Ein Trio etabliert sich an der Spitze

Tagessieg für Peter Enzler, Peter Müller bleibt Gesamtleader: Die Appenzeller Dominanz setzt sich auch beim dritten Auftritt der Schweizer Schreiner-Nationalmannschaft fort.

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Spitzentrio aus dem Appenzellerland: Roman Grögli, Peter Enzler und Peter Müller (von links). (Bild: pd)

Spitzentrio aus dem Appenzellerland: Roman Grögli, Peter Enzler und Peter Müller (von links). (Bild: pd)

Bern. Aus welcher Region kommen die besten Schweizer Schreiner? Nach dem dritten Auftritt der Schweizer Nationalmannschaft lässt sich diese Frage schon recht klar beantworten: Aus beiden Appenzell. In den bisherigen Konkurrenzen in St. Gallen und Bulle sicherte sich jeweils der Herisauer Peter Müller den Tagessieg. Beim dritten Aufeinandertreffen gelang es seinem Widersacher Peter Enzler aus Appenzell, die Lücke in der Gesamtwertung zu verkleinern. Sein Sieg in den Berner Lernwerkstätten brachten ihn bis auf wenige Punkte an Müller heran.

Der zweite Platz ging an Roman Grögli – auch er stammt aus dem Appenzellerland.

Ausgangslage noch offen

Trotz der Appenzeller Dominanz bleibt festzuhalten, dass in der Entscheidung um den Gesamtsieg im kommenden September die Vertreter der anderen Kantone noch ein gewichtiges Wort mitreden werden. Beispielsweise Lucio Wieland Küsnacht, der in Lauerposition liegt: «Abgerechnet wird erst nach dem letzten Anlass», gibt er sich kämpferisch.

Zeigt Wieland an der Ostschweizer Bildungsmesse im September eine Topleistung, ist für ihn, wie auch für die anderen acht Konkurrenten, noch alles möglich. 80 Prozent der Punkte werden erst am Schluss vergeben.

Dennoch ist die Ausgangslage für die drei Appenzeller vielversprechend. Sie zeigten auch in Bern, dass der Sieg über sie läuft und dass sich das harte Training für sie gelohnt hat.

Die Tagesaufgabe – das Schreinern einer Werkzeugkiste – lösten sie ganz zur Zufriedenheit der kritischen Jury. In nur sechs Stunden schreinerten sie das komplexe Objekt, das an der Oberfläche durch eine knifflige Furnierkombination bestach. «Das Niveau dieser Handwerker ist beeindruckend. Innert weniger Stunden erstellen sie Objekte, für die andere Schreiner Tage bräuchten», sagt Andres Loosli, Projektleiter der Berufsmeisterschaften vom Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM).

Nicht umsonst konnten sich die neun Kandidaten in regionalen und überregionalen Ausscheidungen gegen fast 1000 Mitstreiter durchsetzen.

Freundschaftliches Verhältnis

Doch unter den besten Schweizer Schreinern ist die Konkurrenz nur am Werktisch spürbar. Beim anschliessenden Essen feierten die Kandidaten gemeinsam. Ernst gilt es erst wieder am 14.

August, wenn die neun Kandidaten der Schreiner Nationalmannschaft das letzte Mal Gelegenheit erhalten, sich für die abschliessende Schweizer Meisterschaft in St. Gallen in eine optimale Ausgangslage zu bringen. Der Name der Durchführungsgemeinde mutet programmatisch an: Zihlschlacht. (pd)