Eine Frau mit vielen Talenten

Als Anerkennung für ihr grosses Engagement zum Wohle Gossaus durfte Trudi Weibel kürzlich im Beisein von Familie, Freunden und Behörden den Gossauer Preis entgegennehmen.

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Viel Volk strömte vor wenigen Tagen zum Fürstenlandsaal, um Trudi Weibels öffentliche Ehrung mitzuerleben. Der Grossaufmarsch machte deutlich, wie beliebt die engagierte Gossauerin in ihrer Stadt ist. Als Trägerin des Gossauer Preises, der seit 1987 verliehen wird, gehört sie jetzt zum Kreis von nunmehr vierzehn Personen, die das kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Gossau massgeblich mitgeprägt haben. Sie alle sind auf dem Rathausplatz mit einer Stele verewigt, diejenige von Trudi Weibel war zur Feier des Tages mit Blumen geschmückt.

Seit 1960 aktiv

Durch den Abend führte Stadtpräsident Alex Brühwiler, und für die musikalische Umrahmung sorgte die Jugend des Tambourenvereins Gossau-Fürstenland. In seiner Laudatio würdigte Alex Fürer, ein langjähriger Wegbegleiter der Preisträgerin, Trudi Weibels Engagement, das bereits 1960 seinen Anfang nahm.

Sie hiess noch Trudi Broger und war Wolfsführerin bei den Pfadfindern, als sie damals alle Hebel in Bewegung setzte, um zugunsten des Pfadiheims einen Basar auf die Beine zu stellen. Kinder und Jugendliche standen ihr immer schon besonders nahe. Neben der legendären Gossauer Kinderfasnacht rief sie auch das Weihnachtsbasteln, den Tag auf dem Bauernhof, die Kinderolympiade, den beliebten Morgenspaziergang und das Zeltlager ins Leben.

Ausgeprägte Fröhlichkeit

Ausserdem gründete sie zwei Guggenmusik-Formationen und die Schnitzelbankgruppen «Bräme» und «Wäspi», wobei sie mit letzteren immer noch aktiv unterwegs ist. Nachhaltige Spuren hinterliess Trudi Weibel auch während ihrer Amtszeit als Stadtparlamentarierin, indem sie unter anderem 1.-August- und Jungbürger-Feiern und die Gossauer Party für Neuzuzüger initiierte.

Sie war jahrelang Mitglied der gemeinderätlichen Verkehrskommission und wirkte auch bei der Gründung des Kulturkreises Gossau mit. «Trudi Weibel ist eine Frau mit vielen Talenten», sagte Alex Fürer zum Schluss seiner Ausführungen, «und sie verfügt über eine ausgeprägte Fröhlichkeit, mit der sie bis heute jede Situation meistert.» Während der offiziellen Preisübergabe will der Applaus nicht enden, und das Publikum erhebt sich zu Ehren von Trudi Weibel sogar von den Sitzen. Die Gefeierte geniesst diesen Moment, bevor sie sichtlich gerührt betont, dass sie all dies ohne Unterstützung ihrer Familie und zahlreicher Helfer niemals geschafft hätte.

Fasnächtliche Sondereinlage

Zu ihrer grossen Freude betritt anschliessend Urs Welter, legendärer St. Galler Schnitzelbänkler – «und mein grosses Vorbild» –, den Saal, um einige Anekdoten aus Trudi Weibels Leben zum besten zu geben. Und auch ihre «Wäspi»-Kolleginnen Edith Rusterholz, Madeleine Grossmann und Heidi Gemperle haben es sich nicht nehmen lassen, der Vierten im Bunde mit einer fasnächtlich angehauchten Sondereinlage die Ehre zu erweisen. Damit ist der Abend aber noch nicht zu Ende. Alex Brühwiler lädt zum Apéro riche und zur Freinacht: «Heute bleiben wir so lange, wie es uns Freude macht.» (gt)

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