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EIN TOGGENBURGER AN DEN OLYMPISCHEN SPIELEN: Benis Olympia-Tagebuch: Von der anderen Seite her ins Ziel

Beni Giger bleibt auch im Schlussspurt der Olympischen Spiele nichts erspart. Bei der Kombination der Damen wird vor dem Slalom der Kran im Ziel fälschlicherweise verfrüht abgebaut. Dass es ihm bei zwei Schweizer Medaillen schwerfällt, neutral zu bleiben, gehört zu den kleineren Problemen.
Trotz zwei Medaillen für die Schweizer Skifahrerinnen arbeiten die Fernsehproduzenten konzentriert und neutral. (Bild: PD)

Trotz zwei Medaillen für die Schweizer Skifahrerinnen arbeiten die Fernsehproduzenten konzentriert und neutral. (Bild: PD)

Ich zähle nicht mehr nur die Tage, nein auch die Stunden hier in Pyeongchang. Seit über drei Wochen bin ich praktisch pausenlos am Arbeiten und es braucht jeden Tag mehr Energie, um die beste Leistung abzurufen.

Heute stehen noch einmal zwei Rennen auf dem Programm. Wir besprechen mit der FIS die Startintervalle und bereiten den Start der Abfahrt mit den benötigten Kabeln vor. Schliesslich wird das Rennen vom Reservestart gefahren und die Startintervalle sind auch anders als vorgesehen. Wir haben also Arbeit für nichts geleistet. Weiter werden wir informiert, dass wir einspringen müssten, falls es beim Skicross von morgen Freitag eine Verschiebung gäbe. Ich schiebe diese Information vorerst beiseite und konzentriere mich auf das Damenrennen. Die telefonische Rücksprache mit Jan Billeter bestätigt die Favoritinnen: Holdener, Shiffrin, Vonn… und Gisin, sagt er. Und er sollte recht behalten.

Noch einmal sind wir bei der Produktion auf «fremde» Hilfe aus dem Kamerateam des Biathlon angewiesen. Dies ist für mich nicht immer einfach. Ich kenne unser Team sehr gut und kann die einzelnen Personen genau nach ihren Stärken einsetzen. Und bei den neuen? Der älteste Kameramann darf als erster seine Position wählen und so geht es weiter, bis am Schluss die Jüngsten das übernehmen (müssen), was übrig bleibt. Ich bin sehr froh, dass sie uns helfen, und unterstütze sie, wo ich kann. Die Produktion der Abfahrt läuft perfekt, leider stürzen zum Schluss aber zwei Athletinnen. Weil eine von beiden mit dem Schlitten abtransportiert wird, zeigen wir den Sturz nur einmal in Zeitlupe.

Von links ins Ziel statt von rechts

Nachdem die letzte Läuferin im Ziel ist, eile ich auf den Hang, wo der Trainer der Slowaken den Slalom aussteckt. Der Kurssetzer entscheidet entgegen unserer vorgängigen Besprechung, über die Abfahrtspiste ins Ziel zu kommen. Für uns bedeutet das, dass bei sechs Kameras die Kabel zu kurz sind. Dank einer tollen Teamleistung können wir auch dieses Problem innert kürzester Zeit lösen. Im Ziel sehe ich dann, dass der Zielkran bereits zu einem Teil abgebaut ist. Die haben nicht mitbekommen, dass die Zieleinfahrt links ist. Zum Glück kann ich rasch intervenieren und sie bauen den Kran wieder auf. Zehn Minuten vor dem Start des Slaloms sind wir bereit.

Trotz zwei Medaillen für die Schweizer Skifahrerinnen arbeiten die Fernsehproduzenten konzentriert und neutral. (Bild: PD)

Trotz zwei Medaillen für die Schweizer Skifahrerinnen arbeiten die Fernsehproduzenten konzentriert und neutral. (Bild: PD)

Ich habe kaum Zeit zu überlegen, wie knapp alles wieder war und wie wichtig das Teamwork und die Kommunikation sind. Der Kombi-Slalom entschädigt mich für den stressigen Tag. Die zwei Medaillen für unsere Schweizerinnen geben tolle Emotionen. Das Spektakel reisst auch mich mit, ich muss fest aufpassen, dass ich neutral bleibe und alle Fahrten gleich produziere. Um 16 Uhr nehme ich den Bus retour zur Unterkunft. Meine Kollegen können mich überzeugen, mit ihnen einen Apéro zu nehmen. Da flattert eine Nachricht auf mein Smartphone: Morgen um 8 Uhr muss ich mich mit der FIS im Zielraum des Technik-Hangs treffen. Sie wollen wissen, wie und wo die Siegerplattform des Teamevents installiert werden muss. Also muss ich morgen wieder früh aufstehen.

Neuerlicher Abschied von Nikolay

Wie ich schon einmal geschrieben habe, heisst Olympia auch immer, dass neue Freundschaften entstehen. Ich musste heute von Nikolay «Abschied» nehmen. Mein russischer Freund hat mir in den vergangenen drei Wochen extrem geholfen. Leider habe ich ihn nicht mehr gesehen und der Abschied erfolgte über Funk. Nikolay, besten Dank für deine Arbeit mit deinen russischen Kollegen. Ich verabschiede mich von einem Freund und ich hoffe, dass ich dich irgendwann irgendwo wieder sehe. All the best, my friend!

Bild: SRF/Marcus Gyger

Bild: SRF/Marcus Gyger

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