Ein wackliger Sitz für Hundwil

Seit November ist einer der beiden Hundwiler Sitze im Kantonsrat vakant. Hansjakob Meiers Wahl am kommenden Wochenende ist reine Formsache. Kantonsparlamentarier wird er wohl nicht lange sein.

Bruno Eisenhut
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HUNDWIL. Der amtierende Gemeinderat Hansjakob Meier wird am kommenden Wochenende in den Ausserrhoder Kantonsrat gewählt werden, ohne dass er dafür Anstrengungen unternehmen muss. Der Landwirt wird aber einen Sitz einnehmen, der auf wackligen Beinen steht.

Eine zurzeit durch eine parlamentarische Kommission behandelte Motion fordert die Umverteilung der Kantonsratssitze; sehr vieles deutet darauf hin, dass Hundwil auf die Gesamterneuerungswahlen 2015 statt der bisherigen zwei Sitze nur noch einer zugesprochen wird. Hansjakob Meier ist sich ob dem kurzen Auftritt im Kantonsparlament bewusst: «Mit diesen Voraussetzungen war das Interesse an einer Kandidatur innerhalb der Gemeinde sehr gering», so Meier. Er wurde durch den örtlichen Alp- und Landwirtschaftlichen Verein angefragt und portiert. Die SVP Hundwil unterstützt Meiers Kandidatur. «Die Landwirtschaft soll auch künftig im Kantonsrat vertreten sein», begründet Hansjakob Meier seine Kandidatur.

Rückzug im 2015

Die Wahl am kommenden Wochenende wird für den einzigen Kandidaten denn auch zur Formsache werden. Nebst der bisherigen Margrit Müller-Schoch wird Meier als Parteiunabhängiger im Kantonsparlament Einsitz nehmen. Umstrittener dürfte es ein Jahr später im Zuge der Gesamterneuerungswahlen werden, wenn die Zahl der Sitze von Hundwil halbiert wird. Meier winkt jedoch entschieden ab: «Für mich steht eine Kampfwahl im 2015 gegen Margrit Müller ausser Frage.» Falls sich die Gemeindepräsidentin nicht unerwartet zurückzieht, werde er nach einem Jahr seinen Sitz freiwillig wieder abgegeben. Viel eher will Hansjakob Meier im bevorstehenden Jahr von der Erfahrung seiner künftigen Hundwiler Kantonsratskollegin profitieren. «Damit ich mich in der kurzen Zeit im Geschehen einbringen kann, bin ich auf die Unterstützung angewiesen», so der Landwirt.

Rat wollte Vakanz belassen

Zur Vakanz im Rat führte der unerwartete Tod des Kantonsrats Walter Nef im November vergangenen Jahres. Seither ist Hundwil noch durch Gemeindepräsidentin Margrit Müller-Schoch im Rat vertreten. Ursprünglich beabsichtigte der Gemeinderat Hundwil den Sitz bis zur Gesamterneuerungswahl gemäss der neuen Sitzverteilung vakant zu lassen. Schliesslich habe sich abgezeichnet, dass die Suche nach Kandidatinnen oder Kandidaten für dieses «temporäre» Amt schwierig werde, so Gemeindepräsidentin Margrit Müller.

Gesetz regelt Ersatzwahl

Zwei Gesetzesartikel verhindern das Vorhaben des Hundwiler Gemeinderats. Im Gemeindegesetz heisst es, dass die ordentlichen Gesamterneuerungswahlen und die Ergänzungswahlen in allen Gemeinden gleichzeitig stattfinden. Weiter ist definiert, dass der Regierungsrat den Wahltermin festlegt. Im Gesetz über die politischen Rechte ist zudem niedergeschrieben, dass der Gemeinderat bei einer Vakanz über eine vorzeitige Ergänzungswahl bestimmen kann. Vom Weglassen einer Ersatzwahl ist hingegen nicht die Rede.

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