«Ein wenig Wohllaut und Gesang»

HEMBERG. Das Heimetchörli feiert am 29. und 30. Oktober sein 50-Jahr-Bestehen. Dies wird mit zwei Jodelabenden, der Uraufführung eines neuen Liedes von Ruedi Roth (Melodie) und Fränzi Roth (Text) und Anekdoten gefeiert.

Katharina Rutz
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Das Heimetchörli Hemberg feiert am 29. und 30. Oktober sein 50-Jahre-Jubiläum. Bei der Organisation des Anlasses waren der Dirigent Ruedi Roth (kniend, zweiter von links) mit der Komposition eines Liedes sowie das Gründungsmitglied Jakob Brunner (hinterste Reihe, zweiter von rechts) als Chronist massgeblich beteiligt. (Bild: pd)

Das Heimetchörli Hemberg feiert am 29. und 30. Oktober sein 50-Jahre-Jubiläum. Bei der Organisation des Anlasses waren der Dirigent Ruedi Roth (kniend, zweiter von links) mit der Komposition eines Liedes sowie das Gründungsmitglied Jakob Brunner (hinterste Reihe, zweiter von rechts) als Chronist massgeblich beteiligt. (Bild: pd)

Seit 50 Jahren und somit seit den Anfängen ist Jakob Brunner beim Heimetchörli Hemberg Mitglied. Dies drängte es geradezu auf, ihn zum Chronisten für die Jubiläumsfeier zu machen. «Ich habe schon immer gerne gesungen», sagt er und leitet seine Chronik mit den Worten ein: «Ein kleines Lied, wie geht's nur an, dass man so lieb es haben kann, was liegt darin? Erzähle! Es liegt darin ein wenig Klang, ein wenig Wohllaut und Gesang und eine ganze Seele.» Daneben zählte vor allem auch der kameradschaftliche und gemütliche Teil des Vereinslebens für Jakob Brunner.

Bereits in jungen Jahren kam der 1937 geborene Landwirt zum Männerchor Hemberg. Doch diesem mangelte es bald darauf an Mitgliedern. «So gewann nach anfänglichen Bedenken die Idee Überhand, man möchte das zarte Geschlecht zum Mitsingen einladen», schreibt Jakob Brunner.

Streik wegen Frauen

Obwohl laut Chronist darob einige alteingesessene Mitglieder «gestreikt» hätten, konnte das Heimetchörli am 13. Februar 1960 gegründet werden. 17 Personen nahmen an der Gründungsversammlung teil.

Nach einem problemlosen Start folgten einige turbulentere Jahre für das Heimetchörli, bis man sich schliesslich auf die Jodellieder als Repertoire einigen konnte. «Heute singen wir hauptsächlich Toggenburger Naturjodel und Ausserrhoder Zäuerli. Dazu traditionelle Lieder von Komponisten aus der ganzen Schweiz», beschreibt Ruedi Roth, seit Anfang 2009 Dirigent des Heimetchörlis. Der Hemberger dirigiert auch den bekannten Jodlerklub Wattwil mit Erfolg. Als Einheimischer lag ihm jedoch auch das Geschick des Heimetchörlis am Herzen.

Und als diese in den letzten Jahren – geplagt von häufigen Dirigentenwechseln – gesanglich nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt standen, nahm er die Anfrage an, sie zu dirigieren.

Neuer Wind im Heimetchörli

Mit ihm kam auch ein neuer Wind in die Proben des Heimet- chörlis. «Wir können uns glücklich schätzen, so einen Dirigenten erwischt zu haben», lobt Jakob Brunner.

Obwohl einige Mitglieder am Anfang skeptisch gewesen seien, wolle die Mehrheit so weitermachen, ist er überzeugt. Für Ruedi Roth ist das Heimetchörli eine willkommene Ergänzung zum Jodlerklub Wattwil. Während er in Wattwil ausschliesslich Männer dirigiert, kommen in Hemberg die hohen Frauenstimmen hinzu. Freude hat er auch an den vielen jungen Mitgliedern. Sein Ziel ist es, mit dem Heimetchörli vermehrt auftreten zu können. «In Wattwil arbeiteten wir drei Jahre, bis sich Erfolge und Auftrittsanfragen einstellten», sagt er.

Auch für das Heimetchörli Hemberg ist Ruedi Roth zuversichtlich.

An den Jubiläumsabenden will der Chor nun zeigen, welche Fortschritte in den letzten Monaten erzielt wurden. Mit zwei unterschiedlichen Programmen für die beiden Abende und einer Uraufführung dürfte dies gelingen.