«Eine Jasskönigin – das ist selten»

In Mosnang haben 60 Jasserinnen und Jasser um die Teilnahme an der Sendung «Donnschtig-Jass» gekämpft. Mit 60 Punkten spielte sich Sevda Loser zur Jasskönigin, Heidi Widmer folgte mit 62 Punkten, der beste Mann war Gabriel Ott mit 70 Punkten.

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Pius Hollenstein hat die Idee gehabt, Mosnang könnte bei der Sendung «Donnschtig-Jass» mitmachen – am Qualifikationsturnier hat er als Schreiber gewaltet.

Pius Hollenstein hat die Idee gehabt, Mosnang könnte bei der Sendung «Donnschtig-Jass» mitmachen – am Qualifikationsturnier hat er als Schreiber gewaltet.

Die Budgetplanung der Gemeinde Mosnang sollte man künftig den Frauen überlassen. Beim Differenzler haben sie sich am wenigsten verschätzt. Ziel dieses Spiels, das in der Sendung «Donnschtig-Jass» Trumpf ist, ist es, eine möglichst tiefe Differenz zwischen eigener Ansage und gespielten Punkten zu erreichen.

Am besten ist dies Sevda Loser gelungen. «Eine Jasskönigin – das ist selten», würdigte «Jass-Gott» Ernst Hauri ihre Leistung.

Sie ist mit 10 Punkten Abstand auf den besten Mann unangefochtene Jasskönigin des Qualifikationsturniers in Mosnang. Heidi Widmer hat sich ebenfalls noch vor dem besten Mann für die «Donnschtig-Jass»-Sendung vom 5. August qualifiziert. Sie sitzt allerdings nicht am Tisch, sondern spielt als Telefon-Jasserin mit. Auch sie wird aber vor Ort sein.

Ob die Sendung in Spiez oder in Unterseen bei Interlaken statt findet, hängt davon ab, welche der beiden Gemeinden die Nase vorn hat. Mosnang spielt in der Sendung gegen Kirchberg um die Austragung der nächsten «Donnschtig-Jass»-Sendung. Es war die Idee von Pius Hollenstein, Mosnang anzumelden.

Freude herrscht

Dass Mosnang eine Jass-begeisterte Gemeinde ist, stellten Experte Ernst Marti und Werner Häfliger fest, die das Qualifikationsturnier zusammen mit dem Verkehrsverein Mosnang organisierten.

«60 Teilnehmer, darunter 18 Jugendliche und 11 Frauen, so viele Teilnehmer sind selten und dieses Jahr noch in keiner anderen Gemeinde an ein Qualifikationsturnier gekommen», freut sich Ernst Marti.

Sein Kollege Werner Häfliger meint: «Schon als wir eingangs Dorf die Werbetafel sahen, haben wir uns gedacht, dass Moslig eine Jass-begeisterte Gemeinde sein muss. So etwas freut uns natürlich.» Ihn freut besonders, dass 18 Jugendliche mitgemacht haben. Daran ist der Oberstufenlehrer Hardy Zehnder nicht ganz unschuldig.

«Ich habe mit den Schülern trainiert. Mein Ziel war es, dass alle jassen können», erzählte er. Kaum war die letzte Karte gespielt, erkundigte er sich bei seinen Schülern, wie sie abgeschnitten haben. «Einige haben wider Erwarten ihr blaues Wunder erlebt», meinte Hardy Zehnder. Doch einige Jugendliche, allen voran Christian Fust, schnitten ausgezeichnet ab.

Gäste gesucht

Dass die Mosliger gerne jassen, merkte man während des Qualifikationsturniers. Sobald die Schreiber ihre Vorbereitungen getroffen hatten, begann das Spiel und es wurde mucksmäuschenstill. Einzig zwischen den Spielen diskutierte man, in gedämpfter Lautstärke zwar, aber nicht minder passioniert, einzelne Züge. Bier wurde nur selten geordert.

Als es dunkel war, verriet das Klimpern von Löffeln, dass viele versuchten, mit dem legalen Doping Koffein ihre Konzentration in Schuss zu halten. Nach den Pausen, die sich durch das Ende der Stille bemerkbar machten, verwandelten sich viele heitere Gesichter in ernste Minen.

OK-Präsident Max Gmür informierte über den weiteren Verlauf der «Donnschtig-Jass» Geschichte.

Falls Mosnang im Berner Oberland gegen Kirchberg siegt, dreht das Schweizer Fernsehen ein Ortsporträt über die Gemeinde und man habe eine Woche Zeit, die Sendung auf dem Lindenplatz zu organisieren. Wer am 5. August als Gast die vier Mosliger Jasserinnen und Jasser Sevda Loser, Heidi Widmer, Gabriel Ott und Christian Fust anfeuern möchte, der könne sich für die Reise ins Berner Oberland anmelden.

Matthias Giger

Ernst Marti (vorne) mit den Teilnehmenden der «Donnschtig-Jass»-Sendung: (von links) Kuno Schneider (Ersatz-Jasser, 78 Punkte), Christian Fust (Jugendlicher Jasser, 84 Punkte), Gabriel Ott (70 Punkte), Heidi Widmer (Telefon-Jasserin, 62 Punkte) und Sevda Loser (Jasskönigin, 60 Punkte). (Bilder: Matthias Giger)

Ernst Marti (vorne) mit den Teilnehmenden der «Donnschtig-Jass»-Sendung: (von links) Kuno Schneider (Ersatz-Jasser, 78 Punkte), Christian Fust (Jugendlicher Jasser, 84 Punkte), Gabriel Ott (70 Punkte), Heidi Widmer (Telefon-Jasserin, 62 Punkte) und Sevda Loser (Jasskönigin, 60 Punkte). (Bilder: Matthias Giger)

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