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Eine Initiative als letzter Ausweg

Das Schiesssportzentrum Teufen soll mit einer Initiative vor der Schliessung bewahrt werden. Die Idee hierzu stammt von Heinz Bolliger, Vizepräsident der Genossenschaft. Er sieht keine andere Möglichkeit.
Astrid Zysset
2012 wurde es eröffnet. Seitdem leidet das Schiesssportzentrum unter finanzieller Schieflage. (Bild: Urs Bucher (15. April 2013))

2012 wurde es eröffnet. Seitdem leidet das Schiesssportzentrum unter finanzieller Schieflage. (Bild: Urs Bucher (15. April 2013))

«Wer nicht kämpft, der hat schon verloren», sagt Heinz Bolliger, Vizepräsident der Genossenschaft Schiesssportzentrum (SSZ). Dies sei sein Lebensmotto. Und dementsprechend handle er auch. Gestern wurde bekannt, dass mit einer Initiative das SSZ vor der Schliessung bewahrt werden soll. Diese droht, weil der Betrieb nach einer Baukostenüberschreitung von 84 Prozent in finanzielle Schieflage geraten war. Die Initiative soll den Gemeinderat ermächtigen, Massnahmen zur Sanierung zu ergreifen und das SSZ mit jährlich, wenn nötig, bis zu 90000 Franken zu unterstützen. Das heisst konkret: Die Gemeinde würde in die Pflicht genommen, zu gewährleisten, dass der Betrieb des SSZ nicht in die roten Zahlen gerät. «Der Initiativtext ist vorsichtig formuliert», so Bolliger. Wenn es nach ihm gehe, könne man die Finanzmisere einfacher lösen: Das Darlehen über 900000 Franken, das die Gemeinde einst gewährte, müsste zinslos sein und auf die Amortisation verzichtet werden. «Dann würde es gehen», so Bolliger. Das jährliche Betriebsdefizit beträgt durchschnittlich 50000 Franken. Mal mehr, mal weniger. Dieses soll gemäss Initiative ebenfalls die Gemeinde übernehmen. Denn: «Die meisten Sportanlagen werden von der öffentlichen Hand mitgetragen. Warum nicht auch das SSZ?»

150 Unterschriften werden für das Zustandekommen der Initiative benötigt. Gesammelt werde ab sofort, sagt Bolliger. Das Initiativkomitee sei zwar noch nicht gegründet, doch er sei guten Mutes, dass es zu Stande kommt. Bolliger selbst ist nicht mit von der Partie, da er nicht Stimmbürger von Teufen ist. Hat die Initiative denn überhaupt reelle Chancen? «Ich weiss es nicht», zuckt der Vizepräsident der Genossenschaft mit den Schultern. «Es ist aber einen Versuch wert.» Was zudem sicher sei: Aufgeben werde er nicht. Er kämpft entschlossen gegen die Schliessung. «Die Junioren vom Nationalkader und der Sportlerschule Appenzellerland trainieren dort. Wo sollen die sonst hin?» Die derzeitige Auslastung des SSZ mit den Polizeicorps Kapo SG, AR, AI, Stapo SG, Polizeischule Ostschweiz und dem Pistolen-Sportschützen-Verein Teufen ist zufriedenstellend. Und: «Sport ist eine Lebensschulung. Diese Möglichkeit müssen wir den Interessierten doch gewährleisten.»

SSZ steht vor einem Schuldenberg

Aber die Schulden drücken. Grösste Gläubigerin ist die Gemeinde. «Dieser könne momentan nichts bezahlt werden, sonst rutsche das SSZ wieder in die Zahlungsunfähigkeit. Auch die Gemeinde trage mit dem Baurechtsvertrag eine Mitschuld am ganzen Debakel», enerviert sich Bolliger. Er will keinen Streit, sondern eine gütliche Einigung. Der Gemeinderat hat aber in Gesprächen bereits deutlich gemacht, dass ihm die Hände gebunden seien. Bolliger: «Da sich die Gemeinde eine Beschwerde wegen Überschreitung der Finanzkompetenzen eingehandelt hatte, sieht sie keinen Spielraum mehr.» Mit 300000 Franken steht das SSZ zudem bei Bolliger selbst in der Kreide. Die Summe hatte er eingebracht, um die erste Sanierung der Baukreditüberschreitung zu ermöglichen. «Das Geld habe ich eigentlich abgeschrieben», sagt der 77-Jährige. Ihm sei der Betrieb des SSZ wichtiger und zudem eine Herzensangelegenheit. Sollte die Initiative vom Stimmvolk goutiert werden, ist die Schliessung vom Tisch. Kommt die Initiative nicht zu Stande oder wird sie abgelehnt, will es Bolliger auf ein Rechtsverfahren bezüglich der ausstehenden Schulden ankommen lassen.

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