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Eine Frischekur für das Gaiser Museum

Das Museum Gais soll eine bauliche und konzeptionelle Neugestaltung erfahren. Das ist im Grobkonzept vorgesehen, das die Kulturkommission derzeit ausarbeitet. Der Gemeinderat befindet darüber im Mai.
Astrid Zysset
Heute präsentieren sich die Ausstellungen im Museum Gais auf konventionelle Weise. (Bild: Astrid Zysset)

Heute präsentieren sich die Ausstellungen im Museum Gais auf konventionelle Weise. (Bild: Astrid Zysset)

Grosse Veränderungen stehen im Museum Gais an. Das Ziel: «Wir möchten alles etwas besucherfreundlicher gestalten», sagt Urs Bosshard, Präsident der Kulturkommission. Wie genau das vonstatten gehen soll, wird im Grobkonzept festgehalten, das derzeit ausgearbeitet wird. Dieses sieht bauliche Massnahmen wie ein Empfangsbereich, eine neue Beleuchtung und eine Ecke zum Verweilen, aber auch grundlegende Änderungen in der Präsentation der Museumsobjekte vor.

Wenn es nach Bosshard geht, soll ein Teil der derzeit ausgestellten Werke eingelagert und für Sonderausstellungen genutzt werden. Die Übrigen werden nach Themenbereichen wie Dorfbrand, Molkekuren, Pädagogik respektive Hermann Krüsi, und Maler Johann Ulrich Fitzi (1798–1855) geordnet und neu inszeniert. «Wir werden sie so in Szene setzen, dass die Besucherinnen und Besucher auf den ersten Blick erkennen, wie die geschichtliche Einordnung vorzunehmen ist», sagt der Präsident der Kulturkommission.

Ausstellung soll für sich selbst sprechen

Nach dem Dorfbrand 1780 folgte in Gais eine Zeit, in welcher Molkekuren stark gefragt waren. Touristen und Adelsleute aus den Nachbarländern machten sich auf, um in der Mittelländer Gemeinde ihre Krankheiten auszukurieren. «Damals gab es noch keine Strasse hier bei uns. Die Kurgäste kamen alle mit Ross und Wagen über einen Feldweg hier an», so Bosshard. Für die Bauern war es eine anstrengende Zeit. Bosshard ruft den Schottenträger Anton Josef Inauen (1725–1791), genannt «Schottensepp», in Erinnerung. Während der Alpzeit brachte er jeweils in der Frühe die frische Molke von der Alp «Oberer Mesmer» nach Gais . 16 Kilometer legte er täglich zu Fuss zurück. Zwischen zwei und drei Uhr machte er sich auf den Weg.

«Das sind alles Hintergrundgeschichten, welche die Ausstellung spannend machen. Aber man muss sie verständlich und attraktiv verpacken.» Wie genau, das wird aktuell noch ausgearbeitet. Bosshard stellt sich einen lebensgrossen «Schottensepp» vor, den man beispielsweise an die Wand des Museums projizieren könnte. Auch auf digitale Hilfsmittel soll zurückgegriffen werden. Bei den detailgetreuen Zeichnungen von Johann Ulrich Fitzi hat Bosshard die Idee, dass er den Bildern Fotografien von heute gegenüberstellt.

Mit der Neugestaltung erhofft sich die Kulturkommission mehr Museumsbesuchende. Attraktiv soll die Präsentation für Jung und Alt werden. Und: «Die Ausstellung soll für sich selbst sprechen können, ohne dass sich die Besucherinnen und Besucher durch Unmengen an Literatur kämpfen müssen oder dass ihnen jemand lange Ausführungen gibt.» Das ist derzeit im Museum Gais der Fall. Mitglieder der Kulturkommission geben Führungen, Museumspersonal im eigentlichen Sinne gibt es nicht. «Dass wir das Museum leiten, gehört aber im Prinzip nicht zu unseren Aufgaben», so Bosshard. Darum will man auf lange Sicht eine andere Lösung. Die personelle Frage ist derzeit aber noch offen. Für Bosshard ist klar, dass es zumindest während der Umbauphase einen Kuratoren braucht, dessen Erfahrungen konzeptionell berücksichtigt werden. Anschliessend soll eine Betreuungsperson während der Öffnungszeiten vor Ort sein. Evaluiert wird auch die Zusammenarbeit mit einem anderen Museum.

Umsetzung des Konzepts bereits im Herbst

Das Konzept wird derzeit von der Kulturkommission konkretisiert inklusive allfälligem Kostenrahmen. Anschliessend wird es dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt. Der Zeitplan ist eng: Noch in dieser Legislatur, sprich bis spätestens Ende Mai soll es geprüft werden. Wird es gutgeheissen, könnte mit der Umsetzung bereits im Herbst begonnen werden.

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