte Folgen: Willi Forrer wurde für zwei Jahre gesperrt.

Ab nach Kanada

In der Schweiz als Skirennfahrer «nicht mehr erwünscht», feierte Willi Forrer dafür 1964 in Kanada Erfolge. «Dreimal war ich kanadischer Meister», erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Weil seine damals junge Ehefrau die Schweiz nicht verlassen wollte, lehnte er das Angebot, Trainer der kanadischen Mannschaft zu werden, ab.

Den Sprung nach Kanada schaffte er dann Jahre später und zwar 1990 gemeinsam mit seiner zweiten Frau Johanna. 18 glückliche Jahre verbrachten die Beiden im 108 Mile Resort. Dieses liegt an der Fernstrasse 97, welche Cache-Creek mit dem Norden bis hinauf nach Alaska verbindet.

Der Brauchtumsmaler

Doch es gibt noch eine Passion, die den Toggenburger seit Jahren begleitet: Willi Forrer zeichnete und malte schon als Kind leidenschaftlich gerne. Zuerst mit Tusche und Wasserfarbe, später kamen Ölfarben dazu. «Mal- und Zeichenunterricht habe ich nie genossen, aber ich hatte das Glück, mit sechs Geschwistern im Wildhauser Oberdorf auf einem Bauernhof aufwachsen zu dürfen. Dadurch wurden für mich das stark verwurzelte Brauchtum und die Erinnerungen ans Obertoggenburg gute Lehrmeister.»

Sein grosses Vorbild sei Gottlieb Feuer aus Unterwasser (1875–1912) gewesen. «Niemand anders hat Kühe so perfekt gemalt wie er.» Einen weiteren Lehrmeister fand er in Ueli Martinelli aus Bächli-Hemberg. «Er zeigte mir seine ganz besondere Maltechnik mit Ölfarben.» Diese Geheimnisse sind heute noch gut verwahrt und liegen in einer alten «Basler Läckerli»-Holzschachtel in seinem Arbeitszimmer der «alten Mühle». Die Besucher des Geburtstagsfestes erhalten Gelegenheit, einen Teil der Arbeit des Brauchtumsmalers kennenzulernen. Willi Forrer wird einige seiner Bilder auf Gamplüt ausstellen.

Willi Forrer freut sich auf die Geburtstagsfeier auf Gamplüt. (Bilder: Adi Lippuner)

Willi Forrer freut sich auf die Geburtstagsfeier auf Gamplüt. (Bilder: Adi Lippuner)

Der bald 80jährige Willi Forrer bei einem seiner Besuche in der alten Heimat auf Gamplüt.

Der bald 80jährige Willi Forrer bei einem seiner Besuche in der alten Heimat auf Gamplüt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.