Eine Leiche sorgt für Trubel

NESSLAU. Das Chränzli der beiden Laader Vereine Männerchor und Singchörli zog das Publikum mit einem bunten Liederprogramm und einem Theaterstück in seinen Bann – und füllte den Büelensaal bis auf den letzten Platz.

Franz Steiner
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Eine imposante Zahl an Sängerinnen und Sängern präsentierte der Männerchor und das Singchörli zusammen auf der Bühne. (Bild: Franz Steiner)

Eine imposante Zahl an Sängerinnen und Sängern präsentierte der Männerchor und das Singchörli zusammen auf der Bühne. (Bild: Franz Steiner)

Wo mit so viel Herzblut gesungen wird, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Und wenn man obendrein noch Leute aus den eigenen Reihen für ein Theater gewinnt, ist der Abend auch in punkto Humor gesichert. Den Auftakt eines unvergesslichen Abends machte das junge Trio Bergmäätle und sorgte für Stimmung. Es spielte später auch zum Tanz auf. Präsident Heinz Rust begrüsste Delegationen, Ehren- und Passivmitglieder sowie Fahnengotte und -götti und durfte den prachtvollen Gabentempel der Tombola, die von A (Alpwirtschaft Hengst) bis Z (Zopf-Wyber Krummenau) reichte, für den späteren Losverkauf wärmstens empfehlen.

Lieder, die das Herz berühren

Das Singchörli eröffnete mit «D'Jahreszyte» den Liedteil. Es folgte ein traditioneller Naturjodel «De Forrer», ehe der Männerchor mit «E schöne Tag» einen gelungenen Einstieg gab: «Wenn d'Sonne scho am Morge früe mech fröndlech tuet begrüesse. Denn schtoni uf, s macht mer kei Müe, es isch e Fröid, keis Müesse.» Was die 22 Sänger unter der Leitung von Peter Scherrer und die 20 Sängerinnen, geleitet von Manuela Rust, zum Besten gaben, machte Lust auf mehr. Und als beide Chöre das Lied «S'Grüchtli» und das bekannte «Daheim» von Franz Stadelmann gesungen hatten, wurde vom Publikum bereits die erste Zugabe gefordert. Mit dem Lied «S'Älpli», wo das Leben auf der Alp im besten Licht präsentiert wird, wurde diesem Wunsch entsprochen. Das älteste Mitglied des Männerchors ist der 71jährige Köbi Rust, der seit nunmehr 50 Jahren dabei ist. Die Präsidenten der beiden Chöre, Heinz Rust und Esther Stauffacher sind dies ebenfalls bereits seit 20 Jahren, und Dirigent Peter Scherrer ist seit 28 Jahren im Amt.

Nach einer kurzen Pause war es wiederum das Singchörli, welches den Liederreigen mit «Doch das Herzklopfen» startete. Dem folgte «Mi schönschti Melodie», ehe «De Heiterswiler» als Zugabe herausgeklatscht wurde. Der Männerchor sang «Mis Flüealp» des bekannten Komponisten Ruedi Rymann. Mit dem Toggenburger Naturjodel «De Scherrer» schloss der gesangliche Teil.

75 Minuten lang Tränen gelacht

Was wäre eine Unterhaltung ohne Theater. Bei den Laadern schlummern diesbezüglich sehr viele Talente, die immer mit tollen Auftritten brillieren. Der Vorhang öffnete sich für die Kriminalkomödie «D'Liich im Schrank» in drei Akten unter der Regie von Thomas Bürgler. Was die neun Schauspielerinnen und Schauspieler auf die Bühne zauberten, sorgte für viel Trubel. Zur Geschichte: Ein Fotograf (Mathias Rust) bekommt Besuch von seiner verheirateten Geliebten (Priska Bollhalder). Diese fühlt sich von ihrem Mann beobachtet (Emil Rutz). Eine dubios-galante Rolle hat die Nachbarin (Elisabeth Boser).

Die Situation schien komplett verzwickt, weil sich ebendiese als Ehefrau des Fotografen ausgab. Das Chaos war perfekt, als Sonjas Mann (Thomas Bürgler) Lunte gerochen hatte und ein älteres Ehepaar (Mirjam Stauffacher und Christian Giger) als Kunden ins Wohnzimmer des Fotografen platzte. Die Verwirrung nimmt ihren Lauf, als ein Einbrecher (Ernst Schmid) eine Leiche im Schrank mimte. Und da wäre noch die Oberkommissarin (Franziska Scherrer), die das Ganze zu entwirren suchte. Den nicht enden wollenden Schlussapplaus hatten sich die neun Protagonisten redlich verdient.

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