Eine günstige Gelegenheit verpasst

Denkbar knapp sagen die Stimmberechtigten in Wald Nein zu einer zweckmässigen Sanierung der Liegenschaft «Spar». Damit verpassen sie es, der unter finanzpolitischen Überlegungen günstigeren Lösung den Vorzug zu geben.

Jesko Calderara
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Denkbar knapp sagen die Stimmberechtigten in Wald Nein zu einer zweckmässigen Sanierung der Liegenschaft «Spar». Damit verpassen sie es, der unter finanzpolitischen Überlegungen günstigeren Lösung den Vorzug zu geben. Insbesondere mit Blick auf die drohende Verschuldung bei einer Realisierung des Projekts «Gens» wäre diese Variante vorteilhafter gewesen. Anscheinend aber will eine Mehrheit der Bevölkerung den Neubau im Dorfzentrum, obschon zum Vorhaben noch zahlreiche Fragen offen sind. Es liegt nun am Gemeinderat, in der anstehenden Planungsphase dessen Vorteile mit Fakten zu untermauern. Bis jetzt fehlen etwa Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit von «Gens» und ein Bedürfnisnachweis für die geplanten Wohnungen. Falls dies den Behörden nicht gelingt, dürfte die Abstimmung zum Baukredit an der Urne erneut nur schwierig zu gewinnen sein. Das eigentliche Problem in Wald ist jedoch ein anderes. Wie die teilweise gehässigen Diskussionen zum Dorfzentrum und das jüngste Abstimmungsresultat erneut gezeigt haben, ist die Gemeinde tief gespalten. Hüben wie drüben herrscht gegenseitiges Misstrauen vor. Unter solchen Umständen ist ein konstruktives Miteinander ausgeschlossen. Wie sich diese Gräben dereinst wieder überwinden lassen, bleibt zurzeit völlig unklar. Klar ist nur, dass mit den gleichen Protagonisten am Ruder weitere Auseinandersetzungen wohl nur eine Frage der Zeit sind.

jesko.calderara@appon.ch

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