Eine ganz besondere Beziehung

In «Family Spirit» zeigte die Künstlerfamilie Freydl-Roth über das Wochenende im «Magasä» ihre Werke und Objekte. Tochter und Kunststudentin Malee Roth trat dabei als Kunstschaffende zum ersten Mal an die Öffentlichkeit.

Michael Hug
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Malee Roth trat an der Ausstellung «Family Spirit» zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und zeigte ihre Bachelor-Arbeit «In Beziehung». (Bild: Michael Hug)

Malee Roth trat an der Ausstellung «Family Spirit» zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und zeigte ihre Bachelor-Arbeit «In Beziehung». (Bild: Michael Hug)

GANTERSCHWIL. Thomas Freydls ausgefallene Wohnobjekte, die nicht nur Kunst darstellen, sondern auch einen überaus praktischen Nutzen aufweisen, kennt man. Doch immer wieder kann «Fri» Freydl mit Überraschungen aufwarten. Ein ausgeklügeltes Scharnier, eine raffinierte Innenbeleuchtung – stets sucht der Künstler das fürs Auge Angenehme mit für den Alltag Nützlichem zu verbinden. Jedes Möbelstück ist ein Unikat, ein kunstvoller Einrichtungsgegenstand mit unkopierbarem Prototypenstatus, mit ungewöhnlichen Dimensionen, auf Wunsch massgeschneidert.

Frappanter Kontrast

Christa Roths Objekte bilden zu den Möbeln ihres Partners Thomas Freydl einen frappanten Kontrast. Filigran und stark redimensionierter sind ihre Werke. Unaufdringlicher sind auch die Farben der stilisierten Feen, Kühe, Vögel oder Hasen. Naturton-farbig sind sie, aber auch in hellem Pastell, die Wirklichkeit, die Natürlichkeit karikierend durch ihre unbeholfene, krude und dennoch liebevolle Machart. Natürlich lassen sich Christa Roths Objekte plazieren wo immer der Sinn danach steht, doch im Kontext der Ausstellung «Family Spirit» vom vergangenen Wochenende wirkten sie wie ein graziles Pünktchen auf einem markigen «i».

Ausstellung als Gelegenheit

Die Ausstellung als Gelegenheit, zum ersten Mal vor die Öffentlichkeit zu treten, nahm Malee Roth, die Tochter der beiden Kunstschaffenden, wahr. Malee Roth steckt mitten im Studium zum Master of Arts & Design an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. An «Family Spirit» zeigte sie ihre Arbeit zum Bachelor-Diplom und gab der Ausstellung damit eine weitere, markante Facette. Ihre Arbeit «In Beziehung» ist eine gestalterische Arbeit in mehreren Bildern. Die Erarbeitung erforderte mehrere Stufen, sagt die Neo-Kunstschaffende: «Zuerst habe ich die Motive fotografiert und dann Ausschnitte davon gemalt.» In den Ausschnitten sind Fragmente ihres eigenen nackten Körpers und dem ihres Partners zu sehen. «Man sieht hier mein Interesse für die Darstellung des Menschen, das mich im letzten Semester stark beschäftigt hat», schildert die Studentin.

Eine intensive Arbeit

Eine intensive Arbeit, sagt Malee Roth. Nicht nur die Motive stehen in Beziehung, sondern auch die in einer Beziehung stehenden Körper, also ihre eigene Beziehung, wird so zum Thema. Die Intimität der Szenen sei nicht einfach losgelöst von den beiden beteiligten Persönlichkeiten, wie sonst üblich bei der Aktmalerei. Sie als Malerin und ihr Partner stecken mittendrin in der Szene: «Die Bilder zeigen Ansichten des anderen, den Blick von mir auf ihn und umgekehrt.»

Hat die Kunststudentin schon herausgefunden, in welcher Richtung sie später Kunst machen will? «Das kann ich noch nicht sagen, es wechselt ständig. Zurzeit beschäftige ich mich mit Fotografie. Doch das geschieht alles im Rahmen des Studiums, für freies Arbeiten habe ich fast keine Zeit.» Sicher ist sie sich, dass sie nach dem Studium in der Vermittlung von Kunst tätig sein möchte. Malee Roths Berufsvision geht in Richtung Lehrerin in Kunst an einer Mittel- oder Fachhochschule.