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Eine schwierige Arbeit gewählt

Die Sekundarlehrerin Rosa Maria Fäh kam mit ihrem Buch über den Bauernmaler Gottlieb Feurer einem Stück Toggenburger Geschichte auf die Spur.
Rolf Hürzeler
Für ihr Buch über den Bauernmaler Gottfried Feurer leistet Rosa Maria Fäh viel Recherche. (Bild: PD)

Für ihr Buch über den Bauernmaler Gottfried Feurer leistet Rosa Maria Fäh viel Recherche. (Bild: PD)

Sie sieht aus wie eine Spanierin, und sie ist eine Spanierin, zumindest eine gebürtige. Rosa Maria Fähs Eltern stammen aus Bauernfamilien in Galicien, aufgewachsen ist sie in Degersheim. Fäh machte mit ihrem Buch über den Toggenburger Bauernmaler Gottlieb Feurer von sich reden. Er malte zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf der Nesselhalde in Unterwasser Bödeli, Täfeli und Sennenstreifen. Seine Spezialität waren die Kühe, er konnte es mit ihnen einfach besser als mit den Menschen.

«Galicien ist das Toggenburg Spaniens», sagt Rosa Maria Fäh im Gespräch. Die beiden Gegenden weisen, wenn auch flächenmässig kaum vergleichbar, tatsächlich Gemeinsamkeiten auf: etwa rauheres Klima als anderswo, eher ländlich, und Trockensteinmäuerchen. Rosa Maria Fäh fühlt sich dem Toggenburg verbunden, auch wenn sie selbst nicht in der Landwirtschaft tätig ist. Sie unterrichtet seit 13 Jahren als Lehrerin an der Sekundarschule Necker Deutsch, Geschichte, moderne Sprachen und Latein. «Aber da hat es heute kaum mehr einen Schüler.» Daneben studierte sie Kunstgeschichte, ist Familienfrau mit zwei kleinen Kindern und wohnt in Stein AR.

Dank ihrer Nähe zur Landwirtschaft stiess sie mit Blick auf ihre Lizentiatsarbeit auf die einheimische Malerei und damit auf den heute weitgehend vergessenen Gottlieb Feurer (1875–1912). An der Universität Zürich war man von der Idee zuerst wenig begeistert. Zwei Professoren lehnten ihren Vorschlag ab, über Feurer zu schreiben: «Zu volkskundlich», lautete das Verdikt, oder: «In der Bauernmalerei kenne ich mich nicht aus.» Eine deutsche Hochschullehrerin erkannte jedoch das Potenzial hinter dieser Idee und stimmte zu. Sie besitzt ein Ferienhaus im Toggenburg und wusste, worum es ging.

Feurer konnte genau hinschauen

Rosa Maria hatte mit Gottlieb Feurer eine schwierige Recherchearbeit gewählt. Der Mann wurde nur 37 Jahre alt, er starb an Knochentuberkulose im Spital Wattwil. Der Maler kam kaum je über das Tal hinaus und heiratete nicht. Er blieb stets im Elternhaus und bewirtschaftete den Hof mit seinem Bruder. Feurer scheint körperlich nicht robust gewesen zu sein und wandte sich deshalb lieber dem Pinsel zu statt der Heugabel. Gesichertes aus seinem Leben ist wenig bekannt. Autorin Fäh konnte zwar mit Nachfahren reden, aber die wussten wenig über ihren Onkel zu erzählen und alles nur aus zweiter Hand. Sicher ist, dass Feurer ein zurückhaltender Zeitgenosse war, einer, der nicht hoch hinaus wollte. So wandte er sich seinen Kühen zu, aber diesen mit Verve und mit sehr viel Geduld. Denn etwas konnte Feurer – genau hinschauen und naturgetreu malen.

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