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Eine Bahn auf den Rotsteinpass

Seit einigen Wochen wird auf dem Rotsteinpass gebaut: Dort entsteht die Bergstation für eine Materialtransportbahn von der Thurwis, oberhalb Unterwasser, hinauf auf den Rotsteinpass. Mit dieser Bahn ist die Logistik des Warentransportes für den Bergwirt Albert Wyss einfacher.
Christiana Sutter

WILDHAUS-ALT ST. JOHANN. Das Wetter ist rauh auf dem Rotsteinpass. Ostwärts scheint noch etwas die Sonne durch die Wolken, aber im Westen sieht man schon die sich nähernden Regenwolken. Das scheint den zwei Maurern und Albert Wyss junior nichts auszumachen. Seit Mitte August wird auf der Scheide zwischen dem Toggenburg und dem Appenzellerland die Bergstation für die Materialtransportbahn gebaut. «Ich bin nur der Handlanger», sagt Albert Wyss junior verschmitzt und reinigt die gelben Schalttafeln weiter mit Stahlwolle.

Innovative Familie

Die Bewilligung für den Bau der Transportbahn hat der Bergwirt Albert Wyss senior im November 2012 von der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann erhalten. Denn die Bergstation steht auf Toggenburger Boden, «aber das Berggasthaus liegt auf Innerrhoder Boden», sagt der Senior lachend. Die Idee einer Transportbahn hatte Albert Wyss senior bereits, als er sich am Bau der Strasse hinauf auf die Alp Wees (oberhalb der Thurwis) 1995 beteiligte. Die Zeit war damals aber noch nicht reif für dieses Projekt. Dass die Familie Wyss schon immer innovativ war, zeigt auch, dass der Grossvater des jetzigen Bergwirts, Josef-Anton Wyss, ein Bauer aus Weissbad, in den frühen 1940er-Jahren die Idee hatte, das Berggasthaus auf dem Rotsteinpass zu bauen. «Die Familie meines Grossvaters war sehr kinderreich. Er hatte damals beobachtet, dass auf dem Rotsteinpass viele Bergwanderer einen Halt einlegten, das brachte ihn auf die Idee eines Berggasthauses», sagt Albert Wyss senior. Als dann seine Eltern die Bergwirtschaft führten, erweiterten sie das Gebäude südlich mit einem ersten Anbau und der Terrasse, «das war 1964», sagt der Bergwirt.

Unterhalt der Bergwege

Aber auch Albert Wyss senior und seine Frau Cäcilia investierten in das Berggasthaus. 1992/93 wurde die Küche ausgebaut, und 2002 erneuerten sie die sanitäre Anlagen. Es entstanden neue Waschräume und Toiletten sowie drei Zimmer. Bergwirt Wyss und seine Söhne Albert, Matthias und Roman kümmern sich auch um den Unterhalt der Bergwege um den Rotsteinpass. 1993 bis 2000 bauten sie den Weg von der Alp Wees hinauf zum Rotsteinpass aus. 2010 sanierten der Innerrhoder Wegmacher und Mitglieder der Rettungskolonne Appenzell den Weg vom Säntis über den Lisengrat hinüber zum Rotsteinpass. Kurz zuvor sanierte der Wildhauser Toni Grob zusammen mit Kollegen aus der Rettungskolonne den Weg durch die Fliswand.

Eines hat Albert Wyss senior nie aus den Augen verloren: eine Transportbahn von der Thurwis hinauf auf den Rotsteinpass, die über die Alpen der Alpgenossenschaft Flies führt. Denn mit einer Materialbahn wäre das Berggasthaus wetterunabhängiger, «und wir könnten die Lebensmittel nach Bedarf schneller aus dem Toggenburg hinauf transportieren». Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission hat jahrelang Einspruch gegen dieses Projekt erhoben, doch auch diese habe schliesslich zugestimmt. Die Talstation liegt neben der bestehenden Transportbahn auf dem Schafboden. Die neue Materialbahn auf den Rotsteinpass weist eine Länge von drei Kilometern auf, hat zehn Masten und zwei Transportkisten. Mit einer Rampe kann die Bahn auch Material auf den Schafboden führen, von wo aus sie auch bedient werden kann.

Skilift als Transportbahn

Im Rietbad wurde Albert Wyss mit der Infrastruktur für die Bahn fündig. Denn der eine Skilift ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. «Die Masten und Seilrollen haben meine Söhne und ich mit Hilfe eines Helikopters diesen Frühling selber abgebrochen und anschliessend revidiert.» Es stellte sich aber heraus, dass der Antrieb des Skilifts Rietbad zu gross für die Transportbahn ist. «Einen Antrieb haben wir dann von einem ausgemusterten Skilift im Gebiet von Portes du Soleil erstanden.» Seit letzter Woche sind Arbeiter der Firma Schällibaum, Alt St. Johann, mit dem Betonieren der Fundamente für die Masten beschäftigt. Gleichzeitig wird auf dem Rotsteinpass gebaut, bis der Schnee kommt, sagt Albert Wyss junior. Dieser ist zuversichtlich, dass die Bahn auf den Sommer 2015 in Betrieb genommen werden kann.

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