Ein Zeichen für die Zukunft setzen

Mehrfach schon äusserten Bürger von Nesslau-Krummenau den Wunsch nach einem attraktiven Dorfzentrum. Nun zeigen die Gemeinde und die Raiffeisenbank Interesse, gemeinsam zu bauen und so mit der Zentrumsgestaltung zu beginnen. Die Bevölkerung steht aber nicht voll dahinter.

Sabine Schmid
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NESSLAU. Die Standortfrage der Verwaltung ist in der Gemeinde Nesslau-Krummenau seit der Vereinigung im Jahr 2005 nicht gelöst. Die 15 Mitarbeitenden sind im Amtshaus in Nesslau und im Gemeindehaus in Neu St. Johann tätig. Dies will man nun mit einem Neubau eines Gemeindehauses ändern. Auch die Raiffeisenbank Obertoggenburg hat im Sinn, in Nesslau oder Neu St. Johann einen Neubau zu realisieren. Daniel Leutenegger, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Obertoggenburg, erklärte dies mit einem grösseren Platzbedarf, denn seit dem Bau des bestehenden Gebäudes vor 22 Jahren sei das Geschäft laufend gewachsen. Die beiden Bauherren haben sich überlegt, ob und wie sie ihre Bauvorhaben zusammen ausführen könnten.

Chance zur Zentrumsgestaltung

Mit diesem Vorhaben gäbe es eine Chance, im Dorf Nesslau das Zentrum neu zu gestalten, sind sich Bank und Gemeinde einig. Der Wunsch nach einem attraktiven Mittelpunkt im Dorf sei schon mehrfach geäussert worden. Ob dieses Bedürfnis immer noch vorhanden ist, wollten die beiden Bauherren herausfinden und luden die Bevölkerung am Donnerstagabend in den Büelensaal ein. «Ich bin überwältigt», sagte Gemeindepräsident Kilian Looser angesichts des grossen Interesses seitens der Bürgerschaft, die den Büelensaal füllte. Nachdem der Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank und der Gemeindepräsident aufgezeigt hatten, warum für sie ein gemeinsames Projekt in Frage kommt, stellte Florian Schällibaum die Masterplanung für das mögliche Zentrum vor (siehe Kasten). «Der Bau der Bank und des Gemeindehauses wären der Grundstein für eine Zentrumsüberbauung», sagte der Planer. Daniel Leutenegger und Kilian Looser betonten, dass sie diesen legen wollten, und zwar lieber mit dem Bauplatz Bumbacherplatz als mit dem Bauplatz nördlich davon. Dieser (Bauplatz B) würde aber höhere Kosten verursachen als Bauplatz A. Die Gemeinde spricht von einer Kostenschätzung von sieben Millionen Franken, die Raiffeisenbank rechnet mit 10 Millionen Franken.

Meinung ist nicht klar

Die anschliessende Diskussions- und Fragerunde wurde rege genutzt. Die Post und die SOB hätten signalisiert, dass sie nicht bauen wollen, antwortete Kilian Looser auf eine Frage. Einige Votanten unterstützten die Bemühungen der Gemeinde und der Bank. Es sei wichtig, dass die Touristen einen anderen ersten Eindruck erhielten als einen Parkplatz, auf dem Abfallcontainer aufgestellt sind. Andere Bürger sprachen sich – vor allem wegen wahrscheinlich tieferen Kosten – dafür aus, die Gemeindeverwaltung am jetzigen Standort des Amtshauses zu belassen. Kilian Looser betonte aber, dass es nicht machbar sei, das bestehende Gebäude umzubauen – auch dort müsste ein Neubau erstellt werden. Der Gemeindepräsident entnahm der Diskussion aber, dass die Bevölkerung eine Optimierung der beiden Einlenker der Bahnhofstrasse in die Hauptstrasse wünschen.

Zum Schluss führte Kilian Looser eine Konsultativabstimmung durch. Der Gemeinderat wolle so spüren, in welche Richtung er das Projekt vorantreiben solle, sagte der Präsident. Allerdings sprachen sich dabei etwa gleich viele Bürger für die Variante Bumbacherplatz wie für die Variante Amtshaus aus. Was der Gemeinderat nun macht, blieb am Donnerstag offen. Für die Bank ist aber klar: Würde sich die Bürgerschaft für ein Gemeindehaus am bestehenden Standort in Nesslau aussprechen, realisiert sie ihren Neubau alleine. Allerdings, sagte Daniel Leutenegger, kaum auf dem Bumbacherplatz.