Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Neuer Wanderweg entlang der Wasserfälle in Gais geplant

Entlang des Rotbachs in Gais soll ein Wanderweg entstehen. Dafür setzen sich Guido Burch aus Teufen und Fernando Ferrari aus Gais ein. Die Eröffnung ist für 2022 geplant – wenn das Projekt denn bewilligt wird.
Astrid Zysset

Sie seien von diesem Wegabschnitt einfach begeistert. All die malerischen Wasserfälle und der Bachverlauf, der sich durch den Wald schlängelt, hätten es ihnen angetan. Darum war für Guido Burch aus Teufen und Fernando Ferrari aus Gais schnell klar, dass hier ein Wanderweg entstehen soll. Sie entschieden, die Realisierung des «Weges am Rotbach, Abschnitt Zweibrücken – Bühler» zu lancieren. Das war im März vergangenen Jahres. Mittlerweile sind die Baubewilligungen eingereicht, und die beiden sind sich einig: «Wenn wir gewusst hätten, was da alles auf uns zukommt, hätten wir uns dieses Engagement bei der Planung und Realisierung wohl noch einmal gründlich überlegt», sagt Ferrari lachend.

Die Gesamtlänge des Wanderwegs beträgt 3,5 Kilometer. Teilweise besteht der Weg bereits, teilweise bedarf es einer neuen Linienführung respektive der Erstellung der Verbindungsstücke. Auf einer Länge von 902 Metern würde ein neuer Trampelpfad entstehen. Die Idee zum Wanderweg hatte Burch. Er ging lange Zeit seinem Hobby nach und arbeitete in einer Fahrzeugreparatur-Werkstätte für Oldtimer im Gewerbezentrum Strahlholz, und hatte damit einer der schönsten Wasserfälle des Rotbachs vor Augen. Er überredete schliesslich seinen ehemaligen Arbeitskollegen Ferrari zu einer Begehung. Der war sofort Feuer und Flamme. Die Idee: Der neue Wanderweg soll pünktlich zum 750-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Gais 2022 fertig erstellt sein. Ein weiteres Teilstück von Bühler nach Unterer Steigbach plant die Gemeinde und soll 2023 begehbar sein. Von dort führt der Weg dann auf dem bereits bestehendem Wanderweg nach Teufen.

Nicht nur auf Begeisterung gestossen

Zurück zum Wanderweg auf Gaiser Boden: Dieser beginnt bei der Haltestelle Zweibrücken, führt über den Mühlweg, überquert die Hauptstrasse und geht nach rund 200 Metern Richtung Saul dem Rotbach entlang bis zum Ortseingang von Bühler. Informationstafeln sollen angebracht werden, auf welchen auf die Bedeutung des Wassers hingewiesen wird. So wird zum Beispiel eine Tafel der Quelle, eine weitere dem Hochwasserschutz gewidmet. Aber auch Informationen zum Gewerbe am Rotbach sind vorgesehen.

Doch vorerst muss der Weg als solches erstellt werden. Äste und Gestrüpp gilt es, zu entfernen, teils müssen Felsgestein abgetragen, Stege und Treppen erstellt werden. Kostenpunkt: Rund 140000 Franken. Bereits haben Ferrari und Burch Stiftungen um finanzielle Beiträge angefragt. Doch definitive Zusagen liegen keine vor. Denn die Baubewilligungen für den Wanderweg stehen noch aus. Diese sollten im Herbst vorliegen. Für die Initianten heisst es bis dahin: Bangen und Hoffen. «Es sah lange Zeit alles gut aus», so Ferrari. Die Einverständniserklärungen aller acht Grundeigentümer lagen vor, der Innerrhoder Zivilschutz hatte sich bereit erklärt, nach Erteilen der Baubewilligungen die gesamten Bauarbeiten, auch diejenigen auf Ausserrhoder Boden, zu übernehmen und der Gaiser Gemeinderat zeigte sich dermassen begeistert von der Idee, dass er sich entschloss, die bisherigen Planungskosten von über 25000 Franken zu tragen. «Wir sind überall auf grosses Wohlwollen gestossen. Alle schienen von der Idee begeistert.» Doch das änderte sich vergangenen Oktober.

Damals fand eine Begehung mit der Innerrhoder Jagd- und Fischereiverwaltung statt, da der neue Weg mehrheitlich über Innerrhoder Boden führt. Es wurden Bedenken geäussert. Denn: Im Bereich Untere Brunnern und Käsgaden besteht ein Wildtierkorridor von überregionaler Bedeutung. Ein Wanderweg würde in diesem Gebiet nicht gerne gesehen, hiess es. «Für uns war das ein Schock, zumal wir nach all den vielen Begehungen mit verschiedenen Fachexperten aus Ausser- und Innerrhoden erstmals von diesem Wildtierkorridor gehört hatten», so Burch. Heute haben Burch und Ferrari eine dezidierte Meinung dazu. «5500 Fahrzeuge passieren täglich diesen Bereich. Die Appenzeller Bahnen haben dort gar eine Kreuzungsstelle projektiert», wirft Ferrari ein. Die beiden Wanderweg-Initianten haben ein unabhängiges Gutachten eingeholt. Dieses bescheinigt, dass dem Weg aus wildbiologischer Sicht zugestimmt werden könne. Nichtsdestotrotz: Ob die Baubewilligungen durchkommen, ist offen.

Blicken zuversichtlich dem Entscheid entgegen

Was geschieht, wenn die Bewilligungen nicht erteilt werden? Dann wären die rund 40 Begehungen, welche die beiden bislang absolviert haben, die 75 Pläne, die für die Baugesuche erstellt wurden, die vielen Gespräche und Arbeitsstunden, die hinter ihnen liegen, umsonst gewesen. «Wir sind guter Dinge, dass der geplante Wanderweg realisiert werden kann, doch wir können nicht beeinflussen, wie der Entscheid ausfallen wird. Wir müssen abwarten», so Ferrari.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.