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Ein unerwartetes Geschenk

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens schenkt der Verein Solardorf Rehetobel der Gemeinde 10 000 Kilowattstunden Solarstrom. Das Jahr 2015 wird mit einem Gewinn abgeschlossen. Die Besetzung des Vorstandes ändert sich Ende Monat.
Jeanot Mattle
Gemeindepräsident Ueli Graf (links) nimmt das Geschenk vom Präsidenten des Solarvereins Rehetobel, Christian Eisenhut, entgegen. (Bild: jem)

Gemeindepräsident Ueli Graf (links) nimmt das Geschenk vom Präsidenten des Solarvereins Rehetobel, Christian Eisenhut, entgegen. (Bild: jem)

REHETOBEL. Kurz nach der Katastrophe von Fukushima im Jahre 2011 wurde der Verein Solardorf Rehetobel gegründet. Ziel des Vereins ist es, umweltgerechte und erneuerbare Energien sowie die Energieeffizienz im Dorf zu fördern – angefangen beim Solarstrom. Geplant war ursprünglich eine Freiflächenanlage in der Grösse eines Fussballfeldes auf einer freiliegenden Wiese am Dorfrand zu errichten. Da diese Idee nicht realisierbar war, mietete sich der Verein bei den Dorfbewohnern ein und installierte Solaranlagen auf deren Dächern. Momentan werden vier Solaranlagen betrieben.

Gemeinde wird beschenkt

Nach fünf Jahren zeigt sich nun eine Veränderung in punkto Stromverbrauch im Dorf: Anfang 2011 wurde der Strombedarf des Dorfes noch mit 0,7 Prozent Solarstrom gedeckt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es bereits 8 Prozent. Gemäss Präsident Christian Eisenhut ist das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. «Die Möglichkeiten, die die Energiewende beschleunigen, sind immer einfacher und immer günstiger», so Eisenhut.

Im Zentrum des Abends stand die Überreichung des Geschenks an den Gemeindepräsidenten Ueli Graf: Die Gemeinde erhält vom Verein 10 000 Kilowattstunden, welche den Startschuss für das Projekt Appenzellerland über dem Bodensee AüB darstellen. Gemeinsam mit den Gemeinden Grub, Walzenhausen, Reute und Heiden strebt Rehetobel die Lizenzierung zur Energie-Region an und ist damit auf dem Weg, den Energieverbrauch langfristig auf einen Drittel, und dank erneuerbaren Energien, die CO2-Emissionen auf einen Zehntel zu reduzieren.

Zufrieden mit dem Jahr 2015

Gemäss dem Bericht über das Vereinsjahr 2015/2016 wurde im vergangenen Jahr sieben Prozent mehr Strom produziert, als im Vorfeld budgetiert wurde. Der Verein könnte somit etwa doppelt so viel Strom verkaufen, als er Abonnenten hat. Bei Ausgaben von knapp 25 000 Franken resultierte ein Überschuss von rund 478 Franken.

Die Gemeinde Rehetobel hat die höchste Pro-Kopf-Solarstromerzeugung im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Der Verein hat mehr als die Hälfte der ursprünglich geplanten Freiflächenanlage bereits gebaut. Die Wartungs- und Instandhaltungskosten waren gegenüber den Vorjahren deutlich höher, da die Anlagen mit einem Überwachungsmechanismus ergänzt wurden.

Neue Euphorie entstand durch Anton Gunzingers Buch «Kraftwerk Schweiz». Darin schreibt der ETH-Professor und Unternehmer, die Schweiz könne sich mit den heute verfügbaren Technologien zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgen. Ausserdem könne in den Schweizer Alpen mit Solartechnik ebenso viel Energie gewonnen werden wie in der Sahara. Nebst der Energie-Region möchte der Verein künftig den sogenannten «Solarpreis» einführen. Dieser zeichnet den sparsamen Umgang mit Energie aus. Weiterhin im Vordergrund stehen zunächst aber der Betrieb der eigenen Anlagen sowie der Verkauf des Solarstroms.

Aus dem Vorstand wurden Erika Kürsteiner und Gabriela Gehr verabschiedet. Die beiden Gründungsmitglieder bleiben dem Verein jedoch erhalten. Ersetzt werden sie durch Monika Golay, Gabriela Koller und Barbara Screta, welche das Amt per 26. April antreten.

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