Ein Vitaparcours für das Gehirn

HEMBERG. Der Chnobelweg schliesst in Kürze seine zehnte Saison ab. Die Bilanz zum Jubiläum ist durchwegs positiv, ja, das Konzept macht sogar Schule in anderen Regionen. Auf dem rund drei Kilometer langen Chnobelweg können, wie der Name es sagt, knifflige Aufgaben gelöst werden.

Nadine Rydzyk
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Tüfteln und Probieren: Auf dem Chnobelweg warten neben der schönen Landschaft sieben knifflige Denksportstationen. (Bild: pd)

Tüfteln und Probieren: Auf dem Chnobelweg warten neben der schönen Landschaft sieben knifflige Denksportstationen. (Bild: pd)

Seit 2005 besteht in Hemberg-Bächli ein besonderer Rundwanderweg, der nicht nur durch die schöne Landschaft führt, sondern auch klein und gross zum Denksport animiert. Der Vitaparcours für das Gehirn bietet insgesamt sieben Stationen mit Denkspielen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrader.

Rätsel für klein und gross

Mit kniffligen Nagelrätseln, Holzstecken und Holzklötzen lädt der Weg zum Tüfteln und Experimentieren ein. Mal gilt es, ein «schwebendes Dach» aus Nägeln zu konstruieren, mal aus zwei Holzklötzen eine «Pyramide» zusammenzusetzen, mal ein «Dreibein in der Luft» zu basteln oder zwei «Nägel» auseinander zubringen oder einen Stift aus dem Knopfloch eines Hemdes zu fummeln. «Die Aufgaben sind geeignet für Kinder ab der Primarschule aufwärts», erklärt die Präsidentin des Verkehrsvereins Hemberg-Bächli, Maria Raschle. «Kleinere Kinder sind damit zumeist noch überfordert.» Für diese bietet sich aber auch abseits der Knobelaufgaben manches, was entdeckt werden will. Allerdings ist der Weg nicht für Kinderwagen geeignet. Im Gegenzug ist die Mischung der Rätsel so angelegt, dass auch Erwachsene noch herausgefordert werden und nicht zwangsläufig alle Aufgaben im Handumdrehen lösen.

Der Spass für gross und klein startet und endet beim Restaurant Rössli in Bächli. Auf dem leichten Wanderweg, der in rund eineinhalb Stunden begangen werden kann, lädt ein Grillplatz ebenso zum Verweilen ein wie Tische und Bänke an mehreren der Rätselstationen. Damit niemand mit einem ungelösten Denkspiel nach Hause muss, liegen die Lösungen in den Geschäften und Restaurants in Bächli und Hemberg auf. In den Restaurants Rössli und Frowies gibt es die Denkspiele zudem in Miniaturgrösse, so dass auch ungelöste Fälle nochmals bei einer Stärkung ausgetüftelt werden können.

Maria Raschle Präsidentin Verkehrsverein Hemberg-Bächli (Bild: Thomas Geissler)

Maria Raschle Präsidentin Verkehrsverein Hemberg-Bächli (Bild: Thomas Geissler)

Zusätzliche Attraktion Spielplatz

«Der superschöne neue Spielplatz beim Schulhaus, der auch vom Verkehrsverein mitfinanziert wurde und öffentlich zur Verfügung steht, ist eine perfekte Ergänzung zum Chnobelweg», erklärt Maria Raschle. Durch den Spielplatz ist als positive Begleiterscheinung eine zusätzliche Attraktion entstanden. «Für Familien ist auch noch interessant zu wissen, dass man den Weg am Gasthaus Frowies mit dem Postauto oder zu Fuss abkürzen kann, wenn beispielsweise die kleineren Kinder nicht mehr mögen.» Damit ist der Weg eine gelungene Ausflugsmöglichkeit für Familien, Schulklassen, Vereine und alle, die einen schönen Spaziergang machen und dabei herausgefordert werden wollen. «Für Schulklassen empfehle ich aber die Aufteilung in mehrere kleine Gruppen, damit möglichst alle knobeln können und nicht nur einzelne», erklärt Maria Raschle. Wie beliebt der Weg ist, kann die Präsidentin an mehreren Faktoren ablesen. Neben direkten Rückmeldungen oder Fragen, die bei ihr landen, kann sie zudem aus dem eigenen Wohnhaus oft beobachten, wie auf dem Chnobelweg spaziert wird. «Besonders viel los ist im Frühling und im Herbst», hält sie fest. Dass der Themenweg sowohl bei der Bevölkerung der Region, als auch bei den Touristen ein Erfolg ist, hat sich herumgesprochen. «Erst kürzlich hat Lenzerheide Tourismus bei mir angefragt, wer unseren Weg gemacht hat, da sie ihn so toll finden, dass sie ebenfalls etwas Ähnliches realisieren wollen», kann Maria Raschle berichten.

Die ursprüngliche Idee zum Chnobelweg brachte vor zehn Jahren Werner Tanner von Tanner Holzbau in Bächli ein. Er war seinerzeit Vorstandsmitglied im Verkehrsverein und initiierte den Weg. Auch die Konzeption und Realisation lagen in seinen Händen. «Werner Tanner ist es auch, der den Chnobelweg bis heute pflegt und erhält», würdigt Maria Raschle sein Engagement für die Wartungsarbeiten am erfolgreichen Themenweg. 2011 wurde der Weg nochmals leicht abgeändert, wobei Spiele ersetzt und zusätzliche Posten ergänzt wurden. Im Mai 2011 feierte der Chnobelweg dann eine Neueröffnung und blieb bis in diesem Jahr unverändert. 2015 hat sich einzig die Wegführung leicht verändert.

Winterpause für Rätselwanderer

Wer noch in diesem Jahr auf dem Chnobelweg wandern möchte, sollte dies bald tun. Denn im Winter werden die Spiele jeweils abgeräumt. «Da aber das Schneeschuhwandern immer beliebter wird, wäre es zu überlegen, ob wir den Chnobelweg irgendwann auch wintertauglich machen», erklärt Maria Raschle. Als einer der Renner im Hemberger Freizeitangebot will man den Chnobelweg nicht aus den Augen verlieren. Und auch wenn derzeit keine Erweiterungen oder Veränderungen geplant sind, könne man dies durchaus einmal wieder in Angriff nehmen, wie Maria Raschle in Aussicht stellt. «Wir haben viele schöne Wanderwege, aber nicht viele Themenwege. Neben dem Chnobelweg ist vor allem der Kneippweg noch eine grosse Attraktion, auf dem nicht nur gekneippt werden kann, sondern neben der schönen Aussicht auch viele Informationen über Kräuter, Ernährung oder den Obstbau warten. Dies sind für uns also besondere Wege, die wir auch weiterhin nicht vernachlässigen wollen, um den Gästen in Hemberg etwas zu bieten.»