Eine Hotelfrau mit viel Ausdauer

In der Geschichte des Hotels Hirschen in Wildhaus hat Gastgeberin Susanne Walt in entscheidendem Mass mitgewirkt. Nach 38 Jahren hat sie die Geschäftsführung ihrer Tochter Simone übergeben.

Hansruedi Rohrer
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Susanne Walt: Die Seniorchefin des Hotels Hirschen geht in die wohlverdiente Pension. (Bild Hansruedi Rohrer)

Susanne Walt: Die Seniorchefin des Hotels Hirschen geht in die wohlverdiente Pension. (Bild Hansruedi Rohrer)

WILDHAUS. Susanne Walt, Gastgeberin der fünften Generation im Wildhauser Hotel Hirschen, kann ihre wohlverdiente Pension antreten. Seit 1996 leitete sie allein den Hotelbetrieb und wird nun zuerst einmal eine Auszeit nehmen. In der langen Zeit hat Susanne Walt viel Schönes erlebt und auch Schicksalsschläge verkraften müssen. Doch die starke Frau arbeitete sich in ihrer ruhigen und überlegten Art immer wieder hoch und meisterte alle Aufgaben zielstrebig, mit viel Engagement und Optimismus. Das war vielleicht auch ihr Erfolgsrezept.

Hotel in- und auswendig kennen

Eigentlich kam Susanne Walt vor rund 40 Jahren lediglich zur Erholung ins Hotel Hirschen, welches damals noch ein eigenes Hallenbad besass. Dort lernte sie ihren Mann Arnold Walt kennen. «Damals wohnte ich noch in Zürich, kam vielfach an den Wochenenden nach Wildhaus und half im <Hirschen> aus.» Doch bevor Susanne Walt endgültig hier sesshaft wurde, absolvierte sie eine Saison im Hotel Baur au Lac sowie ein halbes Jahr im «Elite» in Zürich. Schliesslich wuchs Susanne Walt in den lebhaften Betrieb des Wildhauser «Hirschen» hinein, lernte Land und Leute und natürlich den Hotelbetrieb kennen. «Als mein Mann 1996 starb, war ich froh, dass ich dieses Hotel in- und auswendig kannte. Doch ich hatte auch gute Helfer zur Seite, meine vier Kinder waren auch da, und so kam denn doch alles recht ordentlich heraus», erzählt die Hotelfrau. Der Hotelbetrieb entwickelte sich. «Ich hatte immer liebe und gute Leute um mich, die mir wirklich halfen.»

Gemeinsam zum Erfolg

Susanne Walt erwähnt auch die treue Stammkundschaft, sei es am Wirtshaustisch oder in den Seminaren, und betont die zum Teil jahrzehntelange Treue solcher Gäste zum «Hirschen». Und dass das Haus nicht nur auf der Passhöhe stehe, sondern auch das ganze Jahr über für die Besucherschaft offen sei, wertet Susanne Walt als wichtigen Faktor für den Betrieb: «Der <Hirschen> ist wie ein Fixpunkt im Dorf.» Susanne Walt erzählt von stetigen Neuerungen, Anpassungen an die heutige Zeit, von Renovationen und Anschaffungen. «Der Gast will verwöhnt sein, aber das bieten wir ihm gerne.» Nicht unerwähnt ist der verheerende Brand im Jahre 2001, aber umso freudvoller ist die Erinnerung an die Eröffnung des Neubaus nach nur 14 Monaten Bauzeit mit grossem Interesse der Bevölkerung am neuen «Hirschen»-Angebot.

Stolz auf die Geschichte

Susanne Walt wird sie gerne im Hintergrund helfend und beratend zur Seite stehen. Doch sie weiss auch, dass mit der soeben vollzogenen Schlüsselübergabe die Verantwortung des grossen Hotelbetriebs an die sechste Generation mit Tochter Simone der Familie Walt übergeben wurde. Sie wird das Familienunternehmen weiterführen und sie darf auch ein wenig stolz auf die über 150jährige Geschichte des Hauses sein.

Mutter Susanne Walt wird das Mandat als Verwaltungsratspräsidentin des Familienunternehmens «Hotel Hirschen Wildhaus» behalten. Ganz sicher freut sie sich jedoch sehr auf ihre «neue», persönliche Zukunft.

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