Eine Karte für zwei Skigebiete

EBNAT-KAPPEL. Die Verantwortlichen der Skigebiete Wolzenalp und Tanzboden stellen ihr Kombiticket vor. Dessen Inhaber können beide Bahnbetriebe nutzen – ein gemeinsames Skigebiet entsteht daraus aber nicht.

Olivia Hug
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Mit Blick auf Wolzenalp und Tanzboden stellen die Verwaltungsratspräsidenten Rolf Hager (Wolzenalp) und Thomas Nüesch (Tanzboden) sowie dessen Nachfolger Martin Frei die neue Jahreskarte vor (von links). (Bild: Olivia Hug)

Mit Blick auf Wolzenalp und Tanzboden stellen die Verwaltungsratspräsidenten Rolf Hager (Wolzenalp) und Thomas Nüesch (Tanzboden) sowie dessen Nachfolger Martin Frei die neue Jahreskarte vor (von links). (Bild: Olivia Hug)

Vom Hüsliberg aus sieht man, wie nahe die Skigebiete von Ebnat-Kappel und Krummenau beieinander liegen. Eine Piste, welche die Wolzenalp und den Tanzboden im Schattenhalb verbindet, gibt es aber nicht. Der Fan von grossen Gebietsverbünden darf weiter träumen: Die Gebiete bleiben getrennt und es verkehrt auch kein Shuttlebus dazwischen, obschon sich die beiden Bahnbetreiber auf die kommende Wintersaison hin annähern.

Schlitteln und Nachtskifahren

Die Sportbahnen Krummenau-Wolzenalp AG und die Genossenschaft Familienskilift Tanzboden lancieren eine Kombikarte, mit welcher fortan der Skilift Tanzboden und die Bahnen auf der Wolzenalp genutzt werden können. Damit wollen die Verantwortlichen beider Skigebiete ihr Angebot erweitern. Laut dem Aktuar und baldigen Präsidenten der Genossenschaft Skilift Tanzboden, Martin Frei, gibt es nur Gewinner. «Der Gast profitiert davon und die beiden Bahnbetreiber haben einen Mehrwert vom Angebot des anderen.» So kommt neu ein Gast der Wolzenalp-Bahnen in den Genuss des Nachtskifahrens am Tanzboden, und der Tanzboden-Gast kann mit dem Sessellift zum Schlittelweg auf der Wolzenalp gelangen. In der gemeinsamen Saison- beziehungsweise Jahreskarte ist zudem der Sommerbahnbetrieb auf die Wolzenalp enthalten. Mit der Kombikarte wollen die Verwaltungsräte ein Angebot für die heutigen Nutzer beider Skigebiete schaffen, sowohl für Skiclubs als auch für Einzelpersonen. Obwohl man dasselbe Publikum anspreche wie der Nachbar, also Kinder, Jugendliche und Familien, sei man keine Konkurrenz, sagt Rolf Hager, VR-Präsident der Sportbahnen Krummenau-Wolzenalp. «Futterneid kennen wir nicht.» Und sein Kollege aus Ebnat-Kappel, Thomas Nüesch, fügt an, dass man damit auch keine Konkurrenz zum Oberen Toggenburg sein will: «Wir wollen den einheimischen und wiederkehrenden Tagesgast ansprechen.» Fusionsabsichten bestünden nicht. Das Kombiticket führt den Gedanken des Skiverbundes Meilenweiss, welchem beide Gebiete angeschlossen sind, auf regionaler Ebene fort.

Gleich viel für beide

Einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist man schon nicht abgeneigt gewesen, als es vor vier Jahren um die Rettung des Skilifts Tanzboden gegangen ist. Gefruchtet in der Form des gemeinsamen Tickets haben die Gespräche zwischen den Nachbarn in diesem Sommer. Und zwar schnell, nach zwei Abendessen. Man sei zur pragmatischen Lösung gekommen, den Erlös aus dem Verkauf der Kombikarten hälftig zu teilen. «Uns ist wichtig, den Verwaltungsaufwand nicht mit einem komplizierten Verteilschlüssel zu erhöhen», erläutert Rolf Hager. Ob die Idee der Kombikarte denn auch bei den Gästen ankommt, werde sich zeigen. «Wir wagen nun den Versuch.» Zumindest auf Seiten der Wolzenalp-Gäste ist der Wunsch aufgekommen, so ein Angebot zu schaffen. Der Vorverkauf für die Kombikarte beginnt an den Kassen beider Skiliftbetriebe am Samstag, 21. November. Kinder bis 16 Jahre bezahlen dafür 295 Franken, Erwachsene 395 Franken.

Karte lässt sich aufwerten

Wer bereits im Vorverkauf eine Jahreskarte ab Saison 2015/16 für die Sportbahnen Wolzenalp erstanden hat, kann diese gegen einen Aufpreis zum Kombibillett aufwerten.

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