Der Rücktritt von Antonia Fässler
kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt

Die Zukunft des geplanten Spitalneubaus in Appenzell steht auf der Kippe. Vor diesem Hintergrund ist der angekündigte Abgang der profilierten Gesundheitsdirektorin für Innerrhoden ein herber Verlust. 

Jesko Calderara
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Das politische Jahr in Appenzell Innerrhoden beginnt mit einem Paukenschlag. Der Rücktritt von Gesundheits­direktorin Antonia Fässler kommt zumindest für Aussenstehende überraschend. In den vergangenen Monaten deutete nichts darauf hin. Noch während des Nationalratswahlkampfes wies Fässler gebetsmühlenartig auf die Vorteile eines Doppelmandats hin. Vor diesem Hintergrund erstaunt ihre Kehrtwende nur wenige Monate nach den Wahlen. Es könnte durchaus sein, dass die Enttäuschung über den klar verpassten Sprung nach Bern Fässler darin bestärkte, der Politik den Rücken zu kehren.

Für den Kanton kommt ihr Abgang zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Mit Antonia Fässler verliert die Standeskommission eine profilierte Gesundheitspolitikerin – ausgerechnet dann, wenn in der Spitalpolitik wichtige Weichenstellungen umzusetzen sind. Hier wäre die langjährige Erfahrung der Gesundheits- und Sozialdirektorin hilfreich gewesen. Auf die Nachfolgerin oder den Nachfolger wartet somit gleich zu Beginn der Amtszeit eine schwierige Aufgabe, wie auch immer der Entscheid der Standeskommission Ende Monat zum geplanten Spitalneubau in Appenzell ausfallen wird.