Eine Ära geht zu Ende

44 Jahre war Foto Windler in Herisau präsent. Ende Jahr geht Besitzer Willy Windler mit seiner Frau in den Ruhestand. Die Räumlichkeiten wurden an McOptik vermietet.

Daniel Thür
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HERISAU. Mit der Schliessung von Foto Windler geht Herisau nicht einfach ein Fachgeschäft verloren. 44 Jahre war Willy Windler mit seiner Kamera in der Gemeinde unterwegs; an den Traditionsanlässen wie Kinderfest, Guggetröffe, Silvester, an Viehschauen und Alpfahrten, an Dorffesten und Familienanlässen, Konfirmationen und Kommunionen. «Es gibt kaum einen Schüler oder eine Schülerin, die ich nicht vor der Linse gehabt habe», erzählt Windler.

Selber ein Ur-Herisauer

Der heute 67jährige Windler ist in Herisau aufgewachsen und absolvierte damals bei Werner Schoch, der zwei Geschäfte (eines an der Poststrasse 2 und eines an der Kasernenstrasse 4) besass, seine Ausbildung. Danach zog es ihn für kurze Zeit in den Kanton Aargau, wo er seine Frau Theres kennenlernte. Unmittelbar danach rief ihn sein Lehrmeister zurück nach Herisau und bot ihm den Kauf des Geschäfts an der Kasernenstrasse an. Mit 23 Jahren machte Willy Windler den Schritt in die Selbständigkeit.

Als sein ehemaliger Chef kurz darauf verstarb, übernahm er auch dessen zweites Geschäft.

«Der Höhepunkt kam 1987, als ich das Grundstück neben der Migros, wo das heutige Geschäft steht, erwerben konnte. So wurde aus den ehemals zwei Geschäften in Herisau eines, das zeitweise bis zu sieben Angestellte beschäftigte. Bald war das Fachgeschäft auch über die Grenzen von Herisau hinaus bekannt. Auch bildete Windler Lehrlinge aus, welche heute teilweise erfolgreich selbständig sind.

Ruhestand geniessen

Nach 44 erfolgreichen Jahren sei die Zeit reif, etwas kürzerzu- treten, sagt Windler. Nachdem er sich letztes Jahr einer grösseren Operation unterziehen musste, sei ihm klar geworden, dass er etwas ändern müsse. Deshalb haben Windlers erst nach einem Nachfolger für das Geschäft gesucht, was sich jedoch als schwierig erwiesen habe. Also habe er sich entschlossen, das Geschäft zu schliessen.

«Emotional berührt mich das schon sehr. Ich habe zusammen mit meiner Frau sehr viel in dieses Geschäft investiert», so Windler. Dafür freut er sich umso mehr, mit McOptik, einem Schweizer Optikmarkt, einen neuen Mieter gefunden zu haben.

Windlers selbst werden nun das machen, wozu sie in den letzten Jahren kaum gekommen sind: «Ich werde mit meiner Frau zusammen die längst fälligen Ferien nachholen, auf die wir immer verzichten mussten», schmunzelt der künftige Pensionär.

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