«Eine fast ideale Lösung»

In Hundwil zeichnet sich eine Lösung für die Post-Versorgung ab. Für die Agentur-Variante müsste die Gemeinde die Liegenschaft für 450 000 Franken kaufen. Der Deal macht in verschiedener Hinsicht Sinn, sagt der Gemeinderat.

David Scarano
Merken
Drucken
Teilen

Hundwil. Erfreuliche Wende für das Poststellen-Problem in Hundwil: Gemeindepräsident Ernst Schmid präsentierte am Donnerstag an der öffentlichen Orientierung «eine fast ideale Lösung». Die Gemeinde will das Grundstück und die Liegenschaft der Poststelle kaufen. Darin wird sich im Erdgeschoss die «alpstein-IT GmbH» einmieten und eine sogenannte Post-Agentur führen.

In Hundwil hatte sich zunächst eine Haus-Service-Lösung abgezeichnet. Mit der Agentur war sie eine von zwei von der Schweizerischen Post vorgeschlagenen Möglichkeiten, nachdem diese beschlossen hatte, die Poststelle in Hundwil wegen sinkenden Umsätzen und Kundenfrequenzen zu schliessen. Den Umsatzrückgang seit 2004 bezifferte Ernst Schmid zwischen 30 und 40 Prozent.

Der Haus-Service, bei der der Postzusteller verschiedene Dienstleistungen vor Ort anbietet, war in den Vordergrund gerückt, weil sich für die Agentur keine geeigneten Partner unter den Gewerblern finden liessen. Diesen Januar meldete sich schliesslich die «alpstein-IT GmbH» von Gemeinderat Michael Friedrich.

Abstimmung am 13. Juni

Der ausgehandelte Verkaufspreis der Liegenschaft: 450 000 Franken. Schmid bezeichnete das Angebot der Schweizerischen Post als «fair».

Die zukünftigen gesamten Zinserträge der Liegenschaft (Wohnung, Erdgeschoss und Garage) betragen rund 20 000 Franken. Dies entspricht einer Rendite von etwa 4,5 Prozent – kein schlechter Wert in der heutigen Zeit, so der Gemeindepräsident. Der Verkaufsvertrag liegt bereits vor. Er wird in den nächsten Tagen unterschrieben – unter Vorbehalt natürlich. Die definitive Entscheidung liegt bei den Stimmbürgern und Stimmbürgerinnen. Der Urnengang findet am 13. Juni statt.

Sagen die Hundwiler Ja, bleibt die Poststelle bis zum 6. August offen. Anschliessend folgt ein dreiwöchiger Umbau. Eröffnet wird die neue Agentur am 28. August.

Die neue Post-Agentur soll über kundenfreundlichere Öffnungszeiten verfügen. Diese könnten wie folgt aussehen: Montag bis Freitag von 6 Uhr bis 10 Uhr und 16.30 bis 19 Uhr sowie samstags von 8 bis 11 Uhr. Aufgegeben werden können Briefe und Pakete. Mit Postfinance-Card und Maestro-Karten können Rechnungen beglichen werden.

Barbezüge von kleineren Beträgen sind mit der Postcard möglich.

Der Kauf der Liegenschaft macht für den Gemeinderat nicht nur darum Sinn, weil so die Poststelle im Dorf erhalten bleibt. Auf dem Grundstück befinden sich für die Gemeinde und die Bevölkerung ebenso wichtige Infrastrukturen. Ernst Schmid nannte etwa die öffentliche Telefonkabine und vor allem die Postautohaltestelle, wofür die Gemeinde zuständig ist. Eine Alternative auf gemeindeeigenem Boden gäbe es dafür nicht, sagte er.

Die Parzelle ist für die Gemeinde zudem wichtig, weil sich darauf dringend benötigte Parkplätze realisieren lassen. Diese sind notwendig, weil nach der Sanierung der zwei Staatsstrassen des Dorfes die provisorischen Parkplätze entlang der Haupt- und Urnäscherstrasse wegfallen. Für das Problem des Dauerparkierens, das auch den Landsgemeindeplatz betrifft, soll eine Lösung gesucht werden. Möglich ist eine Bewirtschaftung. Der Zeitpunkt ist nach Aussage von Ernst Schmid noch offen.

Gute Rechnung

Zweites Hauptthema der Orientierung war die Jahresrechnung, über die ebenfalls am 13. Juni abgestimmt wird. Bei Ausgaben von 6,6 Mio. Franken schloss sie mit einem Plus von 14 000 Franken und damit um rund 50 000 Franken besser ab als das Budget. In der Rechnung sind Nachtragskredite in Höhe von 44 000 Franken und zusätzliche Abschreibungen von 145 000 Franken enthalten.

Zum erfreulichen Ergebnis haben Mehrerträge aus dem Finanzausgleich (plus 61 000 Franken) und 160 000 Franken aus Steuernachzahlungen durch natürliche Personen beigetragen. Die Rechnung 2009 war an der Orientierung unbestritten.

Einzig das Ressort Schule löste eine Frage aus. Im Vergleich zum Budget fielen die Kosten um 200 000 Franken höher aus.

Dies führte die zuständige Gemeinderätin Margrit Müller-Schoch einerseits auf die schulrechtlichen Erlasse und andererseits auf eine verspätet eingetroffene Schlussrechnung für das Jahr 2008 in Höhe von 100 000 Franken der Sekundarschule Stein zurück. Insgesamt sind 12 Lernende (wovon zwei Hundwil betreffend) weniger in Stein in die Sek gegangen. Bei praktisch gleichem Aufwand ist der Pro-Kopf-Beitrag in die Höhe geschnellt. Für die Verspätung sei unter anderem ein Buchhalterwechsel mitverantwortlich.