Eine Stiftung für das Haus «Mädchenkonvikt»?

TROGEN. An der 89. Hauptversammlung des Ehemaligenvereins der Kantonsschule Trogen (KVT) dominierten die Themen Sanierungsarbeiten am KVT-Haus «Mädchenkonvikt», Neuwahlen in den Vorstand und eine Statutenrevision.

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Hülle für markantes Gebäude: Das Haus «Mädchenkonvikt» am Landsgemeindeplatz in Trogen ist seit Anfang September eingerüstet. (Bild: pd)

Hülle für markantes Gebäude: Das Haus «Mädchenkonvikt» am Landsgemeindeplatz in Trogen ist seit Anfang September eingerüstet. (Bild: pd)

Sein erstes Geschäftsjahr brachte dem neuen Präsidenten Matthias Rhiner gleich eine Reihe besonderer Aufgaben. Zum einen war eine Renovation des dem Kantonsschulverein gehörenden Hauses «Mädchenkonvikt» zu planen, zum anderen müssen die Statuten aus dem Jahre 1963 der Neuzeit angepasst werden. Die Hauptversammlung wählte anstelle der bisherigen Vorstandsmitglieder Simon Kellenberger und Thilo Tanner einstimmig Nina Vlajic, Teufen, und Lea Waldburger, Speicher. Der Frauenanteil im zwölfköpfigen Vorstand erhöht sich damit auf rund 60 Prozent.

Investition in die Zukunft

Das «Mädchenkonvikt» – ältestes Holzhaus am Landsgemeindeplatz in Trogen – ist zurzeit sowohl finanziell als auch arbeitsmässig der grösste Posten des KVT. Die Räume wurden während vieler Jahre als Konvikt für externe Schülerinnen an der Kantonsschule Trogen genutzt. Heute sind sie als normale Wohnungen vermietet, vorzugsweise für Wohngemeinschaften der Kantonsschule.

Die Hausverwalterin Barbara Widmer Etter, Bühler, freut sich, dass nun auch der oberste Stock mit dem Kanton als Mieter wieder belegt ist.

Im Sinne einer Werterhaltung des Hauses hatte eine ausserordentliche Hauptversammlung des KVT im Juli einer ersten Tran-che von 400 000 Franken für die Renovation der Fassade sowie für den Ersatz der 25jährigen Fenster zugestimmt. Dieser Betrag ist über Hypotheken sichergestellt. Die langfristige Gesamtsanierung ist auf 1 bis 1,2 Mio.

Franken veranschlagt, wofür «besondere Wege der Mittelbeschaffung notwendig sein werden», wie der KVT in seiner Mitteilung schreibt. Grundsätzlich überlege man sich, das Haus in eine neu zu gründende Stiftung einzubringen. Damit könnte sich der KVT wieder vermehrt auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Für die Zukunft des Hauses fallen verschiedene Möglichkeiten in Betracht.

Denkbar wäre ein Verkauf, lieber aber möchte man das Haus wieder vollständig seiner ursprünglichen Zweckbestimmung als Wohnraum für Schülerinnen und Schüler zuführen. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich gegenwärtig mit dieser auch für Kanton und Kantonsschule interessanten Idee.

Die geplante Statutenrevision wurde auf die kommende HV zurückgestellt.

Erfreulicherweise hatte im Rahmen der ersten Vernehmlassung eine grosse Zahl von Mitgliedern Anregungen dazu geliefert, die nun zuerst zu verarbeiten sind. Hingegen stimmte die Versammlung einer Angleichung von Kalender-, Vereins- und Finanzjahr per 2010 einstimmig zu.

Geistige und materielle Hilfe

Zu den Hauptaufgaben des KVT zählen die Beziehungspflege zwischen den Ehemaligen sowie die geistige und materielle Unterstützung der Schule.

Als neue Angebote bestehen das Mentoringprogramm sowie die intensive Pflege des Netzwerkes von Klassenkorrespondenten. In Zusammenarbeit mit der Kantonsschule wird gegenwärtig der Internet-Auftritt des KVT neu gestaltet. Das Mentoring-Programm umfasst eine laufende Begleitung von Schülerinnen und Schülern vor und nach Studienanfang oder Berufseinstieg durch Ehemalige der Kantonsschule. Diese unentgeltliche wertvolle Hilfe dürfte noch mehr als bislang genutzt werden.

Waschhaus und Bienenhaus

Jährlich mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen werden jeweils die Neuigkeiten über das Waschhaus beim «Mädchenkonvikt» sowie über das Bienenhaus auf dem Kantonsschulareal. Das Waschhaus als denkmalgeschütztes Objekt darf nicht abgerissen, kann aber auch nicht gewinnbringend vermietet werden. Erfreut nahm die Versammlung zur Kenntnis, dass mit der neuen «Viertel Bar» ein Mieter gefunden werden konnte, der das Häuschen als Lagerraum nutzt.

Positiv war auch die Mitteilung von Rektor Willi Eugster, dass das Bienenhaus nach Jahren des Bienensterbens wieder bevölkert ist. (pd)