Eine 57. Minute als Knackpunkt

Der SC Herisau bleibt Zweitletzter der 1. Liga. Der eine Punkt, den er bei der 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Uzwil erhält, ist tabellarisch wenig hilfreich und korrespondiert nicht mit den Feldvorteilen der Ausserrhoder.

Lukas Pfiffner
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EISHOCKEY. Herisau und Uzwil haben jüngst starkes Personal verloren. Beide gehören zu den schwächsten Teams der Gruppe. Und beide zeigten im ersten Derby 2012/13 vor 400 Zuschauern: Die Tabellenlage hat an Selbstvertrauen und Stilsicherheit gezehrt. Herisau entwickelte immerhin ein grösseres Spielvolumen und verschaffte sich mehr Scheibenbesitz, während Uzwil als effizienter zu bezeichnen war.

Niemand hätte es als unverdient bezeichnen können, wenn der SCH den knappen Vorsprung bis ans Ende der regulären Spielzeit gehalten hätte. Aber da war eben die 57. Minute und das Powerplaytor Heids zum 2:2.

Zweimal zu viele Herisauer

Die Trainer kamen im Rückblick aus unterschiedlichen Gründen auf diese Szene zu sprechen. Herisaus Roger Nater ärgerte sich über das Eingreifen des Refs, der zum zweitenmal innert drei Minuten zu viele Appenzeller Spieler auf dem Eis ausmachte und eine Strafe aussprach. «Der erste Entscheid war richtig, der zweite meiner Meinung nach nicht, weil das Geschehen abseits stattfand.» Uzwils Roger Bader sagte: «Ja, der späte Zeitpunkt des Ausgleichs mochte für uns glücklich sein, aber damit war die spezielle Art des 2:1 egalisiert.» Überraschend war nämlich in der 46. Minute aus einem Bully heraus eine Scheibe Timo Kollers zur Herisauer Führung in die Torecke gerutscht.

Uzwils Passivität nicht genützt

Koch, der in eine Lücke stiess, und der Zuger Partnerspieler Schneider hatten bis zur 15. Minute das 1:1 produziert. Herisau war im zweiten Drittel überlegen, was nach Ansicht Baders vor allem dem Umstand geschuldet war, dass «wir lange auf ein Forechecking verzichteten». Eine Mannschaft mit mehr Format als der SC Herisau hätte die Partie vor der zweiten Pause entschieden: Das passive Uzwil kam kaum mehr aus der eigenen Zone heraus.

«Keine Zielstrebigkeit»

Wenig machte Herisau unter dem Strich aus seinen Passfolgen und Kurvenläufen um das Gästetor herum. «Was nützt uns das alles, wenn wir keine Zielstrebigkeit haben?», meinte Nater. Sicheres Skoren geht dem SCH ab. In elf Partien haben nur drei Spieler mehr als ein Tor erzielt. Bader bewertete Uzwils Auftritt als gute Mannschaftsleistung, «weil wir im Gegensatz zu Herisau auf Partnerspieler verzichten mussten». Auf Herisauer Seite dominierte Frustration. Am nächsten Samstag steht im vorgezogenen Heimspiel gegen den Tabellenletzten Seewen der nächste Krisengipfel der 1.-Liga-Gruppe Ost auf dem Programm: Herisau hat in der ersten Hälfte der Qualifikation am wenigsten Tore geschossen (23), Seewen am meisten erhalten (50).

Herisau – Uzwil 2:3 (1:1, 0:0, 1:1, 0:1) n. Pen. Sportzentrum. – 423 Zuschauer. – Sr. Albertin, Cali/Obwegeser. Tore: 4. Koch (Stoob) 0:1. 15. Schneider (Breitenmoser) 1:1. 46. T. Koller 2:1. 57. Heid (Bucher, Ausschluss M. Koller) 2:2. Herisau: Huber; Hohl, Brunner; Nater, Diener; Meyer, Küng; Aerni, Schneider, Breitenmoser; Popp, Ammann, Jeitziner; Senn, Pace, T. Koller; M. Koller, K. Homberger, Peter. Uzwil: Sonder; Klopfer, Sturzenegger; Hiltebrand, Bischof; Frenzel, Hofer; Berweger; Fehlmann, Bucher, Graf; Stoob, Koch, Scherrer; Tius, Heid, Elsener; Puntus. Strafen: Herisau 9mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Popp plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Hohl, Uzwil 7mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Scherrer. Bemerkungen: Herisau ohne Diacon, L. Homberger, Vlk (verletzt) sowie Crasemann und Rotzinger (krank); Uzwil ohne Stüssi, Hohlbein, Locher (verletzt) und Swart (private Gründe). 30. Pfostenschuss Ammann. Im Penaltyschiessen trifft für Herisau Ammann, während T. Koller, Aerni, Jeitziner und Schneider vergeben; für Uzwil treffen Elsener und Bucher, Heid und Stoob vergeben.

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