Teufner sollen mit einer Sparbrause etwas fürs Klima tun

Die Gemeinde Teufen macht sich für eine Warmwassersparaktion stark.

Margrith Widmer
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Die Energiesparmöglichkeiten beim Duschen sind gross.

Die Energiesparmöglichkeiten beim Duschen sind gross.

Bild: Gettyimages

Mit einem Flyer wirbt die Gemeinde Teufen neuerdings für die Warmwassersparaktion mit der Sparbrause «Prosecco». Das Projekt der Firma Sinum dient der CO2-Reduktion und wird durch Förderbeiträge finanziert.

Mit der Sparbrause sollen pro Haushalt bis zu 300 Franken Warmwasserkosten pro Jahr eingespart werden können. Einmal duschen verbraucht bis zu hundert Liter Wasser; der grösste Teil Warmwasser in Privathaushalten wird beim Duschen verbraucht, wie Sinum schreibt. Und dieses Warmwasser verbraucht mehr Energie als alle Lampen und elektrischen Geräte in einem Haushalt zusammen. Beim «Prosecco»-Duschkopf wird dem Wasser Luft zugefügt. «Neuste Duschbrausentechnik ermöglicht Einsparungen von bis zu 50 Prozent – ohne Komfortverlust. Selbst moderne Brausen verbrauchen immer noch zwölf und mehr Liter Wasser pro Minute. Wirklich kosteneffizient und ökologisch sind jedoch sechs bis acht Liter», heisst es bei Sinum.

Versteckter Kostenfaktor

Warmwasser sei ein versteckter Kostenfaktor. Das Warmwasser-Programm finanziere mittels CO2-Fördergeldern die Umrüstung auf Sparbrausen, so Martin Kilga von Sinum. Damit könnten die Kosten für Energie, Wasser und Abwasser, die durch das Duschen verursacht werden, bis zur Hälfte reduziert werden. Mit von der Partie bei der Warmwassersparaktion sind auch «My climate shape our future» und die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation, «Klik», die branchenweite Kompensationsgemeinschaft für Treibstoffe im Rahmen des CO2-Gesetzes.

Im Auftrag der Inverkehrbringer fossiler Treibstoffe erfüllt sie deren gesetzliche Pflicht, einen Teil der bei der Nutzung der Treibstoffe entstehenden CO2-Emissionen zu kompensieren. Dazu finanziert sie Klimaschutzprojekte in der Schweiz, die den Vorschriften des CO2-Gesetzes genügen. So trägt sie zu einem nachhaltigen Klimaschutz bei. Dazu gehört auch das Warmwasser-Förderprogramm.

45000 Schweizer machen mit

Dieses Programm ist vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) registriert und es muss jeweils ein Monitoring-Bericht über die Aktionen erstellt werden, wie Martin Kilga erklärt. Geld gibt’s erst, wenn alle Anforderungen erfüllt sind. Der Erfolg muss ausgewiesen sein. Deshalb werden vereinzelt «Stichproben» gemacht. Allerdings kommen die Mitarbeiter von Sinum dazu nicht ins Haus: Sie befragen ein knappes Prozent der Nutzer telefonisch oder per E-Mail, etwa über den Komfort und die Zufriedenheit.

Bis Ende 2019 haben in der Schweiz rund 45000 Haushalte auf eine Brause mit Sparfunktion umgestellt. Wie viele es in der Gemeinde Teufen sein werden, wissen die Partner von Sinum Ende März 2020 nach dem Ende der Aktion.