Eine Dreiviertelstunde reichte

Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg hiess die Rechnung 2015 gut und entlastete die Organe. Die Anteilscheine werden mit drei Prozent verzinst. Vom Frankenschock ist die Bank direkt nicht betroffen.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
Unter dem Titel «Salto Mortale» stellten Turner des TV Wattwil einen Banküberfall dar. Zuletzt hatte allerdings der Sheriff die Oberhand. (Bild: Martin Knoepfel)

Unter dem Titel «Salto Mortale» stellten Turner des TV Wattwil einen Banküberfall dar. Zuletzt hatte allerdings der Sheriff die Oberhand. (Bild: Martin Knoepfel)

WATTWIL. Nur rund eine Dreiviertelstunde dauerte der statutarische Teil der Generalversammlung der Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg. Über 1100 Personen waren am Freitagabend in der Wattwiler Markthalle erschienen. Einige Tische blieben, vielleicht grippebedingt, leer.

In seiner Präsidialansprache sagte Pius Eicher, dass die Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg ihren Kurs selber bestimme, obwohl sie Teil der drittgrössten Bankengruppe des Landes sei. Zugleich warnte er, dass die industrielle Basis des Landes durch den Frankenschock vom 15. Januar 2015 angeschlagen sei. Die Ökonomen von Raiffeisen Schweiz rechneten dieses Jahr nicht mit einer wesentlichen Beschleunigung der Konjunktur.

Der Entscheid für einen Neubau der Geschäftsstelle in Ebnat-Kappel sei richtig gewesen, ist Pius Eicher überzeugt. Das zeige die Tatsache, dass so viele Besucher zum Tag der offenen Tür in der neuen Geschäftsstelle gekommen seien.

Mehr Ausleihungen

Urban Koller, der Vorsitzende der Bankleitung, resümierte die Geschäftszahlen 2015 und zeigte sich überzeugt, dass die Qualität des Kreditportfolios der Bank ausgezeichnet sei. Jeder Kreditkunde werde einer strengen Prüfung unterzogen, sagte Urban Koller. Die Kundenausleihungen stiegen letztes Jahr um fast sechs Prozent oder 33 Millionen Franken auf 594 (2011: 497) Millionen Franken.

Der Zinserfolg, der fünf Sechstel des Betriebsertrags ausmacht, konnte mit der Zunahme der Ausleihungen allerdings nicht mithalten und sank um 0,1 Millionen Franken. Mehr verdient als 2014 hat die Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg mit dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Die Hypotheken wurden grösstenteils für Wohnliegenschaften gewährt.

Höherer Sachaufwand

Auch die Kundengelder stiegen letztes Jahr, um 2,2 Prozent oder elf auf 503,5 Millionen Franken. 2011 waren es 431 Millionen gewesen. Ferner wurden Anteilscheine in Höhe von 5,6 Millionen Franken gezeichnet.

2015 blieb der Personalaufwand fast unverändert. Dagegen stiegen die Sachkosten um rund eine Viertelmillion Franken auf 2,01 Millionen Franken. Die Bank habe die Sachkosten im Griff, versicherte Urban Koller. Die Kostensteigerung 2015 sei auf die Eröffnungsfeier für den Neubau in Ebnat-Kappel, auf die Übernahme der Emissionsabgabe bei Mehrfachzeichnungen von Anteilscheinen und auf erhöhte Kosten für die 2017 einzuführende neue Informatikplattform von Raiffeisen Schweiz zurückzuführen. Der Geschäftserfolg stieg um 28 Prozent auf fast 2,5 Millionen Franken.

Einstimmig genehmigten die Genossenschafter die Jahresrechnung 2015 und erteilten den Organen der Bank Entlastung. Zudem bestätigten sie die Revisionsstelle für weitere drei Jahre im Amt.

Drei Prozent beschlossen

Mit vereinzelten Gegenstimmen hiessen die Genossenschafter sodann den Antrag gut, die Anteilscheine der Bank mit drei Prozent zu verzinsen. Der Verwaltungsratspräsident nutzte die Gelegenheit, für die Anteilscheine zu werben, indem er auf die vielen Vergünstigungen für Genossenschafter hinwies.

In der Umfrage ergriff nur ein Genossenschafter das Wort. Er wollte wissen, was sich hinter dem ausserordentlichen Aufwand von 1,4 Millionen Franken in der Erfolgsrechnung verbirgt. Urban Koller antwortete ihm, dass mit diesem Betrag die Reserven geäufnet würden.

Durch das Unterhaltungsprogramm führte der Komiker und Illusionist Tom Davies, der unter anderem mit Seil und Kartentricks das Publikum begeisterte. Höhepunkt des Rahmenprogramms war der Auftritt der Wattwiler «Saltos» mit einer Choreographie, passend zum Anlass, zum Thema Bankraub.