Zwei Ausserrhoder spielen in der Band Lotta: Eine Hündin gab dieser den Namen

Die Band Lotta spielt fast nur Eigenproduktionen. Zwei der vier Musiker wohnen in Appenzell Ausserrhoden.

Lukas Pfiffner
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Die Band Lotta: Thömi Rhyner, Wolfgang Pfeifer, Ulli Müller und Ruedi Looser (von links).

Die Band Lotta: Thömi Rhyner, Wolfgang Pfeifer, Ulli Müller und Ruedi Looser (von links).

Bild: PD

Zwergpudeldame Lotta ist in Oberuzwil zu Hause. Die vier Musiker, die sich immer mittwochs im Keller von Bandmitglied Thömi Rhyner zur Probe treffen, werden von ihr jeweils stürmisch begrüsst. «Wir sassen 2017 am Tisch und haben überlegt, wie wir heissen sollten», erinnert sich Ruedi Looser. Rasch habe man gemerkt, dass «Lotta», die schwedische Kurzform von Charlotte, als Bandname geeignet wäre.

«Wir sind eine junge Band, bestehend aus alten Hasen mit langjähriger Erfahrung», sagt Looser. Er wohnt in Herisau und spielt Bass. Wolfgang Pfeifer (Leadgesang, Gitarre) wohnt in Bischofszell, Ulli Müller (Schlagzeug) in Heiden, Thömi Rhyner (Gitarre) in Oberuzwil. Letzterer ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule Rorschach, die anderen sind als Sekundarlehrer tätig. «Das ist ein Zufall. Die Kontakte zueinander entstanden nicht in allen Fällen über die Schule», erzählt Looser.

«Noch viele Stücke als Rohlinge»

Mit Pfeifer ist Looser jahrelang in der Band Super 8 aufgetreten. «Für mich war klar, dass ich nach deren Auflösung weiter mit ihm spielen möchte, am liebsten eigene Songs mit deutschen Texten.» Die Band trägt fast ausschliesslich Eigenproduktionen vor. Alle Mitglieder sind zwischen 53 und 61 Jahre alt. Der Stil: einmal poppig, einmal rockig oder jazzig: «Wir spielen querbeet – das ist für das Publikum wie auch für uns interessant», sagt Müller. Etwa 25 Titel sind einstudiert und konzertfähig. «Ungefähr nochmals so viele Stücke sind als Rohlinge vorhanden», ergänzt er. Müller stammt aus Deutschland und ist froh, für seine musikalischen Aktivitäten nicht mehr wie bei seinen früheren Band-Aktivitäten hinter den Bodensee fahren zu müssen.

Im vergangenen Jahr trat Lotta unter anderem am «Usegstuehlet Herisau» auf, an den Strandfestwochen Rorschach, beim Slowup in Amriswil, in der Gädeli-Bar Waldstatt und am «Grotto Glatto» in Flawil. Es sei schön, dass man sich in kurzer Zeit einen Namen in der Region geschaffen habe, sagen die beiden Ausserrhoder. Lotta spiele einerseits «volle Anlage», erklärt Müller, damit auf elektronische Verstärkung und Lautstärke hinweisend. Andererseits passe man die Auftritte Richtung Wohnzimmer-Ambiente an, brauche dann wenig bis gar keinen Strom. Ruedi Looser hätte im März bei einem von «Kultur is Dorf» organisierten Konzert im Alten Zeughaus Herisau ein Heimspiel gehabt, wegen des Coronavirus ist dieses aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Nach Göteborg bald Köln

Für den Herbst oder Winter plant die Gruppe, einige Songs professionell auf Datenträger aufzunehmen. Im Sommer 2019 ist Lotta mit Familien an ein kleines Open-Air-Festival in der Nähe von Göteborg gereist. «Es war wie ein Mini-Woodstock-Treffen», blickt Müller zurück. Die Kontakte, die da entstanden sind, nützt die Gruppe im kommenden Sommer für einen einwöchigen Aufenthalt in der Nähe von Köln. Im Wesentlichen sind Pfeifer und Rhyner für die Kompositionen und die hochdeutschen Texte zuständig. Looser und Müller sind sehr angetan von den Inhalten. Dahinter stecke viel Sprachgefühl. Die Arrangements entstehen während der Proben. Looser: «Da muss manches abgesprochen werden.» Einen Konsens gebe es immer. Der Probeabend gilt als «heiliger Termin, dem wir möglichst alles andere unterordnen». Und Namensgeberin Lotta wartet mit Sicherheit auch bei der nächsten Probe zur Begrüssung an der Türe.