Eine Diskussion, wo keine erwünscht war

«Abbruch Ortsbürgerhaus Nesslau»

Christof Deutsch, Lutenwilerstrasse 2b 9650 Nesslau
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Trotz Opposition bleibt der Gemeinderat dabei, das Ortsbürgerhaus (Hagmann’sches Haus) zum Abbruch freizugeben. Es tut mir leid, dass ich es nicht geschafft habe, die Verantwortlichen vom Wert der Liegenschaft zu überzeugen. Mit der Unterschriftensammlung (202 Unterschriften) wollte ich das Bedürfnis nach einem Diskussionsabend und einer Abstimmung aufzeigen, an der sich alle Einwohner beteiligen können. Die Gemeinde sieht keinen Handlungsbedarf. Man sieht die subjektive Meinung eines Einzelnen und meint, dass mit der allgemeinen Diskussion um die Dorfgestaltung genug geredet wurde. Bei der nun einjährigen «Meinungsbildung» waren schlussendlich etwa 100 zu 10 Ortsbürger für den Abbruch des Hauses, knapp 200 Nesslauer gegen den Abbruch, der kantonale Heimatschutz und die Denkmalpflege gegen den Abbruch und schlussendlich ein ausserkantonaler Experte für den Abbruch. Der ausserkantonale Experte wurde nötig, weil die Stellungnahmen von Heimatschutz und Denkmalpflege des Kantons St. Gallen nicht zur Zufriedenheit unserer Gemeindebehörde ausfielen. Der ausserkantonale Experte sieht im Hagmann’schen Haus wenig historische Materialität und verneint die historische Bedeutung. Einen Kommentar verdient auch das Argument der inneren Verdichtung. Die Verdichtung ist ein Instrument, welches mit der nötigen Sorgfalt und Fachkenntnis angewendet werden soll. Eine sehr effiziente Umsetzung ist auch möglich, wenn sich die glühenden Verfechter der Verdichtung VOR dem Bau des eigenen Einfamilienhauses daran erinnern. Auch wenn die Opposition einiger Einwohner und die Stellungnahmen unserer kantonalen Institutionen unseren Gemeindevertretern und einigen Ortsbürgern nicht genehm waren, so ermöglichten sie doch eine Diskussion, wo keine erwünscht war.

Christof Deutsch, Lutenwilerstrasse 2B 9650 Nesslau