Eine Schule im Wandel der Zeit

Am Samstag lud die Oberstufe Bütschwil-Ganterschwil-Lütisburg die Bevölkerung zur 150-Jahr-Jubiläumsfeier ein. Die Gäste, unter ihnen Regierungsrat Stefan Kölliker, begaben sich dabei auf eine interessante Zeitreise. Dies nicht zuletzt dank der Jubiläumszeitung und einem Buch.

Stefan Feuerstein
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Das Mundarttheater «BuGaLu» brachte dem Publikum die Geschichte der 150jährigen Oberstufe auf lustige Art näher. (Bilder: Stefan Feuerstein)

Das Mundarttheater «BuGaLu» brachte dem Publikum die Geschichte der 150jährigen Oberstufe auf lustige Art näher. (Bilder: Stefan Feuerstein)

BÜTSCHWIL. «Ein Jubiläum ist immer ein Grund zum Feiern, denn es bedeutet: Wir haben gemeinsam mit unseren Vorgängern etwas geschaffen, das Bestand hat», richtete Bildungsdirektor Stefan Kölliker gleich zu Beginn des Anlasses seine Worte an die Gäste. Diese waren der Einladung zur Feier des 150jährigen Bestehens der Oberstufe Bütschwil-Ganterschwil-Lütisburg, BuGaLu genannt, zahlreich gefolgt. In seiner Rede ging der Regierungsrat auf die bewegte Geschichte der Schule ein – ursprünglich eine reine Sekundarschule, bestand über Jahrzehnte hinweg parallel auch eine katholisch geführte ausschliesslich für Mädchen. Diese wurde erst gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts in die Oberstufe der Gemeinde integriert. Nachdem die Inkorporation mit Ganterschwil bereits seit längerem bestand, erreichte die Schule durch die Einbindung der Lütisburger Oberstufenschüler im Jahr 2001 schliesslich ihre heutige Form.

Reise durch die Geschichte

Nach zweijähriger Vorbereitung wurde den Gästen, kleinen und auch grossen, am Samstag einiges geboten. Unter fachkundiger Leitung begaben sie sich auf Führungen durch das Schulhaus und die renovierte Turnhalle Breite. Wer sich verewigen wollte, konnte ein Mosaik mitgestalten – im Vordergrund der Veranstaltung stand jedoch die Geschichte, die auf verschiedene Weise vermittelt wurde. Beim Durchschreiten von 16 kreativ angefertigten Türen rund um die Schule, durchquerten die Besucherinnen und Besucher jeweils ein Jahrzehnt. In den Zimmern der Oberstufe BuGaLu wurde der Wandel zwischen «alter» und «neuer» Schule während den Führungen nochmals verdeutlicht. Ihren Höhepunkt fand die Reise aber wohl beim Showblock, der in Zusammenarbeit mit der Musikschule Toggenburg in der Turnhalle Breite präsentiert wurde.

Erfahrungen aus erster Hand

Mit Szenen aus 200 Jahren Schulgeschichte reiste das Mundarttheater BuGaLu dabei gar in die Zukunft.

Wer Geschichte und unterhaltsame Anekdoten in schriftlicher Form bevorzugt, kam mit einer Jubiläumszeitung und dem Buch «Geschichte und Geschichten 1863 – 2013» auf seine Kosten. Erstere erlaubte einen Einblick über die Gedanken zur Vergangenheit der verschiedenen Generationen. Heutige Schülerinnen und Schüler äussern darin, dass sich früher nur reiche Familien Schuhe leisten konnten, schneefrei wegen des Mangels an Räumungsfahrzeugen erteilt wurde und anständige Kleidung Pflicht war. Bewohnerinnen des Alterszentrums Solino beschreiben im Interview hingegen aus erster Hand ihre Erfahrungen mit handgreiflichen Strafen, dem Schulweg auf dem Schlitten und der für Mädchen und Buben jeweils üblichen Kleidung – Rock mit «Schoss» darüber für die Schülerinnen, Knickerbocker aus Wollstoff oder Manchester für die Schüler.

Gestiegene Ansprüche

«Durch die gesellschaftlichen Veränderungen haben sich auch die Jungen verändert», sagte Monika Rösinger, Schulleiterin der Oberstufe BuGaLu. «Die heutige Jugend ist nicht schlechter als die frühere. Der Schulalltag wurde jedoch anspruchsvoller – sowohl für Lehrer als auch für Schüler.» Als Schule, die sich der Zukunft verpflichtet sieht und gerne vorangehe, sei man auf einem guten Weg. «Mit dem Lehrplan 21 dürfte sich nochmals einiges ändern. Das dauert aber noch etwas», erklärte Monika Rösinger, die gemeinsam mit Markus Zuber das Jubiläumsbuch verfasste. «Wir stellen uns aber gerne der Herausforderung, gute Werte zu behalten und neue hinzunehmen.»

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