«Ein weiterer Versuch, das System zu torpedieren»

Roger Fuchs
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Appenzell «Wahlen in unserem Bezirk sind nicht langfädig, sondern effizient», sagt Reto Inauen. Er ist regierender Hauptmann des Bezirks Appenzell und lässt die Ausführungen des Innerrhoder SP-Präsidenten Martin Pfister nicht unbeantwortet stehen. Gemäss Inauen hat sich das bisherige Wahlsystem im Kanton bewährt. Die Wahlen seien denn auch eines der attraktiven Traktanden an den jeweiligen Bezirksgemeinden. Wenn die SP AI nun für die Mitglieder des Grossen Rates auf das Proporzwahlsystem und somit auf eine Urnenwahl umstellen wolle, so «ist dies ein weiterer Versuch, das heutige System mit den freien Wahlen an der Landsgemeinde wie auch an den Bezirksgemeinden zu torpedieren», sagt Reto Inauen. Das grundsätzlich Wertvolle an Initiativen sei immerhin, dass daraus Diskussionen entstehen würden.

Verständnis für Gefühl der Ausgeschlossenheit

In Martin Pfisters Aussage, dass eine Umstellung auf Proporzwahlen die Parteien, Fraktionen und Gruppierungen stärke, sieht Reto Inauen den wohl gewichtigsten Beweggrund der SP. «Es gibt in Innerrhoden zwar Parteien und ich schätze auch deren Arbeit, doch letztlich haben wir im Grossen Rat ein Fraktionsdenken. Dass sich die SP dabei ausgeschlossen fühlt, kann ich nachvollziehen.» Überdies sei das Innerrhoder Wahlsystem darauf ausgerichtet, dass nicht Fraktionen oder Parteien gewählt würden, sondern Köpfe. Und diese kennt man angesichts der Kleinheit des Kantons in der Regel auch. Von daher brauche es nicht wie von der SP gewünscht einen wochenlangen Vorlauf, um sich ein Bild über Kandidierende zu machen, hält Reto Inauen weiter fest. Da genüge es, wenn diese wie bisher in der Woche vor den Bezirksgemeinden über Inserate bekanntgegeben würden. Die Vergangenheit sei Beweis dafür, dass gerade die Sitze im Grossen Rat stets mit guten Personen unterschiedlicher Couleur besetzt werden könnten. Zusammengefasst: «Das heutige System bewährt sich, wir haben kein Parteiendenken und wählen Köpfe», so der Hauptmann Reto Inauen.

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

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