Eine Tanzschule, ein Jugendcafé und ein Skaterpark

Gut möglich, dass in Teufen schon bald drei von den Jugendlichen gewünschte Projekte verwirklicht werden können. Die am Jugend-Mitwirkungstag erarbeiteten Vorschläge scheinen auf jeden Fall realistisch zu sein.

Monika Egli
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Es wurde lebhaft diskutiert, ausgerechnet und skizziert: Jugend-Mitwirkungstag am Samstag. (Bilder: eg)

Es wurde lebhaft diskutiert, ausgerechnet und skizziert: Jugend-Mitwirkungstag am Samstag. (Bilder: eg)

teufen. Die Erstellung eines Skaterparks fiel vor einigen Jahren beim Stimmvolk noch durch. Doch die Jugendlichen geben nicht auf: Sie haben am Samstag – zusammen mit Fachleuten – Vorschläge erarbeitet, Skizzen gezeichnet und erste Kosten berechnet. «Es muss nicht luxuriös sein», hiess es bei der Präsentation des Projekts. Der Wunsch nach einer Anlage für Skater und BMX-Fahrer sei aber bei vielen Jungen vorhanden (BMX sind speziell konzipierte Fahrräder, mit denen man Tricks und Rennen samt Sprüngen ausführen kann).

Die, die das behaupteten, müssen es wissen: Sie sind Teil der «Basis», Teil der Teufner Jugendlichen. Und sie gehörten zu den rund 30 jungen Leuten und ebenso vielen Erwachsenen, die sich am Jugend-Mitwirkungstag beteiligten.

Jugendarbeit ausbauen

«Dieser Jugend-Mitwirkungstag ist Jugendarbeit nicht für, sondern mit Jugendlichen», drückte es beispielsweise Stefan Tittmann, OK-Mitglied, aus.

Nach Reute-Oberegg und Schwellbrunn ist Teufen die dritte Ausserrhoder Gemeinde, die sich eine «zeitgemässe Jugendpolitik» vorgenommen und nun in Form dieser Jugend-Mitwirkung auch in die Tat umgesetzt hat. Gemeindepräsident Walter Grob bestätigte, dass man in seiner Gemeinde die Kinder- und Jugendarbeit ausbauen wolle. So soll der Stellenplan von heute 60 auf neu 200 Prozent erhöht werden. Für Walter Grob ist klar: Der Anstoss für Jugend-Angebote muss «von unten», von der Basis kommen.

Tanzschule und Café

Aber nicht nur der Skaterpark, auch die Vorhaben «Jugendcafé» und «Tanzschule» wurden am Samstag in der «Linde» in Gruppen rege diskutiert. Am einfachsten dürfte die Tanzschule umzusetzen sein: Benötigt werden ein Raum, eine Tanzlehrkraft und Infrastruktur wie Spiegel, Beamer und Musikanlage. In der Gruppe war man sich einig, dass mit eigenem Einsatz (Stand am Frühlingsmarkt) und Sponsorensuche der finanzielle Aufwand gedeckt werden könne.

Die Tanzschule wäre für Teilnehmende nicht gratis; der Lohn der Lehrkraft könnte somit finanziert werden.

Die Gruppe «Jugendcafé» teilte sich im Laufe des Nachmittags auf. Da von 12 bis 16 jedes Alter vertreten war, gingen die Vorstellungen zu stark auseinander. Während sich die Jüngeren mit dem bereits vorhandenen Jugendtreff auseinandersetzten, formulierten die Älteren ihre Vorstellung von einem «Jugendcafé». Viel zu diskutieren gab dabei der Ausschank von Alkohol.

Schliesslich einigte man sich auf den Kompromiss: Bier und Saft Ja, weitere alkoholische Getränke Nein.

Auswerten und begleiten

Das OK, dem je acht Jugendliche und Erwachsene angehören und für das die Sozialkommission verantwortlich zeichnet, wird bereits diese Woche eine Auswertungssitzung durchführen und dabei auch jedem Projekt einen «Götti», eine «Gotte» zuteilen.

Der Jugend-Mitwirkungstag ist ein Projekt von infoklick.ch (www.infoklick.ch) und wird von dieser Stelle sowohl aktiv als auch finanziell unterstützt. In der Schweiz haben bereits 100 Gemeinden einen Jugend-Mitwirkungstag initiiert.