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«Eine Luxusvariante, die keine Rücksicht auf die Landwirtschaft nimmt»: Der geplante Kreisel in Appenzell kommt nicht überall gut an

An der Umfahrungsstrasse in Appenzell soll ein neuer Kreisel entstehen. Einige Grossratsmitglieder kritisieren das Projekt.
Claudio Weder
Der geplante Kreisel an der Umfahrungsstrasse in Appenzell soll am westlichen Dorfeingang - im Bild etwa auf der Höhe des linken Autos - zu liegen kommen. (Bild: Claudio Weder)

Der geplante Kreisel an der Umfahrungsstrasse in Appenzell soll am westlichen Dorfeingang - im Bild etwa auf der Höhe des linken Autos - zu liegen kommen. (Bild: Claudio Weder)

Am westlichen Dorfeingang von Appenzell soll ein neuer Verkehrskreisel entstehen. Der Grosse Rat hat sich an der gestrigen Session mit 32 Ja-Stimmen zu 13 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen dafür entschieden, einen Kreditantrag in der Höhe von 2,7 Millionen Franken zuhanden der Landsgemeinde 2020 zu verabschieden. Ebenso stimmte der Grosse Rat gestern einer Teilanpassung des kantonalen Richtplans zu, womit das Strassenbauprojekt «Neubau Verkehrskreisel Schmittenbach» im Sinne eines Vorprojekts im Richtplan festgesetzt wird.

Zwei Landwirtschaftsbetriebe wären betroffen

Dem Entscheid ging eine emotionale Diskussion voraus. Für Grossrat Sepp Inauen (Schwende) ist der vorgeschlagene Kreiselstandort eine Luxusvariante, die keine Rücksicht auf die Landwirtschaft nimmt. Mit Bedauern stellte er fest, dass zwei landwirtschaftliche Betriebe vom geplanten Strassenbauprojekt betroffen wären.

«Der Besitzer des Bodens auf der nördlichen Seite der Umfahrungsstrasse müsste einen Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche hergeben. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite käme es gar zu einer Auflösung eines Landwirtschaftsbetriebs.»

Weiter kritisierte Inauen, dass man nur aufgrund günstiger Bodenpreise auf den jetzigen Standort ausgewichen sei. Bauherr Ruedi Ulmann wies diesen Vorwurf zurück. Genauso wie den Vorwurf, dass im Vorfeld keine seriöse Abwägung der Varianten vorgenommen worden sei. Der Bauherr verwies auf die 2017 erarbeitete Studie, in deren Rahmen mehrere Standorte geprüft wurden. «Jeder Standort, der näher zum Mettlenkreisel zu liegen käme, würde sein Ziel verfehlen», sagte Ulmann.

Es gehe einerseits darum, den künftigen Mehrverkehr durch geplante Bauvorhaben in den Gebieten Sandgrube, Böhleli sowie an der Mettlenstrasse und im Gebiet Bödeli zu bewältigen. Andererseits könnte man durch das Strassenbauprojekt auch zukünftige Erschliessungsmöglichkeiten für benachbarte Gebiete schaffen. Der Kreisel im Raum Schmittenbach, der in einem Abstand von 30 Metern zum Steintobelbach zu liegen kommen soll, wurde als Bestvariante eingestuft.

Weiter betonte Ruedi Ulmann, dass Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern geführt wurden. Ulmann bedauerte den Umstand, dass man einem Bauern Boden wegnehmen müsse, und betonte, dass die Standeskommission in Betracht ziehe, Realersatz zu bieten, wenn es die Möglichkeit dazu gebe.

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